Der politische Trauerfall

Marschner_Raster
Die politische Trauer kennt keine Norm. Die politischen Todesopfer, Mordopfer, Folteropfer, politisch Verfolgte, die in den Suizid getrieben wurden, veränderten und verändern Menschen auf der ganzen Welt. Diese Veränderungen vollziehen sich still, solidarisch und nicht immer unter Tränen. Die politische Trauer braucht kein Grab. Der weiße Mann will kein weißer Mann sein - er will männlicher oder weiblicher Mensch sein. Im Grunde senden Generationen eine auf einen Nenner zu bringende Botschaft : "We are not your Negro." Die Richtigen mit den richtigen Botschaften werden zu Falschen erklärt. Der Tattookünstler ist ein Schmierfink. Der tätowierte Mensch ist dubios und zwielichtig, vielleicht sogar hässlich und grässlich, wie Maoris zum Beispiel, die man im Grunde ausrotten muss. Es kann Dir also passieren, dass Dein Sohn eines fernen und sonnigen Tages nach Hause kommt und sagt: "Puh. Mutti. Iss heiß heute." Dich laust der Affe. Du lässt Dir sofort einen Storch braten. Und der Mops wird in der Pfanne verrückt. Und plötzlich - die Botschaften sind unumgänglich - wird Dir klar, dass Dein Sohn nicht tötet, nicht stiehlt, nicht betrügt, nicht lügt. Dir wird klar, dass er der erste abgenabelte Mensch in Deinem Leben ist, der einen Kompass nutzt, der einen Leitsatz gefunden hat, der um die Vergänglichkeit weiß, der die Lebenszeit anderer Menschen achtet: "Enjoy your Life." Es geht ihm also nicht nur um sein Leben. Es geht auch um das Leben der anderen Menschen. Er verzettelt sich nicht in Zuständigkeiten. Er hat ein Leben gesucht und er hat es gefunden. Er beweist nicht, dass er gut ist. Er beweist, dass er besser ist!