Man wird ja wohl noch was sagen dürfen

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Das darf man in Deutschland nicht sagen. Davor/danach wird die Unfreundlichkeit ausgesprochen. Das sagt eine Studie von geübten Medienpsychologen, die irgendwann bei den Leitmedien Arbeit gefunden haben. Und deshalb habe ich eine großartige Idee, die ich eigentlich für mich behalten wollte, weil Ideen ausgelacht werden. Ich glaube tatsächlich, dass Journalismus so langweilig werden muss, dass Journalisten so langweilig schreiben müssen, wie die Politik tatsächlich agiert. Da die Kanzlerin, Frau Merkel, kaum Stellung bezog - über Jahre - haben Journalisten das Reden übernommen, sozusagen geklappert und geackert und auf die Trommeln gehauen, um vorzugaukeln, dass in diesem Land richtig was los ist. >>Die Kanzlerin kann nicht so gut… Die Kanzlerin muss aber nun bald mal…Die Kanzlerin ist ganz GROßartig. Nur… die Kanzlerin weiß eben auch heute nicht, was man jetzt anders machen sollte.<< Journalisten haben quasi versucht, die erste Frau im Land zu ersetzen. Das war nicht klug: >>Was meint A. Und B muss doch auch was meinen. Hat denn C eigentlich nicht den Mut, die Kanzlerin mal zu stupsen.<< So lief das über Jahre. Journalisten haben sich da viel Arbeit gemacht. Das ist wirklich nett - aber man darf doch nicht einen Text, der nur zwei Zeilen hat, auf eine ganze Seite ausklappern. In der Kürze liegt die Würze: "Im Moment, liebe Leser, gibt es keinen europäischen Motor." Die SPD zum Beispiel machte den Wahlkampf 2017 mit Dichtern und Denkern. Da reicht doch der knackige Titel: "Die SPD wirbt mit Toten. Das ist mehr als pietätlos!" Ich verstehe nicht, warum Journalisten die Schuldfrage nicht nonchalance aufgeklärt haben. "Die Schweizerin hat das Land tief gespalten." Dann ein markanter Text: >>Hazel Brugger. So unterwandert eine Migrantin, die in der Schweiz weitaus mehr Geld verdienen kann (Dokumente liegen der Redaktion vor), die deutsche Parteienlandschaft. Deutschland fordert von der Schweiz die Differenzlöhne aller in Deutschland lebenden Schweizer!<< Ich finde, eine Zeitung kann durchaus zwei Seiten in der Woche unbedruckt lassen, bis die Politik kurzweilig geworden ist. Und jetzt lege ich den Hasen im Pfeffer frei: Zeit ist der Kitt, der uns zusammenhält. Ich habe mir deshalb Gedanken gemacht, weil die Partei, deren Namen wir vergessen haben, die Ehe zwischen Mann und Frau übersteigert erwähnt - wie eine brandneue Erfindung. Brandneue Eltern dürfen dann keinesfalls homosexuelle Kinder zur Welt bringen. Der §175 wurde entstaubt! Alle stellen sich tot. Der Herr Steinmeier sucht den Kitt, der uns zusammenhält. Natürlich kommt auch er nicht auf Kid. Darauf kam noch nie ein Mensch. Nach logischen Berechnungen müsste demnächst ein Harvey Milk auftauchen. (Man wird ja wohl noch was sagen dürfen!)