Nothing Compares 2 U

Nach dem Tod von Prince sagt Sinead O´Connor: "He used hard drugs. I know this, because I spend time with the man…okay?! He had been extremly violent to a number of woman….including myself…Prince is not a nice man." Ich mag die Musik von Prince. Mehr möchte ich nicht wissen. Als die junge Frau O`Connor sein Lied sang, hatte sie einen Lauf in der Musikszene. Eine hübsche Frau mit Glatze. Die ist doch bestimmt auch….Die muss doch….Das kann doch nicht anders sein… Mir stellten sich regelmäßig die Nackenhaare auf, wenn sich ihre Augen mit Wasser füllten und eine Träne über ihre Wange lief. Einstudiert zerriss sie ein Foto von Johannes Paul II. Das Unechte war ihr tatsächlicher Karriereknick. Ihr Fight the real Enemy hätte knackig aus dem Bauch kommen müssen. Ich konnte meine Emotionen damals noch nicht in Worte fassen. Was macht sie heute? Ich sehe mir einige Videos von ihr an. Sie vergleicht ihren Sohn mit dem Teufel, nennt ihn Arschloch, Tyrann, vergleicht ihn mit dem Großvater. In einem Interview findet sie sich katholisch. Sie trägt auf der Bühne auch gerne ein Beffchen. In einem Hilferuf-Video lässt sie ihren nahenden Suizid anklingen. Bei Dr. Phil breitet sie die Geschichte ihrer bösen Mutter aus. Einige Videos später fordert sie einen Ehering ihrer Mutter, droht mit ihrem Anwalt. Diese u-n-e-r-t-r-ä-g-l-i-c-h-e Person grenzt an Körperverletzung. Ich bekomme aber eine späte Erklärung, freue mich darüber, dass ich mich auf meine Nackenhaare absolut verlassen kann. Nun weiß ich, dass Langzeit-Youtuber den Kanalblick haben. Sie finden so eine 50-jährige Frau völlig normal. Ihre Kinder? Ja, klar, ja, irgendwie, weiß auch nicht so. Wenn das die Normalität wird, dann muss ich meine Wünsche, auch meine beruflichen Wünsche neu formulieren. Ein toller Mann, ein Cosmopolit kommt nach Berlin. Er erfährt, dass sein langjähriger Freund gestorben ist. Sofort kümmert er sich um Formales. Andere Freunde schließen sich ihm an. Ein wildes, ein schnelles Leben - nicht mit dem Lineal gezogen - ist beendet. Ein starkes Feuer brennt nicht mehr. Funken fliegen. Sie brennen in der Haut der Freunde. Der Abschied soll leicht werden. Die Deko soll leicht sein. Die Bilder sollen echt sein. Ich weiß sicher, dass bei dieser Trauerfeier nur die Freunde etwas sagen sollten. Der Freund hat kein Vertrauen. Er hat Bedenken. Er findet eine "freie" Rednerin im Internet. Die empfiehlt ihm: "Sie können in einer Schweigeminute um Verzeihung bitten." Ein Freund, der sich nicht um die Bestattung kümmern müsste, soll um Verzeihung bitten?! Ganz großes Tennis. Dieser Typus Frau, diese Sorte Beffchen schleicht sich wieder in meinen Beruf ein; und eines nicht fernen Tages werden Menschen, die den Freitod finden, Sünder sein.