Spirale abwärts

Marschner_Treppe
Die Spirale abwärts übt offenkundig eine sehr große Faszination aus. Menschen, die einen Trauerfall durchleben, ihn überleben müssen, verlieren für eine Zeit, die man nicht bestimmen muss, die Bodenhaftung. Sie steigen auf! Man spricht über einen Fall und so denken viele Hinterbliebene: "Ich falle. Ich finde keinen Halt. Es geht abwärts." Gleichermaßen fühlen sie dieses undefinierbare Powerpaket, das sie bereits in sich tragen. Das geistige Erbe. Dieses geistige Erbe fragt nun nicht nach einem Liefertermin, der passen könnte. Es fällt oft mit der "Tür" ins "Haus" und es hat eine unglaubliche Wucht. Das eigene Leben wird schwer. Und 'schwer' trägt in unserer Sozialisation einfach nicht nach oben. Ich bestreite das! (Innovation Deutschland meint schließlich nicht: "Das mache ich jetzt auch. Das sage ich jetzt auch. Das schreibe ich jetzt auch.") Ein Trauerfall beschreibt also nicht die Spirale abwärts. Politik und Wirtschaft fühlen sich von ihr nicht nur magisch angezogen. Die Spirale wird genau dort kreiert. Und so geht es abwärts. Ich nenne ein Beispiel aus der Wirtschaft, global sehr klein. Die Paradepferde der deutschen Wirtschaft, Benz, BMW, VW, laufen für BlackRock, weil Herr Fink in der Welt einkaufen geht. Wenn also die Anleger von Herrn Fink hohe Renditen möchten, dann sinken Löhne, dann werden Mitarbeiterstämme gefällt, dann werden Fahrzeuge so produziert, dass sie nach spätestens 3 Jahren in die Autopresse müssen, um wieder Fahrzeuge produzieren zu können. Der Dieselgipfel bespricht die Spirale abwärts, also keine Höhe. Das - wörtlich - Perverse an dieser Spirale ist, dass man sich "nur" aus diesem Grund mit den Geschädigten solidarisieren wird. Sozial tickende und großartige Menschen solidarisieren sich, befreunden sich und bekommen im Kern die völlig falschen Gründe. Freundschaft ist nämlich keine Leidensgemeinschaft. Freundschaft ist eine Lebensgemeinschaft. Auf politischem Parkett weiß man den Kummer Trauernder auszunutzen. Jedes Attentat - in der Welt, in Europa - wird benutzt, um Freundschaft zu bekunden, die vorher ordentlich geketzt wurde. Wir mögen uns quasi in den Blutbädern. Das nenne ich wenigstens morbid, keinesfalls Politik.