Verliebt in die Liebe

Marschner_Portraits
Ich wundere mich nicht über Menschen, die nicht an dieser Gesellschaft teilnehmen möchten. Ich wundere mich, wenn jene Menschen diese Gesellschaft beurteilen wollen. Das ist nicht schlüssig, nicht gut durchdacht. Warum nehme ich - Bestatterin - am Leben teil ? Weil ich mein Leben gefunden habe! Und weil ich mein Leben gefunden habe, muss ich nicht DARÜBER reden, so, als sei Leben nicht existent. Ich beschreibe mein Leben, um Trauernden zu veranschaulichen, dass sie sich mitten im Leben befinden, auch dann, wenn sie eine Weile vom Rand aus zuschauen. Mich hat Leben jeden Tag inspiriert, jeden Tag unterhalten, jeden Tag überrascht, jeden Tag verliebt gemacht - verliebt in die Liebe. Heute war ich beim Friseur ('ö' mag ich nicht). Dominique ging es nicht gut. Er wollte nicht fotografiert werden: "Nein. Ich sehe heute nicht so gut aus." Sein Kollege stellte sich als Double zur Verfügung. Ich brauchte die Haltung, in die Lady Diana über Jahre gedrängt wurde - von Menschen, die unkreativ und fantasielos sind, die Geld aus ihr pressen wollten, dabei so dermaßen übergriffig und anmaßend agierten, ihren Tod in einem Tunnel in Kauf nahmen - ihn sogar verkaufen wollten. Am 3.8.2017 schreibt die Gala: "Warum hat keiner diese Kinderseelen geschützt?" Das Blatt nutzt für diesen Artikel jenes Foto, das die Kinder hinter dem Sarg der Mutter zeigt. William beschreibt, dass er von dieser Szene noch heute Albträume bekommt. Wie sinnig also, dass Bottom-Schreiber eben dieses Foto veröffentlichen. Wie empathisch, nicht wahr?! Die wirkliche Frage ist: Warum schreiben Modejournale über das Thema Tod? Sie heucheln Tiefgang, Empathie, Sorgen um Kinderseelen, die sie über viele Jahre selbst verachteten. Bei Pro 7 fragt man sinnig intelligent: "Wie ist es, wenn man stirbt?" Glücklicherweise kommentiert ein ironischer Mann: "Ich seh mich zweimal im Spiegel! Ironie off!" Ich mag es persönlich nicht, wenn man andere Menschen bedrängt, ihnen an der Tapete klebt, sie ausweidet, sich bedient. Vor 3 Jahren hat sich in den USA der 18-jährige Conrad Roy mit Autoabgasen suizidiert. Seine Freundin trieb ihn mit über hundert SMS-Botschaften direkt in den Tod. Sie brauchte Aufmerksamkeit, wollte ihr Leben aufwerten. Die HNA zitiert die Richterin: "…habe ihren Freund in einer vorsätzlichen und gut geplanten Kampagne zum Freitod ermuntert." Vor Gericht weint sie, wie ein Opfer. Die ernsthafte Frage muss also lauten: "Warum und wofür sollte man das Leben lieben!?"