Mitten im Leben sind wir von Spirit umfangen

Marschner_Laubenpieper
Liebe finden. Spiritualität finden. Finden geht von dem sicheren Wissen aus, dass Liebe und Spiritualität existieren - überall - allgegenwärtig. Erst wenn dieses tiefe intuitive Wissen verpflegt ist, fest verankert ist, unabhängig ist, unanfällig ist, wenn das Gelächter, die Bermerkungen keine Berührungspunkte finden können - dann findet man Spirit auch in einer Gartenkolonie, zwischen Apfelbäumen, Gartenschläuchen, Salbei, Minze und zwischen unspirituell wandernden Igeln. Marianne hat Weihrauch aus Marokko mitgebracht. "Weißer Salbei vertreibt die bösen Geister." Meine guten Geister husten ein wenig. Ich habe das Gefühl, dass einer der Igel, der plötzlich durch den Garten saust, einen bösen Geist abschütteln muss. Tiere brauchen auch ihre natürliche Balance. Marianne öffnet einen Flacon - der direkte Sprung in orientalische Spitzenparfums ist ihre persönliche Interpretation von Spiritualität - sie zieht ein Stäbchen heraus, das sie auf unsere Handgelenke tupft. Der Igel kehrt plötzlich zufrieden beruhigt in der Igelstation ein. Marianne weiß unausgesprochen, dass unsere Toten immer über uns wachen und uns vor bösen Geistern beschützen. Das wiederum gibt uns eine enorme Narrenfreiheit; was die Mücken, offenkundig, ebenso empfinden. Regina zieht eine frisch gebackene Pizza aus dem Ofen und belegt sie mit frischen Gartentomaten. Das Weltliche siegt auf eine sehr spirituelle Art und Weise.