Abgründe

Urban-Nation
Hinter der Urban Nation steht die Gewobag. Einladung. Danke. Danke ist einer von sehr vielen Berliner Künstlern. Ich mag Openings nicht wirklich, weil man viele Menschen wegdenken muss, um sich auf die Kunst einlassen zu können. Heute gab es viele Läufer und Abfotografierer: "Bitte, bitte, mach Du ruhig!" Machen? Für mich ging es bei der Urban-Nation darum, in die eigenen Abgründe zu sehen. Da gab es ein goldenes Rolltor, ein durschschaubares Monster, mit Karo-Plüsch-Ohren; da eilte ein Handy-Freak, mit einem Koffer voll Geld. Da posierte ein Königstier, das zu sagen schien: "Du verstehst mich nicht. Also los! Mach ein Foto von mir." Am Ende lief eine Schatten-Familie aus einer Wand heraus. Positiv-Negativ. Stellwände lenkten den Blick in den Abgrund der Süchte. Tabletten und Liebe. Der Film 'Prozac Nation' kam mir in den Sinn. Der Totenkopf war der schlimmste Abgrund. Er schien zu sagen: "Kann man überhaupt in Ruhe sterben - mit sich und mit der Welt im Reinen? Hat der Tod seinen Frieden mit dieser Welt gemacht?" Die Urban Nation hat einen tollen Herzschlag. Sie lebt. Sie ist bunt. Sie ist freundlich. Kunst macht echte Politik.