Die braune Soße

So langsam sollte die hart arbeitende Bevölkerung, jene Menschen, die ihre Kinder tagsüber in miserable städtische Anstalten geben müssen, sich umorientieren, sich auf ihre eigenen Kräfte besinnen, sich politisch organisieren, Schulen bauen und unterstützen, die frei von Elitekindern sind, frei von Religionen, frei von der braunen Soße. Kürzlich hörte ich ein Radiointerview. Zwei deutsche Frauen diskutierten tatsächlich öffentlich über den an völlig vernachlässigten Schulen zur Normalität gewordenen Ausspruch 'Du Jude!' Fast esoterisch grübelten zwei Akademikerinnen: "Ist diese Sprache mancher Teenager nun antisemitisch oder antiisraelisch!?" Die braune Soße quillt aus den Rundfunkanstalten. Sie zeigt sich, wie auch sonst, naiv, geheuchelt ahnungslos - aber unbedingt (!) wissbegierig, weil deutsche Akademikerinnen natürlich wissbegierig sein müssen. Diese Frauen sind mangels Masse glücklicherweise nicht auf die Frage gekommen: "Sind Menschen, die eine Muslima in der Öffentlichkeit beschimpfen, islamophob oder pro-israelisch?" Die braune Soße zeigt sich, weil nur Deutsche unsere Schulen besuchen. Die, die einen Migrationshintergrund haben, werden sich nicht feige verstecken können. Lange genug haben sie beteuert dass sie Deutsche sind. Dieses Radiointerview kochte mit der Echoverleihung wieder hoch. Zwei Deutsche dürfen ihre Auschwitzfantasien aufführen. Die braune Soße quillt aus dem Apparat des Medienrates. Der hat "geprüft" und den RAP-Song erlaubt. Zwei Schafe liefern sich brav ans Messer. Eine tote Hose aus Düsseldorf muss sich öffentlich dazu äußern. Sein müdes Pamphlet gegen Rassismus, gegen Frauenfeindlichkeit, gegen Homophobie, gegen Antisemitismus muss er von einem Zettel ablesen. Dann nimmt er den Preis von der braunen Soße entgegen. Alle klatschen. Alle bleiben im Saal. Beim nächsten Echo fließt sicher die Filmszene aus 'Cabaret' noch deutlicher ein. 'Tomorrow belongs to me' singt in jedem Fall ein deutscher Junge. Heute führt mir ein akademischer Twitterer vor, wie man es später den Hauptschülern in die Schuhe schiebt. Das wird dann von Frau Emcke retweeted. Wer würde dann noch einer Verkäuferin seinen Glauben schenken, die ihr Kind in Schulen steckt, die sich nach rechts radikalisieren. Die hat sie schließlich selbst gestaltet. Freiheit verkommt zum Flaschendrehen. Arbeiter und Handwerker müssen sich von dieser braunen Soße distanzieren. Alles andere führt direkt in eine Katastrophe, für die später niemand verantwortlich sein möchte. In diesen Tagen werden Komiker zu wichtigsten Themen in Talkshows geladen, die verleitet werden, den nächsten NSU anzukurbeln. Ich muss mich deutlichst distanzieren - dafür wurden diese Blogs erfunden!