Traurige Berliner

Marschner_Tod
Menschen lieben Berlin. Was lieben sie an Berlin? "Na…alles eben." Niemand liebt die Berliner. Ein Fall für den Naturschutz. Berliner sind traurig, melancholisch, plötzlich wieder heiter, aufgeweckt, desillusioniert und voller Illusionen. Die Geschichte prägt. Die Geschichten gießen Berliner in ein immer wieder neues Glas. Die Trauer steht Berlin gut. Nicht der Tod. Das wäre viel zu drastisch. Es gibt unzählige Abschiedsgeschichten - Liebesgeschichten, die in Berlin beendet wurden. Abschiedssehnsüchtige trösten so: "Na? Wollt mal hören…!" Abschiedsbettler trösten so: "Könntest Du am Samstag meinen Dienst übernehmen?" Berliner trösten so: "Ich habe Parmaschinken eingekauft und zwei passende Filme. Einer ist von Dorris Dorrije. Irgendwas mit Kirschblüten. Und der andere…also jedenfalls… ich bin gleich da." Jedenfalls - das ist wichtig - umschifft falsche Beileidsbekundungen, die im Grunde eine erneute Trauer auslösen könnten. Jedenfalls meint: "Lange Rede, kurzer Sinn. Ich weiß, was Phase ist. Und! Ich weiß genau, sehr genau, wo es lang geht." Es könnte sein, dass zwischen Dorris Dorrije und Parmaschinken ein Joint…Rauchen! Das Bewusstsein darf ein einziges Mal erweitert werden. Trauernde haben einen Doppelbonus.