Wir hatten keinen Kontakt mehr

Dieser Satz ist eine gesellschaftliche Offenbarung am Ende viel zu vieler Leben. In diesem Satz steckt vor allem die Idee der amerikanischen Regierungsberater, gegen die die Menschen in Deutschland nie aufbegehren konnten. Sie merken schlicht nicht, wie schnell man eine Gesellschaft zersetzen kann. Freundschaften unter Polizisten und Feuerwehrmännern wurden spürbar verhindert. Freundschaften verhindert man zum Beispiel, wenn man Dienstpläne dauernd ändert. Eine Harmonie war spürbar nicht mehr erwünscht. Harmonie bringt Solidarität. Und plötzlich taucht ein Satz in meinem Geschäft massiert auf: "Wir hatten keinen Kontakt mehr." Dieser Satz begründet die steigende Zahl der "1 Euro-Bestatter." Die Würde galt es zu brechen. Sie war nie billig. Sie war das Wertvollste. Als die Standesämter zusammengeführt wurden, sind viele Mitarbeiter ganz freiwillig gegangen. Sie merkten, dass die Harmonie bewusst zerstört wurde. In den Jahren darauf war die Instabilität der Standesämter spürbar. Tragende Säulen, einst wie Notariate angesehen, wurden zersetzt, indem man die Ausstattung reduzierte. Die berufliche Würde eines Standesbeamten zersetzt man, indem man ihn für eine Druckerpatrone kämpfen lässt. Harmonie zerstört man, wenn man Menschen vor anderen Menschen lächerlich macht. Dieses Phänomen zieht sich durch die Landschaft der BVG und der städtischen Krankenhäuser. Deutsche Richter vermitteln ihre Erfahrungen erst am Europäischen Gerichtshof. Ein Standortwechsel scheint die Würde zu reanimieren. Politiker folgen Manuskripten, die sie selbst nicht zu schreiben in der Lage wären. Journalismus bemängelt schon lange die moderierende Haltung der Politik. Wer aber schreibt die Skripte? Donald Trump, Sohn der Zersetzung, protzt mit einer überirdischen und blendenden Familie: "America first." Dieser Slogan deckt auf, wie verstellt Deutschland ist. Herr Kleber (ARD/ZDF) ermahnte Herrn Kaeser, Chef der Firma Siemens, in einem Interview. Er stichelte und stocherte. Es ging um die Russlandgeschäfte der Firma Siemens. Herr Kaeser lächelte milde - müde durch schlecht vorgetragene Manuskripte - und sagte: "Wir pflegen seit 160 Jahren unsere Kontakte mit russischen Partnern….schließlich geht es auch um viele Arbeitsplätze in Russland." Der Chef von Siemens, Superstar aus Deutschland, erklärte mit einem Lächeln, mit welcher Eintönigkeit Zersetzungspolitik in Deutschland betrieben wird, die am Ende sogar knifflige Verschwörungstheorien aushebelt, die Ideenschmieden, Ausbildungsplätze, Arbeitsplätze und Innovation aus dem Land jagt. Deutsche Politiker erinnern mich an die krampfhafte Melania Trump. "Wir hatten keinen Kontakt mehr." Dieser Satz zieht sich durch Familien, durch echte Freundschaften, durch stabile Lebensgemeinschaften, die einst durch dick und dünn gegangen sind. Sie wurden zersetzt. Der bittstellende Bruder wurde als Bettler verlacht. Tugenden wurden mit Krankheiten verglichen. Der empathische Lebenspartner wurde als Psycho verhöhnt. Eltern wurden destabilisiert, indem man ihren starken und wilden Kindern grundsätzlich ADHS attestierte. Sozialen Frauen redete man ein Helfersyndrom ein. Soziale Männer, die Frauen unterstützten, wurden als Opfer der Emanzipation verhöhnt. "Wir hatten keinen Kontakt mehr." Ein Kreislauf. Schlecht behandelte Menschen, ihrer beruflichen Harmonie beraubt, behandeln Menschen schlecht. Ordnungsämter unterbinden, dass Freunde sich um die Bestattung eines verarmten Freundes kümmern dürfen: "Nicht Familie!" Protagonisten der Kirche haben keinen Kontakt mehr. Sie suchen den Kontakt zu Trauernden über Bestattungsinstitute, nicht über Krankenhäuser oder über Hospize. "Seelsorge? Sie müssen erst die Bestattung im Gemeindebüro anmelden." Menschen, die keinen Kontakt mehr haben, reden über Integration. Die empfindsam komplexe Multikultur steckt ängstlich in einer multideutschen Kultur fest. DIE LINKE will Konzerne besteuern, hebt Herrn Merz dann doch ins Kanzleramt, während die SPD den Kontakt zu sich selbst vermisst; und die AfD wünscht, dass sich Flüchtlinge bitte an unseren Werten orientieren. Wir hatten keinen Kontakt mehr. Dieser Satz ist eine Freikarte geworden, mit der man sogar behaupten darf: "Das war schon immer so."

Mein persönliches Interesse

Handwerker werden seit Jahren kriminalisiert. Nicht durch den Volksmund. Die Handwerkskammer könnte das auf politischer Ebene beenden. Sie unterlässt es! Wenn man sich heute einen Fußboden verlegen lassen möchte, dann spielen positive Bewertungen oder gute Empfehlungen für einen Handwerker keine Rolle. Man muss von jedem Handwerksbetrieb eine steuerliche Unbedenklichkeitsbescheinigung einfordern, Belege der Berufsgenossenschaft, Belege der Krankenkasse. Sollte eine Firma umziehen, eine Zweigstelle haben, muss man Belege kommissarisch prüfen, den Handwerker quasi verhören. "Zweigstellen dürfen keine Rechnungen stellen." Merkwürdig ist, dass alle Zweigstellen der Baumärkte ihre eigenen Rechnungen stellen. Eigentlich will man nur einen Fußboden. Kunden achten auf Details. Ein schöner Fußboden ist wunderbar. Sollte man nicht den Fahnder raushängen lassen, kann es passieren, dass man seine Vorsteuer nicht abziehen kann. Jeder Fußbodentechniker fragte zurecht: "Wollen Sie einen Fußboden verlegen lassen oder einen großen Kriminalfall aufdecken? Hoffentlich hat jener Handwerker keinen ausländischen Namen. Das bleibt verdächtig. Barzahlung ist bereits kriminell. Merkwürdig, dass Baumärkte täglich große Mengen Bargeld einnehmen. Der EURO wird vom Staat selbst abgelehnt und negiert. 1. Die europäischen Steuergesetze entlasten die Spitzelarbeit. Sie finden in Deutschland keine Anwendung, um Präzedenzfälle zu verhindern. 2. Der Staat verhindert also Europa. 3. Wenn man ein Gewerbe anmeldet, um nur aufstockend Hartz IV beantragen zu können, weil das der tatsächlich einzige Eingang in eine soziale Gemeinschaft ist, dann hat Politik keinen Durchblick, dann hatte kein Politiker je eine Vision. Handwerksbetriebe werden zukünftig noch unerträglichere Überwachungsmethoden erdulden müssen: Trockenbauer, Malerbetriebe, Maurer, Dachdecker usw. Innungen haben das bisher nicht erkennen können.

Mein Berufsbild wird politisch zerstört

Mein Beruf wurde negiert und ignoriert, veralbert und verhöhnt, heute politisch verkauft und verraten. Nicht ich habe Lust auf Politik. Die Politik hat Lust an der Spaltung und Fledderung meines Berufsstandes. Bestatter und Bestatterinnen sind Handwerker, angesiedelt im Bereich Kultur. So würde ich das kurz und verständlich beschreiben. Der erste politische Schnitt erfolgte mit dem Wegfall des gesetzlichen Sterbegeldes. Ich erinnere die Barmer Ersatzkasse, die um die 3000,—DM leistete. Dann leisteten Krankenkassen Einheitssterbegelder, in Höhe von 2.100,—DM, die sich in 1.050,—€ verwandelten, auf 501,—€ sanken, um schließlich wegfallen zu können. Der Bestatter ist der neue boiling Frog, den es im Handwerk zu zerkochen gilt. Bestatter sind zu teuer! Falsche Formel. Die Handwerkskammer hat es nicht bemerkt. Städtische Friedhöfe werden die Moderne nicht überleben. Standesämter bleiben gnadenlos unterbesetzt. Der kulturelle Teil meines Berufes wurde mit den "Körperwelten" lächerlich gemacht. Der Bezirk Mitte klagte gegen das Menschen Museum am Alex. Die Stadt Berlin wirbt auf Berlin.de mit einem Menschen Museum. Die Wortwahl erinnert mich an eine politisch andere Zeit. Das Menschen Museum drückt auf neurotische Weise aus: "Wir, in Berlin, stellen Menschen aus, die tot sind!" Das ist mehr als nur fragwürdig, denn nicht nur trauernde Menschen wissen sich mit einem Baseballschläger getröstet. Städtische Krankenhäuser schmeißen tote Menschen auf den freien Markt! Sie schreiben relevante Abteilungen öffentlich aus. Politiker einer Hauptstadt scheinen seit Jahren zu glauben, dass der dokumentierte "Berliner Filz" ein großes Kompliment ist. Politiker einer Hauptstadt scheinen zu glauben, dass die Prägung "Vetternwirtschaft und Korruption" eine Tradition ist, die man pflegen muss. Jene Traditionalisten spielen die Sparer vor. Tatsächlich öffnen sie Hintertüren; und sie bemerken es nicht einmal. Und natürlich springen meine Berufskollegen ins kochende Wasser - ohne die zweite Meile zu denken. Gesetze werden ausgehebelt. Anfällige städtische Kliniken, die seit Jahren im Fokus der Staatsanwaltschaft stehen, sind kein Renommee für ein besseres Bild meines Berufsstandes. Ich habe Herrn Wowereit (SPD) jedes Wort geglaubt, als er sagte: "Berlin bleibt billig."

Rudi ist nicht tot

Es ist schön, dass man sich auf Menschen verlassen kann. "Fridays for Future" ist ein Zeichen dafür, dass die Revolution in Deutschland tatsächlich möglich ist. Kinder gehen auf die Straße. Sie legen ihre Arbeit nieder und wollen verhindern, dass wir sterben. Sie machen das für sich und für uns gleichermaßen. Sie haben - unwissend wissend - die mutige Hannah Arendt verstanden, die in einer wunden Zeit sagte: "Einer muss aufräumen. Einer muss immer aufräumen." Ihr Satz bleibt in Erinnerung, weil er im Kontext so sachlich und so praktisch klang. Hannah Arendt lernte ich lieben, weil sie "Hans Würste" nicht übersteigert dramatisch beschrieb. Sie lief nicht in die ICH-Falle, in die UNS-Falle. Sie traute ihren Augen und ihren Ohren. Die Kinder von Fridays for Future trauen ebenfalls ihren Augen und Ohren: "Oma, was ist Schnee?" Sie fragen nicht die Mutter. Sie fragen die Alten, die Weisen. Sie springen Generationen zurück. Rudi Dutschke würde sich freuen - da bin ich mir sicher. In einer Zeit ohne politischen Zug (kommt nicht von Zucht), ermahnen genau jene Menschen Eltern, die für den Lehrermangel gesorgt haben. Erwachsene vergessen in Deutschland die Schulpflicht. Das ist neu. Kinder gehen auf die Straße. Sie kämpfen für eine Sache. Sie nehmen ihre Rechte wahr, mit allen Sinnen, die sie haben. Sie protestieren, leisten Widerstand. Sie haben sich eindeutig für das Leben entschieden. Das kann nur ein gutes Gefühl sein. Schulpflicht?! Die pseudopolitische Phrase empfängt kein Mensch. Das Lernen haben die Schüler mit 1 Plus bestanden. Die Lehre daraus ist übergroß. Eure Kinder schreiben Geschichte. Schreibt alles auf.

Die Party und die Rechtskunde

Die Party ist jetzt vorbei! Liebe Berliner und Berlinerinnen. Zunächst möchte ich mich für die vielen Vorfälle in meiner Branche entschuldigen! Wie der RBB vor kurzer Zeit aufdeckte, wurden Ärzte von Bestattern bestochen. Laut Strafgesetzbuch müssten sie im Gefängnis sitzen. Die Schwere der Tat macht dies absolut notwendig. Der RBB hat das nicht aufgedeckt, um Sie zu unterhalten oder zu lähmen. Der RBB deckte dies auf, damit Intitutionen, viele an der Zahl, handeln. Leider handeln sie nicht. Nun zur Rechtskunde, die ich als Bestattermeisterin beherrschen muss. Ich möchte Ihnen persönlich 2 Werkzeuge in die Hand geben, die meiner Branche die lästig und unpassende Kraft entzieht. Diese Kraft gehört Ihnen. Das Richtige zu tun ist ein ungemein gutes Gefühl. Das meint wohl auch Power to the People. Seit Jahren beobachte ich die Entwicklung in meiner Branche. Ich höre seit Jahren genau zu. Ich lese und dokumentiere seit Jahren sehr aufmerksam. Mir fällt auf, dass nicht ein Bestatter aussprach oder ausspricht, was vor allem für SIE rechtlich relevant ist. Der § 299/299a ,3, StGB: >>Wer als Angehöriger eines Heilberufs,… im Zusammenhang mit der Ausübung seines Berufs einen Vorteil für einen Dritten als Gegenleistung dafür fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, dass er bei der Zuführung von Patienten einen anderen im Wettbewerb in unlauterer Weise bevorzuge. << Mit dem § 299/299a haben Sie nun das 1. Werkzeug, jede Pflegeeinrichtung zur Anzeige zu bringen, die Ihnen einen Bestatter empfiehlt. Sollte man Ihnen sagen, dass ein Bestatter im städtischen Bereich eine Ausschreibung gewonnen hat, dann ist das für diesen Paragraphen irrelevant. Ein Beispiel: Ein Bestatter hat die Ausschreibung der Berliner Polizei/ des Berliner Senats vor Jahren für sich gewinnen können. Er überführt verstorbene Menschen, die von der Kripo aufgefunden werden, wenn Angehörige nicht unmittelbar erreichbar sind. Deshalb darf er aber keinen Werberummel in den Polizeiabschnitten oder in Kommissariaten veranstalten. Er wurde noch nie von der Berliner Polizei besonders erwähnt oder gar empfohlen. Er bleibt extern und so bleiben ebenfalls Daten geschützt. Ein seriöser Kollege, dem ich meine Ausbildung zu verdanken habe. Sollte man Ihnen eine Ethik-Diskussion zumuten, die aus Ihrem Verstorbenen eine Sache macht, dann greift Ihr 2. Werkzeug in städtischen Bereichen, der § 331 StGB, Die Vorteilsnahme: >>Ein Amtsträger, ein Europäischer Amtsträger oder ein für den öffentlichen Dienst besonders Verpflichteter, der für die Dienstausübung einen Vorteil für sich oder einen Dritten fordert, sich versprechen lässt oder annimmt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.<< Ein Beispiel: Im Jahr 2007 sagte ein Bestatter in einer Hamburger Zeitung aus: "Es sei doch auch in anderen Branchen üblich "für die Vermittlung von Aufträgen an Fremddienstleister" eine Vergütung zu erhalten." ZITAT ENDE! Der Mitarbeiter eines städtischen Friedhofes/Krematoriums gestand der Zeitung die Zusammenarbeit mit diesem Bestatter: "…erhält für jeden Sterbefall 150€ Provision." Ich habe die Hamburger Zeitung angerufen. Der genannte Bestatter hat seine Aussage nie korrigiert. Er ist nie gegen die Hamburger Zeitung vorgegangen. Laut Bericht zahlt er selbst einem Pfegeheim Provisionen für jede Vermittlung. Der Bundesverband Deutscher Bestatter darf die Dinge nicht mehr beim Namen nennen. Er erhielt laut Bericht einen Unterlassungsbeschluss von jenem Bestatter. Nun erhalte ich einen Unterlassungsbeschluss von ihm, weil ich die Dinge nicht beim Namen nennen darf. Ich werde die Ordnungshaft antreten, meine Schwester wird mich absolut würdig vertreten. Ich möchte dieser Gesellschaft, unter Mitwirkung der Presse, vorführen, wie schnell ausgebildete Menschen, die die Trauerkultur in Deutschland erweitert haben, die sich stets an gesetzliche Vorgaben hielten, im Gefängnis landen, weil einer Geld hat. Wenn meine Hinterbliebenen den Tod verkraften - dann verkrafte ich die Wäscherei einer Justizvollzugsanstalt allemal. Die Werkzeuge gehören in Ihre Hände!

Final gepflegter Journalismus

Richard Exner, der Literaturwissenschaftler, Lyriker und Übersetzer überlieferte vor langer Zeit: "Ihr müsst erst noch das Lesen lernen." So lernte ich das Lesen, dass das Sehen bedingt, dass die Aufmerksamkeit dafür bedingt. Ein final gepflegter Journalismus ist auffallend in diesen Tagen. Langsam absterbende Stile werden von Schreibenden begleitet: "Es ist bedrückend.", sagen sie. Bilder verstören sie. Ihr Narrativ ist immer die Causa. Journalismus wollte nicht sterben. Zu Tode kritisiert wurde er. Schreibende wollten ihn sofort heiraten. Erst kritisierten sie andere Paare. Dann krittelten sie an Journalismus rum. Heute pflegen sie ihn final. Ein schreibender Choral befürchtet Ressentiments - verabschiedet sich von Lügen, macht sich bar vor Gott und der ganzen Welt. Und die Schals fallen! Schreibende sind die Kartoffelsuppe, die der Journalismus nicht mehr essen mochte. Er wollte die Fangfrager, die Querdenker. Er wollte die Sensorischen. Er wollte die Aufdecker, die schreibenden Rasierklingen, die lyrischen Portraitisten. Schreibende stehen am Sterbebett eines der großartigsten Demokraten, den die Welt je gesehen hat - und sie summen wie Bienen; ihrer Texte nicht mehr sicher. "Wir müssen unseren Einheitssprech ändern, uns den Gefahren aussetzen, das Echokämmerlein verlassen…UND was das alles wohl kostet?!" Verschweißte Texte für die Mikrowelle machten den Journalismus satt. Auf die knorrigen Instantnachrichten musste er einfach heißes Wasser gießen. Journalismus sollte satt werden - nicht glücklich - nicht erfolgreich - nicht verehrt - nicht respektiert - nicht gefürchtet. Er sollte immer mehr in eine gesicherte Position gebracht werden. Genehmigungen soll er ordentlich einholen. Verlieren soll er Genehmigungen nie. Sonst muss er vom Nachhausekommen schreiben. Und das ist bedrückend, denn er soll seine Kinder ernähren. Sie dürfen keine Wutbürger werden. Die Überproduktion identischer Worte lässt die Nachfrage sinken. Journalismus war die vierte Gewalt im Staat. Umfragen-Journalismus schafft Ordnung. Vorgefertigt nichtssagende Antworten. Schon jetzt warten Hellseher, Wahrsager und diktatorisch narzisstische Spekulanten auf den toten Journalismus.

Leaving Neverland is not Wonderland

Leaving Neverland ist eine unglaublich sortierte und ruhige Dokumentation über 2 Männer, die Ihre Kindheit mit Michael Jackson beschreiben. Sie können erst über den Missbrauch reden, als sie in den Spiegel ihrer eigenen Kinder sehen. Diese Dokumentation zeigt unglaublich gut, wie schnell sich Familien blenden lassen, wie schnell sie gewillt sind, ihre Kinder einer übermächtigen Industrie zu übergeben. Zwei Mütter erzählen eindrucksvoll, dass sie verzaubert waren. Sie freundeten sich mit Michael Jackson an. Sie flogen um die Welt, fuhren in Limousinen, wohnten in Suiten - lebten im Neverland. Der Spaß, den ihre Söhne hatten, überdeckte die Tatsache, dass sie für Michael Jackson arbeiteten. Diese Dokumentation zeigt glasklar auf, wie Menschen einen eigentümlichen Mann verharmlosten, der gerne Uniformen und Armbinden trug; wie Menschen einen 30-Jährigen bis ins Kindheitsstadium kleinredeten und es normal fanden, dass 7-Jährige und 11-Jährige in seinem Bett schliefen. Diese Dokumentation zeigt, wie loyal Kinder sind, die ihren Eltern und ihrem Vorbild gefallen müssen, weil sie enorme Schuldgefühle tragen, wenn das Vorbild neue Buben bevorzugt. 2 Männer begründen ruhig, dass sie als Kinder nur schweigen konnten. Ihre unglaublich guten Instinkte funktionierten. Der Hass der ganzen Welt hätte sie und ihre Familien ruiniert. Die Wahrheit können sie erst Jahre später erzählen. Für den Hass einer weltweiten Fangemeinde waren sie - missbraucht, beschämt, benutzt - nicht stark genug. Sie pflegten die Lüge, bis die Wahrheit reif wurde. Eine Mutter sagte fast glücklich: "Ich bin froh, dass Michael tot ist." Es gibt wirklich Menschen, die fragen: "Wie kann eine Frau so etwas sagen?!" Es gibt Menschen, die behaupten: "Die beiden Männer erzählen diese Geschichten nur, weil sie Geld wollen." Warum wird die ruhige Wahrheit eigentlich so bekämpft? Michael Jackson bleibt für immer DAS Idol. Die beiden Männer können nur seine Opfer bleiben? Ich selbst bin auch froh, dass der Mann tot ist, der in einer Schlafanzughose zum Gericht ging. Sein Tod befreit viele 7-jährige Jungs.

Narzissmus in meiner Branche

Marschner_Klosprueche

Die toten Helden ehren

Die Lebenserfahrung zeigt, dass ein kollektives Gedächtnis keinen Platz für Helden macht: Wer war Maurice Bavaud? Wer war Hans Litten? Wer war Walter Auerbach? Wer war Willy Anker? Wer war Erich Baron? Wer war Irene Bernard? Wer war Prof. Heinrich Bollinger? Wer war Wilhelm Bollinger? Wer war Ria Deeg? Wer war Hans Deichmann? Wer war Maria Fischer? Wer war Jakob Gapp? Wer war Lina Haag? Wer war Kurt Ivo Theodor Huber? Wer war Oskar Huth? Wer war Gertrud Koch? Wer war Wilhelm Kratz? Wer war Erich Kuttner? Wer war Julius Leber? Wer war Schwester Maria Restituta? Wer war Hilde Marchwitza? Wer war Elfriede Nebgen? Wer war Carl von Ossietzky? Wer war Li Pungs? Wer war Doris von Schönthan? Wer war Hanna Solf? Wer war Jeanine Sontag? Wer war Jakob Steffan? Wer war Elisabeth von Thadden? Wer war Gerrit van der Veen? Wer war Otto Weidt? Wer war Dora Zeitz? Wer war Dietrich Bonhoeffer? Wer war Georg Elser? Wer war Carl Friedrich Goerdeler? Wer war Hilde Jadamowitz? Die Lebenserfahrung zeigt, dass kollektiver Narzissmus den gesunden Menschenverstand verliert.

Barmherzigkeit

>>"Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist eine weltberühmte Institution der medizinischen Forschung, Ausbildung und Hochleistungsmedizin. Seit dem 18. Jahrhundert blickt Berlin auf diese einmalige Geschichte, verbunden mit großen Namen der Wissenschaft, zurück." So wird die Charité auf Berlin.de präsentiert. Ein ehrenwertes Haus. Ein traditionelles Haus. Ein durch Generationen getragenes Haus. Die FDP fordert in diesen Tagen das Eingreifen der Staatsanwaltschaft. Die FDP muss aufpassen, dass ihr kein Unterlassungsbeschluss ins Haus flattert. Mein Gott. Die Charité hat bis 2015 versehentlich 700 private Patienten über ein Institut abgerechnet, das nicht existiert. Das kann doch mal passieren. Das war ein Irrtum. Der Artikel in der Morgenpost schadet dem Ruf der Klinik. Und wie kommt die Datenschutzbeauftragte, Frau Maja Smoltczyk, zu einer diffamierenden Aussage, dass der Charité ein Wille fehle, die Datenschutzregeln einzuhalten. Diese bedrohliche Frau muss man anzeigen. Die muss auch einen Unterlassungsbeschluss bekommen. Und diese impertinente Patientin, die das ins Rollen brachte - obendrauf über Gerichte die Löschung ihrer Daten fordern muss, sollte auch einen Unterlassungsbeschluss bekommen. Man kann wirklich seine Meinung sagen…aber doch nicht so. Das ist doch alles nicht so schlimm. Da muss man doch nicht den Staatsanwalt einschalten. Das kann doch eine Kindergärtnerin bewältigen. Die Charité wird zukünftige Rufschädigungen befürchten müssen. Die Apothekerinnen, die einen Nebenjob hatten, sollten uns hier nicht beeinflussen. Das war auch eine medial ausgeklügelte Strategie, um die Charité zu ruinieren. Meine Güte. Krebsmittel wirkten nicht - weil sie nicht gekühlt waren. Das war ein Versehen. Da wurde vielleicht ein wenig gemauschelt. Das ist doch nicht so dramatisch. Ich würde der FDP eine Strafe von 20.000 Euro aufbrummen. Der Datenschutzbeauftragten würde ich 5000 Euro aufbrummen. Und die Patientin sollte 35 000 Euro bezahlen - oder in Haft genommen werden. Das ist barmherzig.