So nimm denn meine Hände

Marschner_Box

Kalter Krieg

1. this is not america

Tulpen im Winter

Marschner_Tulpe

be brave

Der Trauerfall ist ein Fall von Liebeskummer. Ein sehr besonderer Liebeskummer. Ein Geliebter, eine Geliebte ist verschwunden, einfach fort, einfach so. Er oder sie zieht aus seinem Körper aus, tritt ein neues Abenteuer an. Niemand soll verletzt werden. Das ist nicht der Sinn des Lebens. Der Schmerz will kein Schmerz sein, der einen Hinterbliebenen in die Abgründe ziehen will. Die Geliebten haben sich schließlich nie getrennt. Sie werden auch nicht getrennt. Sie haben keinen Betrug begangen. Sie hegten keinen Groll. Der Schmerz ist ein Einzugsschmerz, kein Auszugsschmerz. Die Toten ziehen ein - in die Herzen. Sie schenken sich ganz und gar. Die schönsten Erinnerungen kommen solange auf Dich zu, bis Du es verstanden hast…und dann musst Du sie aufleben lassen. Das meint das Leben.

Das reiche Land

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Entkoppelte

Sprache und Gefühle wurden entkoppelt. Wahrheit und Lüge wurden entkoppelt. Trauer und Tod wurden entkoppelt. Liebe und Sexualität wurden entkoppelt. Dadurch eröffnet sich eine Börse. Man kann mit dem Tod handeln, weil die Trauer kein Maßstab ist. Man kann Körper verkaufen, weil die Liebe kein Maßstab ist. Man kann die Lüge verkaufen, weil die Wahrheit kein Maßstab ist. Menschen sind verwirrt, weil sie Maßstäbe suchen, nicht aber die entkoppelten Gegenstücke. Wo liegen all die vielen Gegenstücke? Wo werden die Gegenstücke gelagert, wenn jedes Mitglied einer Gesellschaft Yin&Yang entkoppelt? Wenn eine Gesellschaft Justiz und Grundgesetz entkoppelt, dann wird es keine Verhandlungen mehr geben, dann gibt es Deals, die man Prozessökonomie nennt. Edathy und Hoeneß konnten mit Justitia dealen, weil sie Geld hatten: Bewährungsstrafe. Geldstrafe. Prozesse entfallen einfach. Medien berichten über die Höhe der Geldstrafen. Am Rand erwähnen sie meist die Steuerzahler, die das leisten müssen. Jeder Leser stimmt natürlich zu. Sehr erlesene Medien berichten darüber, was das für Menschen bedeutet, die kein Geld mitbringen, die nicht dealen können. Die bekommen keine Prozesse mehr. Menschen, die von ihren Gefühlen entkoppelt werden, die in sich selbst alles mögliche entkoppelt haben, werden aus Gedenkstätten Spielplätze machen, aus Friedhöfen Picknickwiesen. Kürzlich zeigte mir eine Frau das Foto eines Soldatenfriedhofes: "So könnten Friedhöfe doch aussehen." Bei Booking.com findet man Unterkünfte in der Nähe des KZ Sachsenhausen. Politiker, von Menschen entkoppelt, sehen ein tief gespaltenes Land. Ich kann das nicht sehen, dieses gespaltene Land. Ich sehe Menschen, die es nicht fassen können, dass es Börsengewinner nach dem Crash 2008 gibt, die, wie Warren Buffett, billig auf den Index setzen. Das Handelblatt brüstet sich fast mit Buffetts öffentlicher Wette: Buffett, der Meister, und Ted Seides… Geist und Hirn wurden entkoppelt. Menschen in diesem Land, das nicht gespalten ist, müssen es nur fassen. Sie müssen dieses Treiben nicht erklären oder rechtfertigen. Sie müssen es ernst nehmen. Das ist alles. Sie sehen diesem Treiben zu, scheinen Jane Elliotts grünen Kragen zu tragen, den sie nur abnehmen müssen. Der Tod ist schon seit einer langen Zeit nicht mehr schlimm. Andernfalls gäbe es nur noch Liebe auf dieser Welt - und die ist entkoppelt.

Große kulturelle Momente

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Das Leben ist schön

Marschner_Normalitaet

Börse

Medien stecken nicht in der Krise. Die Springer Aktie steigt. 'Die Welt' kämpft. Die BILD.de ist die meistgenutzte Nachrichtenseite im Internet. Denken ist absolut out. Menschen werden gespeist. Frau Hayali vom ZDF hat das immer wieder gesagt: "Journalisten machen Fehler "...aber wir machen einen echt guten Job". Eben jene "politische Journalistin" vom ZDF postet Selfies im Kampfhubschrauber, gibt den Rechten, der 'Jungen Freiheit', ein Interview. In den letzten Jahren wurden Talkshows gezeigt, die die Experimente von Jane Elliott in den Schatten stellen. In den Shows 1.0 zeigte man Menschen, die Kopftücher trugen und man zeigte Menschen, die keine Kopftücher trugen. Menschen mit Kopftüchern wurden von ihrer Religion entkoppelt. Sie wurden mit Porschefahrerinnen verglichen, die ebenfalls Kopftücher tragen. Es ging bewusst um ihre Kopftücher. Es ging bewusst um unsere Frauenrechte, es ging um unsere Freiheit, es ging um unsere Kinder. In den Shows 2.0 hat man Menschen mit einem Kopftuch von ihrer "Bibel" entkoppelt. Man zitierte immer wieder und sehr bewusst bedrohliche Verse. In den Talkshows 3.0 hat man Politiker eingeladen und Menschen, die ein Kopftuch trugen, um über Terror zu talken. Religion spielte nun keine Rolle mehr, weil die in den Shows 1.0 erfolgreich entkoppelt wurde. Die Talkshows 4.0 zeigten dann die über Jahre aufgeheizten Menschen in Deutschland. Das ZDF schickte ihre "politische Journalistin" nach Erfurt, die 40 Jahre Sozialismus ausblendete, um die Rechten, die Anhänger der Pegida, in Deutschland zu zeigen. Die Philisophin, Frau Emcke, schrieb das Buch >>Gegen den Hass<<. Die Rechte Szene ist klar aufgestellt. Die Aktien der Medien steigen. Die Kanzlerin kommt aus der Mitte, rückt diskret nach rechts, beschließt die Obergrenze, Seehofer ist glücklich. Arbeiter und Flüchtende haben die berühmte A-Karte gezogen: Rechtsradikale BILD-Leser vs. Terroristen an den Grenzen. Das Land braucht alle Einheiten, die für die innere Sicherheit sorgen können. Auch Rentner werden radikaler. Eines Tages werden Bestatter an die Börse gehen und die Sterbehilfe forcieren. Der Aktienmarkt wird boomen.

NATO...da muss man raus!

Entschuldigung. Ich meine natürlich 'Nahtod…da muss man raus!' Die Schweiz diskutiert sehr sachlich und ohne Schubladen über die NATO. Den Nahtod diskutieren sie deshalb, weil sie den 2. Bündnisfall befürchten. In Deutschland kennt kaum ein Mensch den 1. Bündnisfall. Trump ist uniformes Thema. Er wird in den Medien als schlimmer Nahtod beschrieben. Und trotzdem will niemand aus der NATO. Die Ursula kauft Panzer; und Panzer fliegen nicht. Eine echte Friedensbewegung ist weder für den Nahtod noch für die NATO. Die Schweiz hat ja auch die OASE der Ewigkeit erfunden. Die Bestattungen in der Natur. Und jetzt sind sie in der Vorgruppe der NATO. PfP klingt nicht nach NATO. Der Nahtod ist fern. Die Schweiz soll im Cyberkrieg beschützt werden. Die Beschreibungen von Menschen, die eine Nahtoderfahrung gemacht haben, sind wirklich immer freundlich. Da gibt es ein helles Licht. Da gibt es Geborgenheit. Da müssen Menschen aus einem Lichttunnel geholt werden, weil diese Wärme und die Liebe so derart zieht…dass sie nicht mehr zurück in die NATO möchten. Menschen mit NATO-Erfahrungen berichten über einen inszenierten Rechtsruck, der den Linksruck verhindern soll. Da explodierte in der Vergangenheit auch schon mal ein Schiff von Greenpeace. In Deutschland darf man titeln: "NANU?! Eine Werbeagentur in Texas macht die Promotion für die europäischen Rechten?" In Deutschland darf man niemals titeln: "Steuert uns die NATO in den Nahtod? Ist Mr. Harris der Totengräber der Demokratie?" Wir dürfen das nicht, weil wir in der NATO sind. In der Schweiz kann man sich mit Uni-Professoren total sachlich unterhalten, über den Nahtod und über die NATO. Das wird sich ändern. Das ist schade, wenn Gesprächspartner wegfallen.

Konservativ ist nicht sexy

Der konservative Teil meiner Arbeit ist der anstrengende Teil. Dazu gehört zum Beispiel die Buchhaltung, die stimmen muss. Ich glaube, Europaparlamentarier belächeln das, weil sie steuerfreie Tagessätze von knapp 300,—€ erhalten. Steuern? Finanzamt? Mich macht das nicht wütend, weil ich den Faden nicht verlieren möchte. Ein sehr konservativer Teil meiner Arbeit ist die Abrechnung mit Sozialämtern. Die Krankenkassen arbeiten schon lange nicht mehr konservativ; und so entfiel das Sterbegeld. Wenn der Sohn einer Rentnerin stirbt, die Grundsicherung erhält, hat sie einen ziemlichen Papierkram zu erledigen: Vorlage des Mietvertrags, der Kontoauszüge, also Formulare. Die Risterrente ist nicht konservativ. Sie unterwandert die Grundsicherung. Konservativ ist in meinem Beruf die Grabtechnik zum Beispiel. Konservativ ist die Versorgung der Verstorbenen, die die Kollegen machen. Konservativ ist das Krisenmanagement. Wenn man Menschen sagt, dass sie in einer Krise stecken, bevor sie selbst fühlen, dass sie in einer Krise stecken, dann wirft man sie in irgendeine Krise, die man vermeiden könnte. Politisch meint das zum Beispiel, dass der Europaparlamentarier, Martin Schulz, eine Krise erkennen muss, die er nicht als Krise identifiziert: Hartz IV, Fall Edathy. Gazprom-Schröder sauniert mit Putin. Steinmeier und Glotaic. Im Grunde läuft die SPD seit Jahren weinend zu ihren Gräbern. Der Kanzler, Willy Brandt, wird nicht mehr helfen können. Und doch wäre es fatal, sagte man Herrn Schulz: "Sie stecken in einer Krise!" Das würde die SPD nur in die nächste Krise stürzen. Spirit ist nicht konservativ. Spirit ist der Teil, den ich in meinem Beruf richtig schön finde. Familien halten die Totenwache, helfen bei den Waschungen. Familien gestalten einen Abschied. Kinder gestalten. Die Musik wird ausgesucht oder selbst gespielt. Rituale werden erfunden. Phantasie nimmt einen freien Lauf, steigt wie ein Ballon. Der Trauerfall muss auf konservativem Boden abgefedert werden. Niemand sollte ins NICHTS fallen. Und dann, da bin ich mir absolut sicher, stehen Visionäre auf, die ihr neues Abenteuer tapfer angehen. Logik ist sexy!

Religionen

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Bio Valley

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Man wird ja wohl noch was sagen dürfen

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Challenge

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Happy Einheit

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Nichtwähler sind Totengräber der Demokratie

Der Tagesspiegel bezieht sich am 24.9.17 nicht auf Interviews, also auf eigene Arbeit. Der Tagesspiegel bezieht sich auf Internetforen. Etwa 17 Millionen Menschen werden nicht zur Wahl gehen. "Nichtwähler gelten vielen (Quellen fehlen) als Totengräber der Demokratie." Der Tagesspiegel titelt wiederum: "Nichtwähler gefährden nicht die Demokratie." Ich selbst bin eine Nichtwählerin und empfinde viele Wähler als eine große Gefahr. Ich bin Bestatterin. Ich bin keine Totengräberin der Demokratie. Das Wort "Totengräber" fand ich persönlich schon immer dumm, weil man dann auch gleich von toten Leichen reden/schreiben könnte. Allerdings weiß ich von anderen Nichtwählern, auch von anderen Wählern, dass sie nicht lebendig begraben werden möchten. Nichtwähler, so könnte man einräumen, empfinden Diktate in der Demokratie eventuell stärker als Wähler. Das könnte sein. Eine demokratische Mehrheit muss also nicht unbedingt demokratisch sein. Es könnte sein, dass viele Wähler gerne einem Diktat folgen möchten. Das könnte sein. Wer blickt schon auf sein Leben zurück und analysiert sich selbst: "Bin ich tatsächlich demokratisch?" Für mein Empfinden ist zum Beispiel die BargeldGrenze ein unglaublich dreistes Diktat, das aus dem Ehepaar Bundesregierung-Bank ein unerträglich diktatorisches Elternpaar macht. Es geht nicht um den grenzenlosen Zugriff der Finanzämter. Es geht um die Spur, die jede Kartenzahlung hinterlässt. Diese Diktatur wird sich auf den Polizeiapparat ausweiten; und dann kann man jeden Menschen beschulden und/oder verhören, weil die Bezahlung eines Biers neben einem Tatort getätigt wurde. Vielleicht haben 17 Millionen Nichtwähler das unmanipulierbare Gefühl, dass Europa ein ausschließlicher Geldpoker ist. Vielleicht haben 17 Millionen Nichtwähler das unangenehme Gefühl, dass Europa deutsch werden muss, um ein gutes Europa zu werden. Es könnte sein. Demokraten hätten Nichtwähler fragen können. Diktaturen berichten: "Nichtwähler sind die Totengräber der Demokratie." Dieser Satz klingt wie die über Generationen überlieferte Manipulation: "Negativwerbung ist die beste Werbung." Wir kaufen Produkte, die schlecht sind. Wir wählen also auch Parteien, die schlecht sind. Vielleicht fühlen 17 Millionen Nichtwähler, dass diese Gesellschaft sich von Demokratie entfernt, dass Parteien gute Programme beerdigt haben. Vielleicht wissen 17 Millionen Nichtwähler, dass man nicht nur eine Partei wählt; und vielleicht agieren 17 Millionen Nichtwähler enorm demokratisch, sozial und empathisch. Nur ein Diktator kommt auf "Totengräber der Demokratie." Ich bin demokratisch und genau deshalb konnte ich keine Partei wählen.