Nach dem Erbe ist vor dem Erbe

Marschner_Frieden
Wir brauchen zeitnah einen Bürgermeister. In diesem Wort steckt der Bürger und der Meister. Ein Bürger kennt seine Stadt, seinen Bezirk. Ein Meister kennt sein Handwerk. Er hat ein Ziel. Wir brauchen keine pampige Mutti mit offenkundigem Alkoholproblem. Wir brauchen auch keinen grinsenden Papa, der noch immer mit dem Pantoffel der Mutti kämpft. Eine Weddingerin, die ihre Stadt kannte, vererbt ihrem Bezirk 400 000 Euro. Das Bezirksamt weiß davon zunächst angeblich nichts. Die Frau wird als eine in Wedding lebende Person beschrieben. Jene Dame verfügt in ihrem Testament, dass das Geld für Heimkinder, Arme und kranke Kinder verwendet werden soll. Herr von Dassel, grüner Bezirksbürgermeister, weiß nicht was er machen soll - hat er doch klare Anweisungen! Er ruft eine Radiostation an und bittet die Bürger im Grunde darum, ein unmissverständliches Testament zu zerflücken. Am Ende könnte das Geld für Anwälte draufgehen. Am Ende könnte die Familie der Frau auf einer Zeugenbank sitzen, weil Narzissen im Mittelpunkt auslaufen. Jene narzisstischen Elemente machen aus einer Heldin eine Sache. Herr von Dassel rühmt sich im Radio im Grunde damit, dass er seinen Bezirk nicht kennt. Er unterschlägt den Namen einer Frau, die in dieser Zeit, angereichert mit städtischer Schlechtleistung, eine ganze Straße verdient hätte. Er kann es dieser Frau nicht gönnen. Denn dann müsste er in einen Spiegel schauen. Dann würde er erkennen, dass er kein Bürgermeister ist. Diese Person (!) aus dem Bezirk Wedding ist nämlich eine ersehnte Aufräumerin. Von Dassel nimmt einer Frau, einer Heldin den Namen weg, damit er auch weiter über Wutbürger pamphletieren kann, die es de facto nicht gibt. Es gibt Bürger. Diese Bürger haben Namen. Sie leben in dieser Stadt, also arbeiten sie für diese Stadt. Diese Bürger demütigen sich bereits selbst mit Altparteien, die nicht begriffen haben, dass Berlin eine Stadt ist, die ausschließlich von sozialen Menschen möglich gemacht wird. Vor 20 Jahren arbeiteten die Standesämter schneller mit der Schreibmaschine. Nachdem die Bezirke zusammengelegt wurden, gingen qualifizierte Mitarbeiter, Ausbilder, alte Hasen. Sie wollten nicht für ein Mutti-Desaster arbeiten. Das nenne ich Wut. Auf einem städtischen Friedhof fehlen in diesen Tagen Geräte und ausgebildete Grabtechniker, damit Gräber für eine Bestattung geöffnet werden können. Ich frage im Büro des Bezirksbürgermeisters, was er dagegen unternehmen wird. Eine Mitarbeiterin jammert und weint bitterlich: "Haaach. Der Bezirk hat kein Geld. Wir zahlen bei dem Fremdleister schon drauf." Sie spricht mit Wir und deshalb frage ich nach, wer genau für den Bezirk rechnet und warum Berliner draufzahlen müssen, wenn jemand rechnet. "Das weiß ich nicht. Das kann ich Ihnen nicht sagen." An den städtischen Wutgräbern erkenne ich bereits, dass alleinstehende Bürger Berlins wie Lästige verscharrt werden. Hoffentlich wissen die Bezirksbürgermeister Berlins, dass die AfD ausschließlich von Journalisten bekämft wird. Hoffentlich wissen Journalisten, dass Wutbürgermeister, die nie eine kaufmännnische Ausbildung genossen haben, den Dreisatz für telefonsiche Flötenkonzerte missbrauchen, die Köpfe von Profis verdrehen, die sogar im Schlaf rechnen können. Fachkräfte befördern keinen Fachkräftemangel. Die ewige Verteidigung und Verherrlichung von Coca Cola führte dazu, dass unsere Kinder mit Coca Cola - an Backpulver - die Toiletten erfolgreichst reinigen. Das nenne ich Pioniergeist. Die verstorbene Dame aus dem Bezirk Wedding hatte Pioniergeist. Sie hat aufgedeckt wo die Narzissen sitzen.