Die Liebe und der Zaubertrick

Marschner_ohne_Zauber
Heute sagte ein Radiobeamter, der an das Mikro durfte: "Vor unserer Redaktion arbeiten Kanalarbeiter." Es folgte eine selbstmitleidige Pause. "Das ist ja auch keine schöne Arbeit." Ich dachte: "Die GEZ behauptet auch seit 1 Jahr, dass ich hier wohne. Flippt doch einfach alle aus." Ich finde, Berlin braucht mehr Naomi, mehr Charming Radio, mehr Diddy. Ja! Berlin braucht mehr Diddy. Ich komme mit falschem Selbstmitleid schwer klar: "Ich muss die Kanalarbeiter sehen. Ach. Das ist so übel." Das ist dermaßen 1970. Der Zauber ist vorbei. Das kommt schon rüber. Was ist dann aber die Krönung des Lebens? Wie soll der Abschluss dann sein? Bisher habe ich nur einen einzigen Menschen getroffen, der nach dem Tod seiner Eltern gesagt hat: "Mein Vater liebte die Frauen. Meine Mutter liebte die Menschen." Gemeint war nicht ein fauler Zauber. Gemeint war die Liebe. Und natürlich ist die Liebe eine große Anarchistin! Sie ist eine Selbstbestimmte. Sie geht eigene Wege. Sie ist Naomi. Sie ist Diddy. Nanu. Sehe ich da übrigens ein Kreuz bei Diddy? Tatsächlich. Er ist gläubig und crazy. Er hat seine Kanäle gepflegt. Der Bürgermeister, der Herr Müller, pflegt seine Kanäle nicht. Er ist sehr betroffen, dass in Berlin 900 Siemensmitarbeiter entlassen werden müssen, weil Siemens in Tschechien Profit machen muss. Merkwürdigerweise sitzt Herr Müller im Aufsichtsrat der städtischen Charité, schmeißt die Toten aus dem Haus, verschenkt die Patho an einen Bestatter. Am Ende wird der Trauerredner zum Lügner gemacht. So wird der Spirit aus der Liebe gepresst. Man macht aus ihr einen Zaubertrick.