Wer anderen eine Grube gräbt...

Marschner_FDP_Lindner
Ich vertraue Politik nicht, weil Politiker Politikern misstrauen. Vor der Wahl: Plakate, Plakate, Plakate an jeder Straßenlaterne. Plötzlich sind alle sichtbar. Das birgt eine sehr tragische Komik. Ein Plakat der FDP hängt weit oben. Herr Lindner vertraut also seinen Berufskollegen nicht. Recht hat er. Ein junger Arbeiter kommt ins Bild, der den SPD-Martin Schulz abmontiert und ein CDU Plakat anknüpft. RESPEKT. Den Herrn Schulz klemmt er, wie seine 200 Kabelbinder, unter den rechten Arm, geht zur nächsten Laterne und montiert das nächste SPD-Plakat ab. Der Herr Lindner wusste also bereits vor der Wahl, dass die Frau Merkel die Straßen zweimal bearbeiten lassen wird. Taxieren wird immer als eine Traktierung wahrgenommen. Lebendige Politik liegt also in weiter Ferne. Nun bekam ich heute Post von der "Regenbogenpolizei". Ich schälte den Kern des Briefes heraus und las: "Böse Frau Marschner. Gute, arme, sich aufopfernde Frau Hayali." Ich muss also den ökonomisch geschäftlichen Boden verlassen, betrete den Bereich der humanen Trauerpsychologie. Ich sehe eine mächtige staatlich aufgeblasene Organisation. Für diese Organisation arbeitet eine Frau, die autonome, wilde und lebendige Frauen aus dem sichtbaren Leben wirft, weil ihr der Gang über den roten Teppich so am Herzen liegt. Die wilde Punkerin war schon nach dem ersten Foto verschwunden. Ein Madonna-Coexist-Shirt verkommt in Sekunden zum flachen Werbeplakat. Nun lebt jene öffentliche Frau seit Jahren mit einem Hund zusammen, um ihre bedauernswert diktatorischen Strukturen rechtfertigen und kultivieren zu können. Ein Hund hat zu hören. Ein Hund wird gefüttert, sitzt brav in einer Talkshow. Das treibt sie an; und sie findet unaufhörlich jene diktatorischen Strukturen im Gegenüber, das ihr die Reibung gibt, also das Gefühl: "Ich bin eine tolle, ich bin eine gute Frau." Nichts anderes spiegelt sie auf Twitter. Sie kontrolliert, verklagt und taxiert die Follower, weil sie den kleinen roten Teppich nicht verlieren möchte. Sie könnte nicht 1 Meter Freiheit teilen, weil sie an der Leine einer Organisation liegt, die Politik macht, also keinen Journalismus! Frau Hayali ist es nicht vergönnt, journalistisch zu arbeiten. Sie ist Teil einer Szene, die sie selbst gestaltet. Sie ist also nicht arm; sie ist eine Feder an politischen Hüten und genau dafür hat sie ihre Preise bekommen. Wenn es freie Journalisten gibt, wenn es kooperierende Politiker gibt - dann kann ich meine eigene Oma in aller Ruhe auf dem Friedhof besuchen.