Bis zum Mond...und wieder zurück

Moonland
Die Menschen machen es noch immer! Sie glauben, dass Menschen, die sich das Leben nehmen, grauenvolle Menschen sind. Nach dem Erscheinen meines Buches begegnete ich Menschen, die mir von ihren grausamen Müttern erzählten. Ich fand das als Einstieg für eine unverbindliche Begegnung völlig unangemessen und indiskret. Erst später stieg ich dahinter, dass sie mein Buch gelesen hatten. Sie dachten alle, dass meine Mutter ein grausamer Mensch war. Was für eine Mutter nimmt sich das Leben? Es kann nur eine grausame Mutter sein. Sie trugen dieses kleinherzige und kleinliche Glaubensbekenntnis in sich, um die Selbstreflexion abschalten zu können. Unglaublich abstoßend fand ich die Tatsache, dass mich fromm eifernde Negativität verbinden sollte. Die Generation meiner Eltern wurde mit einer unfassbar gewalttätigen Bigotterie gedrosselt und erdrosselt. Ulrike Meinhof, bis heute eine sensationelle Journalistin, hat nicht deshalb geschossen, weil sie Bock auf eine Revolution hatte. Sie, die Journalistin, wird bis heute verehrt und sie wird für genau diese Verehrung verdammt. Eine Frau, eine Deutsche, geht nicht in den Widerstand. Die Bigotterie muss bis heute in den grausamen Spiegel der Ulrike Marie Meinhof sehen. 'Da gab es eine sehr gebildete Journalistin. Sie kam aus gutem Hause. Erst war sie eine von uns. Sie fuhr sogar in einem Porsche. Sie hatte einen Mann. Sie hatte eine gute Arbeit. Und dann….plötzlich…aus heiterem Himmel…ging sie in den Untergrund! Heute müssen wir die Frau Meinhof 'Terroristin' nennen. Sie hat geschossen! WIR waren stets die guten Deutschen.' Niemand wollte so eine Frau beerdigen! Man wollte nicht etwa den eigenen Glauben pflegen. Man musste die Nachahmer und Nachahmerinnen erdrosseln.