Soulmusic

Marschner_BVG
In der Musik liegt ein sehr großer Trost, der über viele Jahre tragen kann. Du hörst ein Musikstück - und dann wirst Du belehrt. Du musst Bach und Brahms und Mozart und Beethoven verstehen. Dein Verstand muss die Noten spiegeln. Du musst wissen, welches Orchester wann und warum…Du musst quasi dirigieren können. Und dann usurpierst Du, damit die Musik Dich zu den fernen Orten tragen kann. Sie gehört Dir. Sie dient einem Zweck - wie ein Konzertticket. Für eine Trauerfeier sollte man immer die Musik auswählen, die ein Verstorbener wirklich gerne mochte: Rock, Pop, Schlager, Jazz, Chanson, natürlich auch Klassik. Musik ist eine Verbindung zu allen Menschen in einer Trauerhalle. So gesehen ist jede Musik Soulmusic. Es ist keine Soulmusic, wenn ein Rockfan zum Abschied Brahms bekommt. Interessant ist, dass sich Musikstile niemals stören, so, wie zum Beispiel ein unkultivierter "Türsteher" auf einem Kreuzberger Friedhof stören kann. Für den Eingang einer Zeremonie Brahms und für den Ausgang einer Zeremonie Aretha Franklin beschreibt keine Störung, weil die Seelen der Gäste mit dem Tod eines Menschen angesprochen wurden. Jazz habe ich erst auf einem Friedhof verstehen können; weil Jazz auf einem Friedhof Soul ist. Ich glaube, die Kategorien schaden der gesamten Musik. Sie wird immer nur seziert; und damit verschließt sich das innere Ohr.