Seele
12/06/26
Die wunderbare Marlene Dietrich hinterließ ihr Lied: "Sag mir, wo die Blumen sind." Sie meinte in ihrer Zeit nicht die Blumen. Sie meinte Seele. Sie sang es kühl und herb. Sie sang es fast soldatisch. Heute sollten Menschen in Deutschland wissen, dass die 68er Generation nach dem Zweiten Weltkrieg versuchte, stets verlachte Seele zu finden, zu zeigen, zu reparieren. Sie gingen, wie Michel de Montaigne, auf Reisen. Sie suchten. Sie suchten und beobachteten Seelen in anderen Kulturen. Sie installierten Psychotherapien. Sie installierten alternative Kinderläden und Jugendheime. Sie installierten Yoga und Meditation. Sie pilgerten. Sie installierten andere Religionen. Sie trugen Dreadlocks und Rasta Braids aus anderen Kulturen. Sie folgten und äfften. Sie wollten nicht mehr führen. In dem Wort führen steckt für Deutsche bis heute der Teufel, der ihre eigenen unterdrückten Geister aufleben lässt. Damit werden sie aber zu Folgenden. Der Teufel spielt mit allen Seelen. Er missbraucht. Das ist sein Job. Er schlüpft in die Kleidung der Eitlen, der Gierigen, der Machtsüchtigen. Seine liebsten Freunde sind die Einfältigen, die Käuflichen, die Sinnlosen, die Willigen, die überhaupt nicht wissen, was Seele bedeutet. Seine Deals laufen mit Menschen, die ihren Mangel, ihre Defizite, ihre Minderwertigkeitskomplexe gerne und schnell tauschen wollen. Er schenkt ihnen schnelles Geld, Aufmerksamkeit, teures Zeug, Liebhaber. Er schenkt ihnen Folgende, Follower. Der Teufel ändert ihre geistige Verfassung. Sie blenden jedes Gegenüber aus. Sie lachen über den Tod. Sie fühlen sich unsterblich, ewig jung. Sie führen. Sie bedienen sich, immer auf Kosten der anderen. Sie laufen. Sie erkennen nur offene Türen. Sie reden und reden, was immer sie wollen. Sie wollen immer den Mittelpunkt. Sie verlieren nie. Sie assimilieren sich, aber der Teufel ist der König der Arschlöcher. Er ist wahrhaft frei. Er fühlt sich an keinen Vertrag gebunden. Eines Tages verlässt er jene Menschen, weil sie ihn zu Tode langweilen. Zurück bleiben unterentwickelt stammelnde 60-jährige Menschen, die im Spiegel Falten sehen. Der Teufel ist mies. Er sagt: "Schau, wie faltig Du bist! Schau, wie aufgedunsen Dein echtes Gesicht ist. Du bist allein und alt und Du redest wie ein stammelnder Teenager. Schau nur, wie schön die Menschen in Deinem Umfeld sind. Schau, wie erfolgreich und friedlich sie sind! Du bist nur billig, gierig und ungebildet." Der Teufel geht mit eingekauften Geistern und Seelen. Er mixt sie zusammen. Das muss bitter sein, wenn man ohne Seele durch dieses Leben läuft. Es muss sich ekelhaft anfühlen, wenn man fremde Geister und fremde Tote hören kann. Es muss furchtbar sein, wenn man lächelt und nichts fühlt. Es muss ein grausamer Spiegel sein, wenn im Außen nur noch Kameradenschweine unterwegs sind, die das Geld holen, das man selbst holen wollte. Man muss sich extrem lächerlich fühlen, wenn man vergeblich führen will und alle lachen. Es muss an Selbstekel grenzen, wenn jeder Verbündete nur ein Spiegel ist, der eine arme Witzfigur zeigt. Der Teufel ist eine Drecksau, der mit jedem Deals hat, die er nicht einzuhalten gedenkt. Wie sterben solche Menschen? Wer sollte zur Bestattung kommen? Es gibt tatsächlich Menschen, die man nicht verabschieden muss. Jeder sucht sich das selbst aus. Wichtig ist nur….wo ist Seele im Politikbetrieb? Wo ist der Politiker mit Seele? Wo sind die Meister mit Seele? Wo sind die Firmen, die Seele haben? Wo sind die Wohnhäuser, die Seele haben? Diese Frage muss Antworten finden!