Deutschland irrt

In Deutschland demonstrieren Menschen. Sie gehen auf die Straße. Sie glauben fest, dass sie gegen Rassismus sind: "Wir sind die Brandmauer!" Wie lächerlich, denn selbst bei Kindesmissbrauch schaut die Brandmauer lange weg. Bei einer Hamburger Demonstration hält ein Mann ein Schild hoch: "Hamburg bleibt bunt." Faktisch sieht man keine bunten Menschen bei der Demo. Der sozioökonomische Strukturwandel hat Städte verändert. Zahlungskräftige Banken haben billige Kredite an willige Menschen vergeben, die zahlungskräftig auftreten sollen. Menschen mit hohen Gehältern sollen hohe Mieten zahlen, mit denen Scheineigentümer ihre Kredite tilgen. So spült sich das Geld zurück zu den Banken. Gentrifizierung ist der Deckmantel für einen lupenreinen Rassismus. Keine Bank investiert in ein Haus, in dem Sinti und Roma leben. Kein Auslandsinvestor steckt sein Geld in ein Haus, das besetzt werden könnte. Die Tatsache, dass ich mein Geschäft an arabische Geschäftsleute vermieten könnte, löst in diesem Haus ein hysterisches Beben aus. Schicken die Trudeaus, Trumps, Putins und Xis ihre Kranken und Gebrechlichen? Ja. Sie ziehen ihnen hübsche Kleidchen an und sie geben Ihnen billiges Geld in die Hand; und die Gebrechlichen gehen dann groß einkaufen. Ihr Geld kommt immer von den Banken. Mit diesen Geldhändlern schließen die Kranken und Gebrechlichen einen stillschweigenden Vertrag. Sie werden die widerlichsten Rassisten, die die Welt je beobachtet hat, denn sie kaufen billig und vermieten extrem teuer. So fallen Syrer, Rumänen, Bulgaren, Polen, Jamaikaner, Afrikaner ins Getto. Es sei denn…sie sind die Gebrechlichen, die sich schicken lassen. Die echten AUSLÄNDER, die, die ein unsinniges und albernes Leben führen, die stinken, die an einem Verfolgungswahn leiden, die laut sind, die dauernd sabbeln müssen, sind die BANKEN. Sie waschen den Rassismus rein, den sogar die Medien fressen. Meine Särge sind bunt, da sie von Familien unterschiedlicher Herkunft bemalt werden. Hamburg ist hellgrau. Berlin ist krank. Kein Afrikaner sagte: "Ich gehöre zu den Bunten." BANKEN, diese miesen Ausländer, lenken Kriege über Geldflüsse. Sie frieren Konten ein. Sie frisieren Bilanzen. Sie finanzieren Trump! Diese Ausländer machen aus redlichen Menschen Kriminelle. Sie tauschen sie quasi aus. Sie nehmen ihr Erspartes und investieren es. Sie lassen Afrika verhungern, um an die Schätze zu kommen. Sie sind dumme Diebe, die sogar an ihrer Börse mit Zucker spielen. Offenkundig haben diese Ausländer keine gute Kinderstube genossen. Sie haben sicher keine Schulen besucht, keine Ausbildung genossen. Natürlich arbeiten Banken unter dem Niveau von Affen. Die "Affen" von Game Stop haben es an der Börse bewiesen. Die Banken konnten nur durch synthetisch produzierte Aktien und durch Manipulation den Kurs drücken. Gewonnen haben jene Affen denen es nie um Geld ging. Banken haben die SEC in die Pfanne gehauen. Die SEC gehört fortan zu den Gebrechlichen und Kranken. Antifaschismus ist heute ein Luxus, den sich alte reiche Kinder leisten, die Muttis Wohnung über die Börse AirBnB vermieten, einen indischen Fahrradboten bunt finden, um ihren Rassismus hellgrau färben zu können. Bin ich selbst eine Rassistin? Selbstverständlich bin ich nur dann gesellschaftsfähig, wenn ich rassistisch bin. Andernfalls muss ich diesem System die Stirn bieten; und dann bin ich eine Terroristin! So funktioniert der Westen. Julian Assange und Edward Snowden sind auch berühmte Antifaschisten. Sie haben auch strategisch kalten Rassismus aufgedeckt. Oder etwa nicht?! "Wir sind die Brandmauer!" Dieser Slogan ist zynisch.

Sei einfach leise, Deutschland

Ich würde Politikern und Journalisten in Deutschland dringend den Leisegang empfehlen. Herr Merz kann über seine Tätigkeit bei BlackRock nachdenken, denn BlackRock wird sicher nicht über deutsche Politik nachdenken. Herr Scholz kann über Bankenskandale im Land nachdenken. Herr Habeck kann über Energieverschwendung nachdenken, denn Geld ist Energie. Frau Baerbock sollte buchstäblich auf dem Trampolin über die Umsetzung politischer Loops nachdenken. Herr Lindner sollte dringend über Lieferketten nachdenken. Frau Weidel sollte über ihre Poolposition nachdenken. Und während sie nachdenken, können sie ihre Behörden aufräumen, neu aufstellen, den Muff aus den Räumen lüften und sie modernisieren. DER SPIEGEL bestattet Deutschland. Obendrauf hält er peinlich rassistische Trauerreden: "Vergesst Usher - it´s >>Swelce<< Time!" Eckhard und Jonathan, Bastelnde, erklären ein traditionell amerikanisches Sportspektakel. Dabei vertilgen sie sicher die Stapelchips von Pringles, weil das Männchen mit dem schwarzen Bart beide inspiriert. Am Ende transportieren sie zwei Weiße und einen ganz kleinen Usher, der beim Super Bowl singen darf. Usher könnte schon heute den SPIEGEL kaufen und aus Spass wegwerfen. Macht er aber nicht. Das ist wahre Größe. Pringles will sich die Werbung beim Superbowl leisten. Zwei sicher unterbezahlte Angestellte beim SPIEGEL verstehen das amerikanische Wirtschaftskonzept nicht. Taylor Swift transportiert und belebt den Superbowl in ihrer Fangemeinde, die sich erst jetzt für den Super Bowl interessiert; ihr Freund Travis Kelce von den Kansas City Chiefs wurde zum Leben erweckt. Eckhard und Jonathan sehen nicht, dass hinter Taylor Swift eine mächtige wirtschaftspolitische Maschine steht, die Amerika immer an der Spitze der Welt halten wird. Die meisten jungen Menschen in Deutschland verorten die Eisbären am nördlichen Polar und Alba erinnern sie als Schriftzug auf Mülltonnen. DER SPIEGEL ist nicht mehr ein journalistisches Medium. Der Spiegel ist eine Art Broker. Wir hatten Glück, dass RUN DMC Adidas liebte. Wir müssen Madonna dankbar dafür sein, dass sie den Puma Mostro trug. Dieses esoterische Börsengefühl entsteht, wenn Menschen nur noch die Nachricht kaufen und schlucken. China ist der Feind. Die Aktien sinken. Russland ist der Feind. Die Aktien sinken. Amazon ist amerikanisch. Das Leben von Bezos wird verfilmt. Die Aktie steigt. Apple ist amerikanisch. Das Leben von Steve Jobs wird verfilmt. Die Aktie steigt. BlackRock ist der weltgrößte Vermögensverwalter auf dem Parkett. Die Nachricht wird gekauft. Und hier kommt der Kicker: Europäische Anleger zerstören ihre eigenen Märkte, streicheln und füttern das trojanische Pferdchen; und Herr Scholz möchte, dass kinderlose Boomer ihre Rente an der Börse verzocken. Wir sollen also nicht Werbepartner der Eisbären werden. Wir wollen ALBA über ALBA entsorgen lassen. Die Boomer sollen Deutschland bestatten. Ich sollte meine neuen Samba von Adidas schnappen und Sportfotografin in den USA werden. Dort sollte ich traurige Sportler fotografieren, die über einen Spielverlust bitterlich weinen können. Und um es mal ganz amerikanisch zu schreiben. Ich habe die Trauerkultur in Deutschland aus Überzeugung verändert. Ich habe das Land bereits verändert. Ich habe es verändert, weil ich die meiste Zeit leise war. Ich kaufte nie eine Nachricht. Ich hörte anderen Kulturen zu. Ich nahm andere Kulturen ernst, um dann Kollegen, Menschen und Journalisten von meiner eigenen Arbeit zu überzeugen. Im Moment habe ich das Gefühl, dass fundiertes Können und fundiertes Wissen erstickt und bestattet werden soll. Die Nachrichten werden schlicht gekauft. Da gibt es die Nachricht von Wohnungseigentümern, die hoch im Kurs gehandelt werden. Mieter sind fallende Aktien. Tatsächlich haben Eigentümer keinen blassen Schimmer von Eigentum und deshalb überlassen sie ihre kleinen Anteile einer breiten Front von "Verwaltern", die keine Ausbildungsnachweise vorlegen können, die die Gesetze also nicht kennen, ergo falsche Abrechnungen erstellen. Da gibt es Nachrichten von Politikern, die meine Intelligenz mit Waschlappen-Theorien beleidigen. Es ist übrigens eine alte amerikanische Weisheit, die sinngemäß meint: "Wenn Du nichts Freundliches sagen kannst, dann sei einfach leise." Deutlich erkennbar ist heute, dass Deutschland ein gefährlicher Lebensraum für viele Menschen geworden ist, was eindeutig auf eine schlechte und laute Politik - ohne jede Vision - hinweist.

Partei ergreifen

Mit einem Todesfall müssen Hinterbliebene Partei für ihren Verstorbenen ergreifen. So werden sie Teil einer stets gegenwärtigen Geschichte. Die Beleidigung der Toten gilt weltweit als unmoralisch. Nicht selten ist sie strikt verboten, steht sie auch unter Strafe. Hinterbliebene erkunden, mehr oder weniger, ihr neues Diesseits und ein unbekanntes Jenseits. Deutsche Politiker - auf seltsame Weise immer der gleiche Typus Mensch - ergreifen keine Partei. Sie weigern sich; und deshalb sind sie nicht mehr Teil der Geschichte. Sie ergriffen nie Partei für die 68er-Generation. Sie ergreifen keine Partei für Alte. Sie ergreifen keine Partei für Kinder, für alleinerziehende Mütter, für Arbeiter, für Handwerker. Sie ergreifen keine Partei für Künstler. Sie ergreifen keine Partei für Religionen. Deutsche Politiker ergriffen nie Partei für gelebte Vielfalt. Deutsche Politiker sind Deutsche! Wenn sie über Antisemitismus sprechen, sich in ihrem Elend suhlen, dann sind Juden plötzlich keine Deutschen mehr. Wenn sie über den Islam reden, dann sind Muslime keine Deutschen mehr. Wenn sie über Homosexuelle reden, dann sind Homosexuelle keine Deutschen mehr. Herr Steinmeier und Herr Scholz sind uniform. Vielleicht beherbergt die SPD die meisten Rassisten? Wer an der Bildung spart, der will Gastarbeiter, die die deutsche Sprache nicht lernen müssen. Wer die deutsche Sprache nicht spricht, der kann nicht Betriebsrat werden, der kann nicht Gewerkschafter werden, um für gerechte Löhne zu kämpfen. Medien decken die gerichtlichen Verfahren von Donald Trump auf. Sie entfernen sich mehr und mehr von gegenwärtiger Geschichte in Deutschland. Zu diesem Teil der Geschichte gehört prominent die deutsch-deutsche Gina Lisa Lohfink. Einst ein freches und lustiges Girl. Schon heute eine durch fragwürdig an Pharmakonzernen haftenden Medizinern aufgepustete Frau, die die Politik in Deutschland klar und deutlich symbolisiert. Sie hat in die Ausbildung ihrer Brüste investiert, in die Ausbildung ihrer Lippen. Das ist ein schnelles und teures Ausbildungskonzept. Die Brüste symbolisieren hier quasi ein trainiertes Gehirn. Die Wahrheit wird durch die Lüge ersetzt. Ein Porno wird kurzerhand zur Vergewaltigung erklärt. Frau Lohfink interpretiert die betenden Hände von Dürer vor dem Gerichtsgebäude und Frau Schwesig von der SPD eilt zur Stelle und schon ist die Lüge Politik. Dank an Richter Fischer vom Kammergericht Berlin, der dieses narzisstische Theater dann endlich beendete. Frau Lohfink scheiterte nicht, weil sie ihre Brüste zu groß ausgebildet hatte. Sie scheiterte, weil man mit einer Brustausbildung keine guten ausgefeilt fundierten Theaterstücke inszenieren kann. Selbstverständlich gibt es Menschen, die Frau Lohfink wundervoll finden, die ihr Aussehen groß und unartig finden. Sie ist auch ein Teil der Welt; und mächtige Männer, wie Donald Trump, lieben sie ganz sicher. Sicher würde Trump sagen: "So true." Und so gelangt die Lüge in die Politik. Nicht die AfD ist die Gefahr. Ministerin Schwesig im Amt ist die Gefahr, die offenkundig keine Lebenserfahrung und keine Vorstellungskraft hat. Auch Frau Roth ist eine Gefahrenquelle. Sie saß tatsächlich in einer Talkrunde und hat einen manifestierten Teil des Grundgesetzes, auf Papier dokumentiert, laut, also mit "dicken" Lippen, bestritten. Über ihr darf ich jetzt auch mal was sagen kam sie leider nicht hinaus. Es war hörbar die Essenz ihrer politischen Ausbildung im Staatsdienst. Ein Kanzler, der sich nicht erinnern kann, ist eine Gefahr im Staatsdienst. Seine schlechte Charakterausbildung kostet viel Geld, das Menschen in diesem Land aufbringen müssen Die Gedächtnislosen und die Gedankenlosen im NSU-Fall kosteten Leben. Hier öffnen sich die Türen. Bei fokussierter Angst, dass Frau Weidel Kanzlerin werden könnte, spaziert eventuell Frau Lohfink in den parlamentarischen Raum, die auch mal was sagen möchte, die endlich politisch gesehen werden möchte. Vielleicht borgt sie sich das Geld bei der Deutschen Bank. Die muss gerade ihre dicken Lippen korrigieren lassen. Donald Trump, ihr Bruder im Geiste, macht es ihr vor. Er ist der typische Amerikaner seiner Zeit. Er bezahlte und finanzierte Politiker und nun macht er selbst Politik. Diese gesellschaftlichen Blähungen erhöhen natürlich die Auflagen. Wenn also ein Herr Steinmeier von der SPD ein nie wieder von sich gibt, dann glaube ich ihm nicht mehr. Er ergriff nie Partei. Für ihn waren Menschen jüdischen Glaubens nie Deutsche. Für ihn waren es Juden in Deutschland. Und da auch den Homosexuellen sprachlich die Staatsbürgerschaft aberkannt wurde, ist Alice Weidel eine deutsche Schande im ultrarechten Flügel. Die Tatsache, dass sie homosexuell ist, wird nicht erinnert. SO spaziert die Lüge ins Parlament. Nun denken Eintagsfliegen, dass ich die AfD wählen müsste. Das entlarvt, dass niemand für die in Deutschland hochausgebildete, heute überqualifizierte erste Nachkriegsgeneration Partei ergreift. Diese Generation kultivierte die Außerparlamentarische Opposition - frei nach dem Prinzip go outside the box.

Sektion am Schöngeist

Gestern fuhren Traktoren durch die Stadt. Grüne "Dinosaurier" sammelten sich am Großen Stern. Ihre röhrenden Geräusche verkündeten die Ankunft in der Hauptstadt. Gedanken an das Landleben sind immer auch gefärbt und geprägt durch Schreibende. Der reisende Michel de Montaigne hat in seiner Zeit viele Bauern in Europa gesehen. Amerikanische Legenden sind bis heute Viehtreiber und Pferdezüchter. Ralph Lauren verfolgt das Thema bis heute. Die Waltons waren erstrebenswerte Farmer. Farmer prägen die Modelandschaft maßgeblich. Eine double Denim von Levis liegt heute hoch im Kurs. Im Beamtenstaat Deutschland lacht man bis heute über Bauern. Ein Bauer trägt Gummistiefel. Er steht im Stall - die Kuh daneben. Er rülpst. Er ist ungebildet. Er ist grob. Er ist grimmig, also muss er wohl auch irgendwie rechts sein - denn er hat keine Tugenden! Der berühmte fahrende "Eiermann" schlug in den 70er Jahren eine charmante Glocke in den Straßen Berlins. Meist gab er einen eigenen Singsang dazu. Die Kundinnen kamen aus den Häusern und standen Schlange an seinem Wagen. In meiner kindlichen Phantasie kam der "Eiermann" direkt vom Land. Er machte seine lange Reise zu uns in die Stadt. Er verkaufte Spezialitäten, die es in berliner Geschäften nicht gab. Frigidus wurde er später durch fahrende "Kühlschränke" ersetzt. Der Rufmord verdrängt! Es ist immer der Rufmord, gepaart mit einer dümmlich lachenden Schadenfreude, wirtschaftlich totaler Ahnungslosigkeit und bahnbrechender Unbildung. Das Schwein ist DAS Synonym für Glück. Die Mär von der dreckigen Sau ist nur ein Beweis für die geistige Speisekarte jener Rufmörder - mehr nicht. Die Suizidrate bei den Bauern ist höher als in anderen Branchen. Der politische Rufmord ist heute unumstößlich manifestiert. Die Umsätze sinken. Und wie geht es dann weiter? Der Bauer eines kleinen Hofes geht in den Wald. Dann schießt er sich mit der Nagelpistole einen Stahlnagel in die Schläfe. Vielleicht nimmt er auch ein Seil und erhängt sich in der Scheune. Zwischen all den Säuen hängt er. Wie lange? Konnte er einen professionellen Galgenstrick binden? Dann hat er sich im besten Fall das Genick gebrochen. Der Tod trat schnell ein. Er erstickte über Minuten, wenn er keinen Galgenstrick binden konnte. Seine Beine und Arme zuckten länger. Seine Augen haben sich verdreht. Das Seil hat sich in jedem Fall in seinen Hals geschnitten. Sollte hier eine gewisse Prüderie aufkommen - so ist das nur ein gespieltes Echauffieren in einem falschen Manifest. Denn jener schmutzige Bauer, unter dreckigen Säuen lebend, war ungebildet und dumm. Sicher war er aggressiv. Schon das Skript vergessen? Nach politischem Manifest hat die dumme Sau den Tod verdient. Sicher hinterlässt er schmutzige Kinder, eine schmuddelige Frau, die in Gummistiefeln zum Friedhof geht. Sie hat sicher nicht das Geld für ein großes Gelage danach. Sie wird ein Schwein schlachten und auftischen. Sie wird eine Kuh melken und Milch anbieten. Im politischen Manifest ist sie tumb und dumpf, ohne jedes Gefühl. Eine ungewaschene Trauergesellschaft sitzt dann in einer Bauernhütte. Sie lacht sicher nur dreckig und teilt den Hof untereinander auf. Die Kinder haben schmierige Gesichter und verfilzte Haare. Sie tragen keine Schuhe. Landkinder haben keine schönen Schuhe. Grunzende Schweine laufen durch die Küche, sie stehlen Kartoffelschalen. Die erwachsenen Kinder der Bauern und Landwirte, heute Besitzer einer Immobilie in Berlin, in München, in Hamburg, schämen sich noch heute. Das Wort Bauer entfaltet bei ihnen bereits den Geruch des heimischen Kuhstalls. Sie sind nicht stolz, schon gar nicht, wenn sie Journalisten sind. Sie schreiben nie über das Land, über die Farmen. Sie fürchten, dass sich der Geruch von Kuhfladen in den Redaktionen ausbreiten könnte. Der schreibende Bauer kann den Pulitzer gewinnen. Der Journalist, der sich seiner Herkunft schämt, gewinnt ganz sicher nichts!

Schönheit und Hass

Elias Canetti hasste den Tod! Lebenslanges Anschreiben gegen den Tod - das war ihm ein echtes Anliegen. Das Buch gegen den Tod. "Wer über den Tod geistreiche Dinge sagen kann, wer das über sich bringt, der verdient ihn." Er trug das Hässliche in sich. Er trug das Sterbliche in sich. Er fühlte wohl den mächtigen Tod in sich sehr deutlich. Dem lebenden Elias Canetti war klar, dass er den Tod bediente und ernährte. Er war Buffet und Diener zugleich. Er wollte dem Tod, also dem Bewohner in sich, keine Anerkennung geben. Er wollte ihn von der Menschheit geächtet wissen. Sein Hass war ein Trafo, den er mit einem Satz verdeutlichte:"Gedanken an Tote sind Wiederbelebungsversuche." Canettis Hass war eine schnelle Abnabelung, ein Weg des geringsten Widerstandes. Religion war für ihn als Einwilligung ins Vergängliche ein Skandal. "Du sollst nicht sterben", beschrieb er 1942 sein erstes Gebot. Oscar Wildes Dorian Gray ist von der Existenz der Seele überzeugt: „Die Seele ist eine schreckliche Wirklichkeit. Man kann sie kaufen und verkaufen und um ihren Preis feilschen. Man kann sie vergiften oder vervollkommnen. In jedem von uns ist eine Seele. Ich weiß es.“ Paranoid meint er zu wissen, dass ein Buch, übergeben von Lord Henry, ihn vergiften soll. Später bereut Dorian den Hochmut seines Gebets um ewige Jugend. Er weiß, dass er sich besudelt, seine Phantasie mit Grauen erfüllt hat. Als die Dienstboten Dorians Leiche finden, ist sie kaum zu erkennen, sie hat ein verlebtes, runzeliges, widerwärtiges Gesicht. Das Porträt dagegen erstrahlt in Jugend und Schönheit. Oscar Wilde und Elias Canetti zeigen das Doppelgängermotiv auf. Die gezeichneten Sünden werden auf eine andere Fläche projiziert, in einen anderen Raum projiziert. Ihr Hass ist keine verdrehte Liebe. Er ist ein Transformator, ein Bauteil, welches das Verhältnis zwischen Strom und Spannung bei gleichbleibender Leistung verändern kann. Das ewige Leben funktioniert aber nur durch Seele, also durch Religion. Elias Canetti verkaufte seine Seele nicht, wie die Romanfigur Dorian Gray. Beide wissen aber genau, dass die Seele verkauft werden kann, dass der Hass also käuflich ist. Beide hassen die Vergänglichkeit. Canetti hadert. Dorian verkauft. Oscar Wilde lehnt seine Figur an die griechische Mythologie. Dorian erinnert an Narziss, der schöne Jüngling, der die Liebe anderer zurückweist und sich in sein eigenes Spiegelbild verliebt. Er verschwindet vor Sehnsucht und verwandelt sich in eine Blume. Der tote Dorian wird hässlich, also gezeichnet vom Hass, aufgefunden. Sein Porträt hingegen erstrahlt. Es bleibt die Erinnerung an ihn. Canetti lehnt die Erinnerung an die Toten ab. Er lehnt ihre Wiederbelebung ab, die für ihn eine Verklärung ist. Heute erleben wir die Hochphase der Doppelgänger. Mark Zuckerberg ist der moderne Lord Henry. Er lernt die Dorian Grays kennen, die Modell stehen. Google ist Wotton. Die Ausführungen über die Selbstentfaltung des Menschen – ohne Furcht vor moralischen Vorstellungen – für einen neuen Hedonismus und über den körperlichen Verfall lösen in den Dorian Grays tiefe Bewegungen aus. Sie sehen zum ersten Mal ihr Porträt, und das Bewusstsein ihrer eigenen Schönheit überkommt sie wie eine Offenbarung. Zugleich halluzinieren sie den Verfall ihrer Schönheit und empfinden Eifersucht auf das eigene Bild! Deshalb wünschen sie sich sehnlichst, ihr Porträt möge an ihrer Stelle altern. Edward Snowden ist Basil. Er bietet an, die Portraits zu zerstören, doch die Dorian Grays hindern ihn daran. Mark Zuckerberg, aka Lord Henry, wird sich der Macht bewusst, die er über die heute bereits alten, „unbefleckten“ Dorian Grays ausübt, und beschließt, sie nach ihrem eigenen Vorbild wie ein Kunstwerk zu formen. Der sehnlichste Wunsch bleibt unerfüllt. Die Bilder altern heute nicht! Im Gegenteil; sie werden durch Filter schöner und jünger. Die alternden Dorian Grays stecken in der genau anderen Rolle fest. Paranoide Wahnvorstellungen entspringen bloßen Spiegelfechtereien. Die reale Schönheit wird von alternden Dorian Grays zerstört, die ahnungslos im Doppelgängermotiv herumirren. Wirklich fatal ist, dass es auch Journalisten und Politiker sind.