Mach doch hier einen Zaun hin

Seit 2015 befindet sich mein Bestattungsinstitut am Am Lokdepot 2. Zu diesem Geschäft gehört eine Terrasse. Ruhe, Frieden, Trauer, Bestattung. Ich habe mich für diese Räume entschieden, weil sie eben nicht marktschreierisch direkt an der Straße liegen. Die Terrasse ist offen zur Eingangstreppe. Erkennbar daneben befindet sich ein Café. Direkt gegenüber befindet sich ein sensationeller Spielplatz. Schön. Ich wundere mich darüber, dass sich Menschen über Donald Trump aufregen, denn einen Satz höre ich seit 2015 immer. Menschen, die ihre Kinder, ihre Kinderwagen und ihre Fahrräder auf meiner Terrasse parken wollen, sagen: "Mach doch hier einen Zaun hin." Kürzlich klingelten Kunden an meiner Tür. Zwei staunende Kinder mit Eistüten umrahmten sie. Aus Erfahrung weiß jeder Mensch, dass staunende Kinder die Koordinaten verlieren.Während ich meine Gäste begrüßte, patschte hinter ihnen eine Blaubeerkugel auf den Boden. Die, die ganz locker das Eis aufräumte, war ich. Einige Tage später schob eine Mutter ihren Kinderwagen über meine Terrasse, "weil mein Kind sonst nicht schlafen kann". Ich bat sie, ihr Kind nicht auf meiner Terrasse zu parken. "Ist das so schlimm? Ich denke, Sie sind eine offene Bestatterin. Sie können doch hier einen Zaun hinmachen." Ich kalkulierte ein, dass jene Mutter noch nicht so lange in Berlin lebt. Entspannt und offen sind Architekten, die offen bauen. Sie halten ganz entspannt die Rechte an einem Bauwerk. Wie gut, dass nicht jeder überall einen Zaun aufstellen kann. Ganz Berlin wäre ein Getto. Entspannt und vor allem offen wären Menschen, die das erkennen können. Meine Kunden sollen zudem möglichst nicht über einen Zaun springen müssen; und entspannte Künstler würde ich mit einem Zaun verschrecken: "Die Bestatterin ist so abgeschottet, dass wir nicht erwünscht sind." Warum sehe ich am Kollwitzplatz keine einzige uralte Dame? Weil sie ignoriert und verdrängt wurde. Selbst wenn sich Menschen auf meine Terrasse verirren, könnten sie freundlich grüßen, freundlich fragen, sich freundlich entschuldigen. Ein fehlender Zaun sorgt für Missmut, Unglück, Humorlosigkeit, Lethargie und Fantasielosigkeit. Eine freie, harmonische und ruhige Terrasse schürt die Lust an der Expansion. Mehr leider nicht. Logischerweise empörten sich jene Protagonisten, säßen Obdachlose, Junkies und oder Shishaisten auf meiner Terrasse, die Blaubeereis in einen unbefugt abgestellten Kinderwagen tropfen ließen. Das wäre Sachbeschädigung. Die uralte Dame am Kollwitzplatz war das Problem! Und so bin ich, auf meiner Terrasse, ein Problem. Die Expansion funktioniert nur nicht. Auffällig sind die Fakenews nach Blaubeereispannen: "Das waren doch keine Kunden von Frau Marschner. Das waren doch Freunde! Trauernde sehen anders aus!" Mach doch hier einen Zaun hin… Das ist die Bankrotterklärung einer demokratischen Gesellschaft, die gezüchtigt, ausgesperrt und begrenzt werden möchte. Die Perfidie lenkt meinen Missmut auf die eigenen Kinder: "Sie mag keine Kinder!" Kinder haben bisher allerdings noch keinen Zaun eingefordert.

Heute war die Kripo bei mir!

Der Titel wird gewisse Protagonisten in eine trainiert reflexhafte Häme getrieben haben. Heute besuchten mich Studenten der HWR -Fachbereich 5 - Polizei und Sicherheitsmanagement. Ich freute mich ungemein darauf und darüber, denn es war nach 25 Jahren das erste Mal, dass Ausbilder der Polizei Berlin den professionellen Austausch mit mir suchten. Die Polizei sichert nicht nur Tatorte. Sie müssen Familien auch die Nachricht über einen Todesfall übermitteln. Das ist ungemein schwer! Da Bestatter die nachfolgende Arbeit mit den Familien übernehmen, lag ein Dialog auf der Hand. Prima junge Männer und junge Frauen besuchten mein Geschäft mit einer Polizeipsychologin. Die Multikultur scheint bei der Polizei eine gelebte Kultur. Ich habe den Studenten zunächst vermittelt, dass die Polizei in Berlin äußerst freundlich ist und im europäischen Vergleich auf Platz 1 steht. Ich kann es beurteilen, weil ich die Polizei in Europa bei den Prides beobachtet habe und weil ich in Berlin den beruflichen Kontakt pflege. Privat wurde ich noch nie von der Berliner Polizei schikaniert. Noch nie hat mich ein Polizist auf der Straße subtil abgewertet. Noch nie hatte ich das Gefühl, dass Kontrollen ausarten, in die Länge gezogen werden, mich demütigen sollen. Die Männer und Frauen der Polizei sind eben auch Teil der Basis. Insofern war die Politik von Herrn Wowereit mehr als fragwürdig. Der sinnfrei linke Slogan: "Scheiß Bullen!", meinte im Grunde stets: "Scheiß Basis." Die Diffamierungen erlebe ich auf weitaus höheren Ebenen und das ist das gefährliche an der momentanen Politik in Berlin. Herr Gysi (Die Linke) redete zum Beispiel darüber, dass Wohnraum vergemeinschaftet werden muss. Er hat bis heute nicht gemerkt, dass Herr Wowereit Wohnraum vergemeinschaftet hatte. Herr Gysi wäre links, sagte er: "Wir müssen weite Teile des Beamtenstaates vergemeinschaften und zu einer direkten Demokratie finden." Deckel, das sollte die linke Frau Lompscher wissen, sind hysterische Aktionen, die Macht demonstrieren sollen. Frauen rüsten Emanzipation gerne mit Machtinstrumenten aus. Damit zerstören sie Errungenschaften intelligenter Männer und Frauen. Schuld an der Berliner Verfilzung sind natürlich auch jene Menschen, die über Jahre lauthals verkünden mussten, dass ihnen im Grunde alles egal ist. Schuld sind vor allem Politikerinnen, die Emanzipation in öffentlichen Ämtern missbrauchen, um ein noch schlimmeres Patriachat aufzubauen. Eine Politikerin der Grünen twittert zum Mietdeckel: "Und jetzt geht es richtig los!" Hetze beginnt, wenn der Inhalt fehlt. Das ist also das Gegenteil von Politik. Was geht wohin los? Vielleicht sollten Bürger Berlins ihre Stadt selbst verwalten. Bei der Polizei Berlin habe ich keine Sorge, dass Narzissmus gefördert und obendrauf gefeiert wird. Ich hatte heute den Eindruck, dass sich die Polizei Berlin entstaubt hat, dass sie sich emanzipiert hat - aus sich selbst heraus. Sie hat es verstanden. Es war ein schöner Tag, mit pfiffigen und wachen Studenten und Studentinnen.

Haushalt

Der Haushalt für Berlin wurde verabschiedet. Wer 3300 Seiten verfasst kann nicht auf den Punkt kommen. Keine Kunst. Keine Kultur. Keine Sanierung der Berliner Friedhöfe. Keine Denkmalpflege. Keine paradisisch idyllisch grünen Vorzeigebezirke mit allen Finessen der Natur. Kein little Suncity für alte Menschen. Keine Infrastruktur für Rollstuhlfahrer. Keine kostenfreie medizinische Versorgung. Kein Waffenverbot. Bei den BVG Karten musste ich laut lachen. Städtische Mitarbeiter hatten einst fast kostenlose Wohnungen. Berlin soll eine Minusstadt werden, in der Minusmenschen trainiert werden; jene Menschen, die Zusammenhänge entkoppeln, nicht erkennen können. Frau Lompscher (Die LINKE) setzt den Mietdeckel durch. Wortschöpfung hat nach unten kein Ende. Mietdeckel erinnert an Bierdeckel, also an Stammtisch. Beamte arbeiten, allerdings nicht zusammen. Das Finanzamt Berlin scheint der Politikerin nicht vertraut zu sein? Mitarbeiter jener Behörde fragen nämlich jeden Wohnungseigentümer/Vermieter regelmäßig nach seinen Gewinnabsichten. Das Finanzamt wird in Zukunft das Minus belohnen müssen. So untergräbt ein politischer Bereich die Autorität eines anderen politischen Bereichs. Hauptstadtpolitiker schießen sich Eigentore. Heute verlegte ich einen Friedhofstermin. Die Mitarbieterin eines städtischen Friedhofes sagte: "Man kann auch die Arschbacken zusammenkneifen und gleich richtig planen." So reden Bildungsbürger in einer Metropole, die auch das analoge Zeitalter verpasst haben. Transparenz heißt nicht, dass ich Missstände verschweigen muss.

Gegen die Wand

Trauernde hätten allen Grund, Teller an Wände zu werfen. Sie haben ein Bonusjahr, das Trauerjahr. Sie könnten Teller an die Wände der Finanzämter werfen, der Rentenkassen, der Versicherungen, der Notare, der Anwälte, der Pensionskassen. Tausende Protagonisten sitzen auf ihren Stühlen und sagen auf: "Wir brauchen die Sterbeurkunde. Das kann doch nicht sein, dass die Bearbeitung 2-6 Wochen dauert." Sie alle ändern rein gar nichts. Sie alle bestellen ihren Arbeitsplatz nicht einmal mehr. Sie alle haben keine guten Wünsche für Trauernde. Das nenne ich geschäftsunfähig. Denn 10-jährige Entrüstung ist peinlich. Schwangere werfen sicher auch oft mit Gegenständen. Sie fluchen, schreien, weinen, drohen, treten Hebammen. Sie sammeln Ultraschallbilder - viele sogar. "Hier ist die Hand!" Sie wirken gereizt, wenn keine Bestätigung kommt. "Nicht hier. Hier ist die Hand; und da ist die Nase." Schwangere Frauen sehen Wesen, die es noch nicht gibt. Ihre eigensinnige Nahrungszufuhr ist definitiv ansteckend. Werdende Väter sehen weit und breit kein Kind; und doch werden sie co-schwanger. 9 Monate müssen alle Beteiligten einen Unsichtbaren feiern: "Wird es ein Mädchen - oder ein Junge - oder soll es eine Überraschung werden?" Propperen Eltern müsste man, ginge es nach Vernunft und Logik, die Ausstattung eines alten Menschen schenken. Die Erfahrung hat gezeigt, dass Unsichtbare permanent wachsende Sichtbare werden. Deutschland lässt die Entwicklungsprozesse aus. Das Urteil gegen den Ku-Damm-Raser ist unverständlich. Er fuhr auch ohne Tacho und ohne Bremsen. Das Internet bedient nur noch orientierungslose Erwachsene. Eine Faktengesellschaft braucht keine Rasseln, Spieluhren, Bärchen, Strampler, Käppchen und Jäckchen? Alles Quatsch. Sie braucht, und das ist sicher, Klebebücher für Ultraschallbilder. Sie wären der faktische Beweis für Wissen. Die Mainzelmännchen des ZDF waren kein Beweis. Schwangere und Co-Schwangere wissen. Sie wissen um das Wunder der 'Auferstehung'. Nach Aussagen vieler intelligenter Kinder nennt man die Zeit vor der Geburt Tod. "Als ich noch tot war…" Eltern rufen einen Unsichtbaren. Ich rufe Dich bei Deinem Namen. Eltern wissen etwas. Einige Richterinnen in dieser Stadt würden sicher die Geschäftsfähigkeit von Eltern anzweifeln wollen. Die eigene Erfahrung bringt das Wissen. Die Entwicklungsprozesse bringen Wissen. Die Brust der Frau ist plötzlich kein sekundäres Geschlechtsmerkmal. Die Natur hat der Brust tatsächlich einen Sinn übertragen. Das muss für all die Geschäftsfähigen bedrückend, verstörend, gar gespentisch sein. Proppere Eltern sind ein guter Ausgleich für die als Wärme verkaufte Kälte in Deutschland. "Wir sind so reich!", sagen jene, die dieses Land im Grunde an die Wand fahren wollen. Richter befeuern Beschlüsse völlig sachunkundiger Eigentümer und sie merken nicht einmal mehr, dass sie Mietern in die Magengrube treten. Sie sind so reich. Das Finanzamt Frankfurt wunderte sich über die "Angestellte" einer tunesichen Airline, die ein Haus kaufte - 500.000 Euro bar zahlte. "Ja! Wir wunderten uns in der Tat." Ein tunesicher Fall von Korruption und Geldwäsche wird in Deutschland nicht weiterverfolgt. Machthaber zwingen einer Airline eine Mitarbeiterin auf, die Bargeld nach Deutschland transportiert. Wer 500 000 Euro transportiert, hat doch sicher noch 50.000 Euro dabei, damit sich Finanzbeamte "nur wundern". Schließlich wurden in Frankfurt auch jene Prüfer von Politikern gestoppt, die einst Banken im Visier hatten. Im Geldrausch stellt Journalismus keine Fragen mehr? >>Lasst uns unregierbar werden.<< Der gesprayte Spruch eines typischen "Linksautonomen" aus reichem Hause, der ohne Plan gegen die Wand fahren will. Ein Agnostiker, der nur über Religionen plappern kann und doch nur "Papas" Diener bleibt, weil der, reich und unregierbar, sein Geld günstig parken lässt. Unregierbare haben Rechte und Linke schon vor langer Zeit überwunden. Korruption, Krieg und Terror feuern die Börsen an. Die Unsichtbaren drehen sich in ihren Gräbern herum. Ich weiß es, weil ich ganz einfach Erfahrungen gemacht habe.

Mitten im Leben....

Die Moderatorin, Charlotte Roche erzählte erstmals im Jahr 2011 über den Tod ihrer 3 Brüder. Die Mutter und ihre Söhne fuhren mit dem Auto zur Hochzeit von Frau Roche. Sie fuhren mit dem Auto, weil sie das üppig voluminöse Hochzeitskleid transportierten. Charlotte Roche stieg aus dem Flugzeug und dann kam der Anruf….ein schlagartiger Anruf. Etwa sieben Jahre später moderiert sie die Sendung >>Talk im Wald bei Charlotte Roche<<. Tim Wiese sagt am Anfang der Sendung, dass er ein wenig über Charlotte Roche gelesen habe. Er findet es krass, was da mit ihren Brüdern passiert ist. Und dann macht Charlotte Roche, was fast alle Unterhalter machen. Sie modeliert ihr Trauma in eine heitere Ebene. Sie sagt: "Das ist aber jetzt der Downer für Euch - so vor dem Essen." Sie umreißt recht kurz die Geschichte. "Versteck', Du Narr, Dein blutend Herz in Eis und Hohn!" Der in der Heimat Gebliebene warnt den Heimatlosen vor dem heranziehenden Winter, da er die Heimat verlassen hat, die ihm keinen Schutz mehr bieten kann. Der Heimatlose ist den Gefahren vollkommen ausgesetzt. Nietzsches Problem mit den Deutschen als Problem mit sich selbst. Menschen, die andere Menschen downen, werden gemieden, verstoßen. Menschen befürchten es instinktiv; und das ist ein merkwürdiges Phänomen in dieser Gesellschaftsform. Der Trauernde wird so mächtig, dass das Trauma ansteckend sein könnte? Downer! Die eigene Perspektive, von oben nach unten, die es nicht gibt, wird eingenommen. Die Gäste von Charlotte Roche sind völlig entspannt. Die Location ist die Natur. Charlotte Roche weiß, wann sie lächeln muss, wie annekdotisch ihre Geschichte klingen muss, um nicht langweilig zu wirken.