Eitelkeit

Eitle Menschen sind nicht selten affektiert. Die Gefallsucht ist eine übertriebene Sorge um die geistige Vollkommenheit, den eigenen Körper, das Aussehen und die Attraktivität oder die Wohlgeformtheit des eigenen Charakters. Ich wollte nie auch nur einem Menschen gefallen, weil es meine Aufgabe ist, Menschen zu überzeugen. Mein Selbstbewusstsein wurde in der Familie und in meinem Beruf ausgebildet. Eitelkeit, wenn sie nicht professionell gebraucht wird, ist peinlich, überheblich und in höchstem Maße lächerlich. Professionelle Eitelkeit hingegen ist eine Kunst, die man Fotomodellen und Schönheitsköniginnen, Modezaren und Schauspielern überlassen sollte. Handwerker können sich Eitelkeiten zudem nicht leisten. Sie müssen selbstbewusst sein. Ein ängstlicher Dachdecker wird nicht lange Dächer decken. Ein Handmodel wird nicht lange Blumen binden. Ein Tennisstar, der nicht gefallen möchte, der auf die Australien Open verzichtet, der auf seinen 10. Sieg in Folge verzichtet, der in der Welt des Tennis die Nummer 1 ist, hat in jedem Fall meine Aufmerksamkeit. "Der ungeimpfte Ausländer" darf in Australien nicht ungeimpft Tennis spielen. Er respektiert die Entscheidung der Richter und macht sich auf den Weg in seine Heimat Serbien. Sein Name nervt angeblich die anderen Teilnehmer der Australien Open, also lasse ich seinen Namen hier einfach weg. Medien schreiben ohne Unterlass über einen serbischen Tennisspieler und beschweren sich, dass es "immer nur um diesen Tennisspieler geht." Wenn das nicht eitel ist…Hat man je von dem Weltranglistenersten aus Serbien gehört, der 9-mal die Australien Open gewonnen hat, 6-mal Wimbledon, 3-mal die US-Open und 2-mal die French Open? Der Premierminister Australiens, Herr Morrison, schrieb auf Facebook: "Die Entscheidung ist aus Gründen der Gesundheit, Sicherheit und der Ordnung gefallen. Es ist im öffentlichen Interesse geschehen. Starke Grenzen sind für die australische Lebensweise von grundlegender Bedeutung - genauso wie die Rechtsstaatlichkeit." Diese Meldung beschreibt Richter, die der Politik folgen, um eine Ordnung nicht zu gefährden. Man möchte offenkundig verhindern, dass Maßnahmengegner Zulauf bekommen. Wenn Richter in Australien ihren Politikern folgen, dann braucht es aber doch keine australischen Richter mehr. Zunächst kann man zugeben, dass jede Rechtsstaatlichkeit durch Facebook gerammt wurde und wird; und Mark Zuckerberg hat bisher nie irgendetwas gewonnen. Es kann natürlich sein, dass Facebook in Australien Steuererklärungen abgibt. Im Moment wird suggeriert, dass man deutsche Geschichte in Gänze vergessen soll. Ich vergesse hier also die Gedenkplatte am Landgericht Berlin, die den mutigsten Rechtsanwalt der deutschen Geschichte ehrt. Hans Litten kämpfte vor Eintritt aller möglichen Grausamkeiten! Ich stelle mir die Frage, was ich machen soll, wenn "ungeimpfte Ausländer" nicht mehr zur Beerdigung ihrer Mutter kommen dürfen. Was mache ich dann? Der Premierminister Scott Morrison klingt für deutsche Ohren einfach bedrohlich. Er schließt mit den Worten:"Starke Grenzen sind für die australische Lebensweise von grundlegender Bedeutung - genauso wie die Rechtsstaatlichkeit." Ein ungeimpfter Ausländer, der 1000 Tests in Quarantäne machen kann, bedroht starke Grenzen? Geimpfte Ausländer, die Geimpfte anstecken könnten, sichern die Rechtsstaatlichkeit, weil sie geimpft sind? Dann wäre Sarah Wagenknecht eine politische Staatsfeindin Australiens, die starke Grenzen bedroht.

Schmerzhafte Wahrheiten

Frauen wissen nur zu gut, dass eine gut servierte Lüge die Seele boostert, eine kurze Ausschüttung von Glück bewirkt. Davon lebt eine Kosmetikindustrie. Davon leben sogar Spiegelhersteller. "Spieglein, Spieglein an der Wand." Ein Märchen, nicht zu vergleichen mit einer Lüge, führt nicht selten in die Magersucht, in den Jugendwahn, in den Sportrausch. Psychologen schreiben darüber Bücher. Kinder haben die Fähigkeit, die Wahrheit laut auszusprechen. Nicht selten wünschen sie sich, dass Mütter kugelrund gemächliche Bären wären. Die Industrie packt diese Kinder früher oder später, und dann werden Mütter plötzlich verglichen. Kinder verstehen nicht, dass Mütter Frauen sind, die sich bereits selbst mit anderen Frauen vergleichen. Das ist ziemlich verwirrend. Nicht nur der Tod deckt die schmerzliche Wahrheit auf, dass ihm das Alter eines Menschen völlig egal ist. Er fragt: "Was ist Alter? Was bedeutet 7 Jahre?" Karrierefrauen, die, wie zum Beispiel Professor Miriam Meckel, immer und immer aufsteigen, brechen bei einem Burnout nicht wegen des Burnouts zusammen. Sie brechen zusammen, weil sie nie einkalkuliert haben, nie einkalkulieren mussten, dass sie verletzbar sind. Stärke und Erfolg ist in unserer Kultur mit Schönheit gekoppelt. Die Kosmetikindustrie will keine Putzfrau erreichen, keine Hauptschüler, keine Fabrikarbeiterinnen. Armut und Unbildung muss hässlich bleiben. Wo kämen wir hin, würde ein Kosmetikspiegel dem Betrachter die Wahrheit verkünden: "Du kannst gerne noch andere Spiegel befragen! Die Verkäuferin bei LIDL geht nach der Arbeit noch tanzen; und!…Sie ist die junge Marika Rökk." Junge Frauen heute sehen in tausend Spiegel, die auf Instagram nur noch wirres Zeug antworten. Es gibt bösartige Spiegel da draußen, die nicht nur die Betrachterinnen mit verbalen Messern zerschlitzen. Diese Spiegel ziehen auch niederträchtige Rückschlüsse auf die Mütter der Betrachterinnen. Ganze Gruppen verschwören sich plötzlich und stürmen eine Instagrammerin. Oliver Pocher sucht sich auch äußerst gerne Frauen auf Instagram aus, unterwandert deren Konten mit dem ausschließlichen Ziel, diese Frauen öffentlich zu zerstören. Seine Gattin hat ihren Kosmetikspiegel hoffentlich verdeckt. Hierbei ist die Bemerkung spannend, dass die Tradition in unserer Trauerkultur besagt, dass man Spiegel bei einem Todesfall verdecken soll, damit sich der Tod nicht im Raum spiegeln kann. Lenny Kravitz ist charismatisch, weil er die schönen Künste pflegt. Brad Pitt ist charismatisch, weil er die Schauspielkunst und seine Liebe zur Architektur pflegt. Kulturpflege befördert also Charisma und verhindert Hass. Ich muss Hans-Georg Maaßen in einem Punkt recht geben. Er sagte in einem ZDF-Interview, dass wir Wunschdenken mit der Realität verwechseln. Wunschdenken meinte immer, dass wir reich sind. Die Realität zeigt, dass wir Schulden haben. Wunschdenken sieht offene Grenzen für Weltenbürger. Die Realität zeigt einen maroden Staatsapparat, der kein intaktes Meldewesen vorweisen kann. Wunschdenken sieht eine Demokratie. Die Realität zeigt mir, dass der Staatsapparat schon dann mit mir bricht, wenn ich in meinem kleinen Berufsfeld Rechtsbrüche verhindern möchte. Wunschdenken skizziert geschützte Daten. Die Realität zeigt, dass Daten bereits mehrfach ausgelagert werden. Wunschdenken zeichnet ein intaktes Parlament. Die Realität zeigt, dass keine Behörde mit einer anderen Behörde kooperiert.

Pragmatismus und Tod

Peinlich ist nicht nur das politische Modewort Pragmatismus, peinlich ist die generelle These, dass das Merkel-Stigma Pragmatismus eine politische Glanzleistung war. Herr Scholz, der Kanzler ohne Credo, zieht sich Merkel-Eigenschaften wie eine Jacke an. Das ein Mann eine Frau nachahmt ist schon neu. Neu ist auch, dass man verlorene Männer in der CDU vorfindet, die offenkundig von "ihrer" Frau verlassen wurden. David Maria Sassoli ist am 11.1. 2022 verstorben. Pragmatismus führte dazu, dass kein Mensch in Deutschland weiß, wer dieser Herr Sassoli war. Medien beschäftigten sich lange mit dem Islam, um sich dann lange mit der AfD zu beschäftigen, um sich dann lange mit dem Brexit zu beschäftigen, um sich dann lange mit Coronaleugnern zu beschäftigen. Sie trugen gemeinsam, bis auf die WELT, immer die gleiche "Jacke". Den Fall Relotius behandelten Medien in aller Kürze. Pragmatismus beschreibt keine Orientierungslosigkeit. Pragmatismus räumt auf; und wenn Pragmatismus aufräumt, dann klingt es pragmatisch: Der Apparat wird schlanker gemacht. Die Rundfunkanstalt wird modernisiert; sie korrgiert falsch berechnete Rundfunkgebühren aktiv (Stichwort: Homeoffice). Steuern werden vor einer Inflation gesenkt. Diäten werden gekürzt. Die Verwaltungsgerichte werden abgeschafft. Die Mannschaft der Staatsanwaltschaft wird mit Top-Staatsanwälten bereichert. Politiker werden aus den Konzern-Vorständen abgezogen. Politiker in Nebenjobs müssen sich für eine Seite entscheiden - ganz pragmatisch natürlich. Und bitte, keine Emotionen! Wer war David Maria Sassoli? Die pragmatisch deutsche Politgesellschaft hat sich pragmatisch zu seinem Tod geäußert. Medien beschrieben ihn dann und wann auch vor seinem Tod. Ich gebe Hinweise: Herr Sassoli wurde in Italien geboren. In Florenz. Italien! Monica Bellucci verkörpert Italien in allen erdenklichen Facetten. Italien ist Leidenschaft, Spiritualität, sinnliche Kunst, vollmundiger Wein, elegante Mode, tiefste Dunkelheit, Großzügigkeit, großherziger Gesang, Temperament. Italien ist das pralle Leben. Wer war David Maria Sassoli? Er ist gestorben. In meiner Fantasie hingen Italiens Fahnen in Bremen und Hamburg, in Magdeburg und Bayreuth, in Irland und Spanien, in Finnland und Griechenland, in Portugal und in Brüssel. Alle europäischen Radiosender ließen ihm zu Ehren eine Trompete synchron erklingen. Wer also war David Maria Sassoli? Er war unser Präsident! Und deutsche EU-Politpragmatiker "gehen nicht hin". In Deutschland verwechselt man Pragmatismus mit Monotonie. Medien wollten glauben machen, dass die Kanzlerin pragmatisch war, weil sie 5860 Tage eine identische Kostümjacke in x-Farben vortrug. Tatsächlich liebte sie Europa nicht eine Sekunde. Sie liebte weder die spanische Küche noch die italienische Mode. Sie kaufte im Supermarkt ihre Linsensuppe. Sie schwärmte nicht für die Mailänder Scala. Sie presste sich in ein Abendkleid für Bayreuth. Sie liebte nicht die Nordlichter Skandinaviens. Die Kanzlerin machte Wanderurlaube in Sulden am Ortler. Das sind 800 Kilometer über die A9 - von Berlin Mitte nach Südtirol. Sie hat sich dort nicht mit den schönsten Strickschals aus Reykjavík gewärmt. Als Klimakanzlerin, die Europa liebt, waren ihr die schwedischen Allemansrätten völlig egal. Sie hat sich lieber mit Christine Lagarde lustige Filmchen auf einem Tablet angesehen. Deutsche Politiker sind so dermaßen peinlich, weil sie ihre Gleichgültigkeit als Europapolitik verkaufen wollen. Sie machen hinter Präsident David Sassoli ein Häkchen. Das ist jämmerlich und erbärmlich!

Kontrolltheorie

Die Selbstkontrolle der Menschen wird durch Unwahrheiten, Halbwahrheiten und sogar Lügen permanent auf die Probe gestellt. Berechenbare, verlässlich einfache Formeln werden verstellt. Vertrauen wird verspielt, Ergebnisse kann es nicht geben. Menschen sollten nicht die Selbstkontrolle abgeben. Das genau aber schleicht sich ein. Die Süddeutsche titelte gestern: Datenschutz: Hier spricht die Pandemie-Polizei. Zunächst fällt mir auf, dass Medienmacher in ein kindliches Stadium fallen. Bei dem Titel sieht man im Geiste zwei kleine Jungs, die sich über einen Hinterhof verfolgen, sich verhaften, um dann, ganz fair, die Seiten zu wechseln. Jeder will mal Polizist oder Räuber sein. Tatsächlich merkt man dem Artikelschreiber an, dass er die Selbstkontrolle lieber abgeben möchte. Er hat Angst, ein erwachsener Spielverderber zu werden, der schnelle erwachsene Worte benutzen darf: "Jetztistabermalfeierabendhier!" Ein Erwachsener darf sogar den Stecker ziehen: "Zappendusterunddunkeltutenmeineliebenfreunde!" Er lagert Kontrolle aus. Womit wir bei seinem Bericht wären. Ein Mann stirbt vor einem Restaurant und die selbstkontrollierten Ermittler machen ihre Arbeit ziemlich gut! Sie lassen sich die Scans der Corona-App Luca geben, rufen all jene Gäste an, die gemeinsam mit dem nun toten Gast ein Diner einnahmen. Ihre Empörung und ihr Erstaunen lagern sie aus. So schreibt die Süddeutsche Zeitung darüber. Die Gäste strugglen voll und fühlen sich im Partizip II in den Magen gepuncht. Die App sollte nur genutzt werden, um Corona aufzudecken. Plötzlich sind die Gäste keine Schutzbedürftigen, die das Gesetz vor bösen Maßnahmengegnern und Impfverweigerern protecten möchte. Sie sind Täter, Zeugen, Verdächtige. Sie dürfen nun nicht mehr schlafen. Sie waren am Tatort! Hercule Poirot - Berliner dichten dem Belgier, der in Grobritannien geboren wurde, stets eine französische Staatsbürgerschaft an - hätte ebenso ermittelt. Er hätte die Schrift verbrannter Notizzettel unter einem Spezialsieb sichtbar gemacht, Stickereien in Servietten untersucht, Zigarettenstummel konfisziert und er hätte sogar den Duft im Raum analysiert. Ein Gastronom gibt die Daten an die Polizei weiter! Er will sein Geschäft geöffnet sehen. Die Löhne der "Schüler" von Auguste Escoffier sind hoch. Seine Köche sind keine Küchenjungs, die ihre Selbstkonrolle abgeben und für einen Mindestlohn kochen. Sie sind Starköche! Ein Ermittler agiert erwachsen. Was soll er sonst machen? Soll er sagen: "Sorry, dass ich Euch alle voll punche. Ich muss einen Todesfall aufklären, will Euch aber nicht dissen. Ist das okay für Euch?" Der Taxifahrer aus Berlin beschrieb mit dem Terminus Irrenhaus ein Dollhaus, ein Durcheinander, eine allgemeine Besinnungslosigkeit, eine lethargische Entrücktheit, eine Fremdkontrolle, die jene Lethargie ausnutzt. Er skizzierte Zwangsjacken, die man als selbstkontrolliert gesunder Mensch abzulehnen hat! Andernfalls wird unser demokratisches System unter fremde Kontrolle gestellt. Und nehmt Euch alle die Spinne vom Kragen. Es hat keine Freundschaften bei der Polizei zu geben! Ein kuschelwarmes Verhältnis zwischen Politik und Bürger verbietet sich geradezu - für Erwachsene. Wenn Politiker Ihre Selbstkontrolle abgeben, wenn dieser Zustand kultiviert wird, nehmen Konzerne ihnen die Kontrolle gerne ab, nimmt das Großkapital Platz im Kanzleramt.

Die Unvorstellbaren

Immer dann, wenn Menschen lange unterdrückt werden, immer dann, wenn sich Herrschaften bilden, sind auch Europäer aktive Kämpfer für die Freiheit gewesen. Wir haben Glück, dass Frankreich zu Europa gehört. Sie haben nicht nur die Liebe erfunden. Sie haben die Demokratie in einer Zeit erfunden, in der Rechte für Beherrschte unvorstellbar waren. Arbeiter, die sich formierten, waren Tiere, die man bändigen musste. Wir sollten also den 3. September 1791 zu einem europäischen Feiertag erklären, denn, nachdem die Königshäuser gestürzt wurden, hat man an diesem Tag die Verfassung verkündet. Unvorstellbar. Es gab eine skandalöse Volksvertretung. Suffrage, das Wahlrecht, dokumentiert in Frankreich und Großbritannien den Aufstand der Frauen. Die Suffragetten wollten tatsächlich für Arbeit bezahlt werden. Diese widerlichen Frauen forderten auf eine unverschämte Art und Weise das Wahlrecht ein. Diese verfluchten Frauen stürzten Gesetze, stürmten das Capitol, kaperten männliche Rechte: Sie rauchten demonstrativ auf der Straße! Am 1. März 1912 zerstörten 150 Suffragetten, mit Hämmern und Steinen bewaffnet, 270 Fenster im Einkaufsviertel des Londoner Westend. Wer nur hatte sie "radikalisiert"? In der Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika steht heute: "No state shall be deprived of its equal suffrage in the Senate." Ist Kamala Harris etwa eine Art Maulwurf im System? Am 8. März 1917 streikten russische Textilarbeiterinnen in St. Petersburg gegen das zaristische Russland. Natürlich wurde dieser Tag als internationaler Feiertag ausgewählt, weil die unvorstellbaren Frauen, unter der Herrschaft des Zaren, ein mildes Motto finden mussten: "Frieden und Brot!" Die erste gelungene Revolution in Deutschland gelang den Menschen in der ehemaligen DDR. Diese Untermenschen sagten tatsächlich laut: "Wir sind das Volk." oder "Auf die Straße." oder "Keine Gewalt." Sie wollten das Ende einer Herrschaft. Hannah Arendt hätte das Potential erkannt:"Es gibt kein Recht auf Gehorsam." Es ist schon eigenwillig, dass Helmut Kohl zum Kanzler der Wiederveinigung erklärt wurde, denn die Menschen riefen tatsächlich nicht nach ihm. Sie riefen:"Gorbi, Gorbi!" Helmut Kohl hat die Geschichte wurstig diktatorisch an sich gerissen, damit das eine Volk das andere Volk nicht infiziert. Der Geruch von unvorstellbarer Freiheit hätte womöglich demokratische Vertreter aufpoppen lassen. Der Kanzler war ein Mann, der keine demokratische Unterhaltung führen konnte; und so ließ der Wahloggersheimer, der gerne Saumagen speiste, den Menschen aus der ehemaligen DDR das Ampelmännchen. Der niedliche Kanzler wurde von einer Frau gestürzt. Unvorstellbar. Eine Frau aus der ehemaligen DDR wird Kanzlerin; und die Medien nennen sie eine Vatermörderin. Sie machen sich über ihre Frisur lustig. Das grenzt schon an Dummheit. Deutsche Politiker inszenieren heute ahnungslos eine gespaltene Gesellschaft. Professoren in den USA reden bereits über das kranke politische Geldsystem, das in zivile Kriege führt. In den neuen Schulen bespricht man sogar Griechenland als Beispiel für falsche Geldpolitik. Unvorstellbar! Kritische US-Bürger, kritische Professoren in den USA. Kritisch demonstrierende Frauen in den USA. Demonstrierende Afroamerikaner in den USA. Unvorstellbar! Patrioten zogen bisher in Weltkriege! Millionen Mütter und Väter bauten in ihren Häusern Altare für ihre abgemetzelten Kinder in Uniform auf. Heute verlieren sie ihre Häuser! Unvorstellbar! Wofür sollen Amerikaner also in Weltkriegen sterben? Für Amerika, das reiche Amerikaner verkaufen? Unvorstellbar! Gestern sagte mir ein berliner Taxifahrer extrem trocken: "Das ist doch hier alles nur noch ein Irrenhaus!" Er sah dabei auf die Straße. Ich saß wie eine Pfarrerin auf dem Rücksitz. Sein Taxi wurde plötzlich zum Beichtstuhl. Der kaputte Asphalt schunkelte uns in eine ungewöhnliche Ruhe. Am Ende war er über die aus den Fugen geratene Welt völlig verzweifelt! Ein Taxifahrer, der nach Lösungen sucht, um die Welt besser zu machen. Unvorstellbar! Am 3. September 1791 war selbst ein Taxifahrer unvorstellbar. Noch viel unvorstellbarer war eine Frau, die den Beruf eines Tischlers, eines Bestatters erlernen wollte. Eine Frau, die eine autonome Taxifahrt visionierte, galt im Jahr 1791 als Terroristin, die den Sturz der Monarchie plante.

Die Toten

Vor Gott sind alle Toten gleich! Jeffrey Epstein auch! Andernfalls müssten Gläubige sagen: "Gott ist dreiviertelgroß!" Das kann man nicht sagen, weil die Bibel keine Teilungserklärung ist. Gott ist kein Sondereigentum! Im Zeitalter der Vertragsbrüche, im Zeitalter der Eigentümer, die Grundbuchämter aushebeln möchten, die öffentliche Urkunden in einer Gruppe ändern lassen wollen, im Zeitalter der Banken und Schattenbanken, Börsen und Kursmanipulationen, im Zeitalter der Inflation und Deflation, im Zeitalter der Steuern für selbstständige Prostitution - die offenkundig auch für 16-Jährige gilt - erscheint Gott etwas kleiner. In Wahrheit ist Gott das Universum; und das Universum schließt keinen Menschen aus. Der Forward schrieb im Jahr 2019 über jüdische Beerdigungsriten: "Die Gebete, die mit Tahara (Reinheit) zusammenhängen, bitten Gott um Gnade für den (verstorbenen) Menschen. Hat Jeffrey Epstein Gnade verdient?" Das Gamliel-Institut, das Ausbildungen in jüdische Beerdigungsriten anbietet, war sich damals nicht sicher. David Zinner sagte im Jahr 2019, dass er nicht überrascht wäre, wenn eine Chevra Kadischa, die jüdische Beerdigungsgesellschaft, sich wegen Epsteins mutmaßlicher Verbrechen weigern würde, sich seiner anzunehmen. Die Chevra Kadischa in Manhattan teilte damals mit, sie sei von keiner Synagoge wegen einer Beerdigung Epsteins kontaktiert worden. Der Forward zitierte eine Talmudstelle, laut der "eine böse Person nicht neben einer gerechten Person" beerdigt werden soll. Es stellte sich die Frage, ob ein Selbstmörder auf einem jüdischen Friedhof bestattet werden kann. Einige Rabbiner sind der Ansicht, dass auch nach einem Suizid ein Mensch auf einem jüdischen Friedhof begraben werden darf – sein Grab muss dann jedoch von anderen Gräbern abgetrennt werden. Am 5. September 2019 wurde Jeffrey Epstein auf dem Morris at Star of David Cemetery of the Palm Beaches beerdigt. Sein großes Grab ist namenlos! Der Bruder von Jeffrey Epstein hat aus lauter Furcht die Grabplatte der bereits verstorbenen Eltern abnehmen lassen; und so haben auch sie keinen Namen mehr. Gott ist größer! Er sandte fokussierte "Experten" und Anwälte auf die Erde, die das Epstein Victims' Compensation Program verkündeten. Bisher wurden 50.000.000 Dollar an 150 Opfer gezahlt, die Schadensersatzansprüche stellten. Im März 2021 wurde Epsteins New Yorker Haus für 51.000.000 Dollar verkauft. Auch dieses Geld fließt in das Programm. Der tote Mr. Epstein, der nun keinen Namen mehr hat, zahlt seinen Mädchen 101.000.000 Dollar. Die nehmen es auch als erwachsene Frauen an. Heute ist das Geld allerdings legal vereinnahmt und auch das Finanzamt wird sich einen Teil von den Frauen und ihren Anwälten abholen. Verneigt Euch! Dankt Jeffrey Epstein für sein Lebenswerk. Hebt die Champagnergläser. Gott ist größer!

Die Erblindung in der Transparenz

In meinem Berufsbereich gibt es noch - glücklicherweise - Diskretion und Verschwiegenheit. Es werden allerdings ethische Bereiche touchiert und geschrammt. Die Stadt weicht Datenschutz in einigen Bereichen erfolgreich auf. Fremdfirmen, die in städtischen Krankenhäusern arbeiten, kommen schnell an Daten; noch vor 10 Jahren undenkbar! Hinterbliebene haben, Aufgrund ihrer Nähe zum Verstorbenen, ihrer Nähe zu ihren eigenen Gefühlen, Ihres eigenen gesunden Schamgefühls, ein Bedürfnis nach Schutz, Diskretion und Verschwiegenheit. Bisher habe ich noch keine kompromittierenden Filme oder Fotos im Internet finden können. Schön. Das gefällt mir wirklich gut! Mir fällt im Alltag auf, dass Menschen sich verändert haben. Sie haben die Fähigkeit entwickelt, mit offenen Augen wegschauen zu können. Manchmal sehen sie mich im Supermarkt an; und plötzlich sagen sie: "Sorry. Ich habe Sie gar nicht gesehen." Oft rüffle ich Eltern, die ihre Kinder auf meiner Terrasse spielen lassen. Alle sagten bisher: "Sorry. Wir haben nicht gesehen, dass das ein Bestattungsinstitut ist." Ich nehme das ernst und ich habe darüber nachgedacht. Plötzlich stoße ich auf ein Interview, das die BBC mit Prince Andrew führt. Der Duke of York stellt sich den ruhigen Fragen von Emily Maitlis. Grund für dieses Gespräch ist seine Freundschaft mit Jeffery Epstein. Grund für dieses Gespräch ist die Aussage einer Frau, die sagt, dass sie im Alter von 16 Jahren mehrfach von ihm missbraucht wurde - nachdem Jeffrey Epstein und seine Komplizin sie dafür gefügig gemacht hatten. Es gibt ein Foto, das ihre Bekanntschaft dokumentiert. Sie stehen angekleidet und unverfänglich in einem Raum, Mrs. Maxwell lehnt an einem Türrahmen. Eine bürgerliche Reporterin, völlig ruhig und cool, konfrontiert einen Mann, der mit der Krone lebt, der in einem sicheren Palast aufwuchs. Das ist eine Umgebung voller Regeln, voller Rituale und voller Stilmittel. Sie unterhält sich mit Prince Andrew, der den Umgang mit Hauspersonal kennt, der Butler, um sich herum agierend, gewohnt ist. Das Gespräch dauert 49 Minuten. Am Ende des Gesprächs wünsche ich mir, ich hätte dieses Interview nie angesehen, hätte nie gesehen, wie er durch das Gespräch stolpert. Ich wünsche, ich hätte nie gesehen, wie er dem Aufbau des Gesprächs nach oben folgt, der Reporterin die Krone gibt und dann die ganze Gesprächstreppe nach unten rutscht. Ich war 49 Minuten vorher ganz sicher, dass ein Mann aus einem Königshaus sagt: "Wissen Sie eigentlich wer hier vor Ihnen sitzt? Dieses Foto ist entstanden, weil eine junge Angestellte von Jeffrey Epstein ein Fanfoto mit mir wollte! Sie war außer sich vor Freude, so, wie16-jährige Mädchen ausflippen, wenn sie mich in privaten Häusern sehen! Wie man auf dem Foto sieht, lächelt dieses angekleidete junge Mädchen neben mir! Ich, der Duke, machte Geschäfte mit Mr. Epstein!" Entgegen meiner Erwartung stammelt Prince Andrew spätpubertäre Fragmente: "Ich weiß nicht, wie das Foto entstanden ist." Er kann sich an das junge Mädchen nicht erinnern. Er versucht, eine Aussage des Opfers, die einen Abend mit ihm beschreibt, zu widerlegen. Er kann sich erinnern, dass er an jenem Tag Pizza bestellte! Er erinnert sich deshalb so genau, weil er sonst nie Pizza bestellt. Ich stütze mich auf meinem Schreibtisch ab, biege meine Hand wie einen Mützenschirm über meine Stirn und verdecke meine Augen, weil der Anblick unerträglich ist! Dann wünsche ich mir, er hätte knallhart und eiskalt gelogen, bis sich die Balken im Palast biegen, bis die Gemälde von den Wänden krachen. Der Prinz hingegen hinterlässt nach dem Gespräch den Eindruck, dass eine weltweit gefährliche und monströse Machtelite von Epstein mit Mädchen beliefert wurde. Auf die Frage, wie er auf die Nachricht von Epsteins Tod reagierte, anwortet er: "Ich war geschockt." Kein Mensch ist geschockt, wenn ein Pädophiler Suizid begeht. Er scheint geschockt, weil er sich vorstellen kann, dass mächtige Nutznießer nachgeholfen haben könnten! Er hat Angst, dass andere Täter gefasst werden, die einen vernichtenden Dominoeffekt auslösen könnten. Er scheint geschockt, weil bisher nur ein Foto durch die Weltpresse geht, das ihn unverfänglich mit einer jungen Frau zeigt. Kein Duke hat Angst vor einer Frau, die ihn ohne Beweise beschuldigt! Für das Ausblenden in der Transparenz fehlt mir die Begabung und die Kreativität. Ich vermute, dass mit zunehmender Transparenz auch die gesellschaftliche Erblindung zunehmen wird. Ich befürchte, dass die Transparenz am Peak, wie ein Schal, fallen wird. Eine erblindete Gesellschaft ist dann absolut schutzlos. Prinz Andrew aus dem Palast zeigt nicht einen Hauch von Mitgefühl für diese Mädchen. Er hätte unschuldig sagen müssen: "Dieses nette Mädchen auf dem Foto wurde damals von meinem Geschäftspartner missbraucht? Das ist ja furchtbar. Wie geht es ihr heute? Ich würde sie gerne in den Palast einladen!"

Mr. Big

Deutschland sollte auch innerhalb Europas nicht den Mr. Big Player mimen. Fail big, think big, Sex sells führen nur in die Staatspleiten. Es geht nicht darum, dass wir nicht nach vorne gehen sollen. Es geht darum, dass die Big Player am Ende das Geld aus den Märkten ziehen. Viel schlimmer, und das sollte der Motor sein, ist die Tatsache, dass die big Player stören. Sie schaden. Sie wollen sich ständig in den Mittelpunkt drehen. Berliner Politiker äffen am Ende nach und das geht nicht nur schief, es führt in den Bankrott, auch in den mentalen Bankrott. Ein Beispiel: Teilbereiche, die ein seriös und absolut unantastbarer Polizeiapparat benötigt, wurden rausgeworfen, weil diese Bereiche angeblich Geld kosten. Wenn also zum Beispiel heute ein Verstorbener von der Kripo beschlagnahmt wird, ruft die einen Vertragsbestatter an, der die Überführung des Verstorbenen durchführt, den Verstorbenen bis zur Freigabe in seinen Räumen unterbringt. Trauernde, in der Regel extrem empfindsam, verlieren den Glauben an eine seriöse Polizeiarbeit, denn sie verstehen nicht, warum ein Akt, der bekannte und staatlich geprüfte Vertrauenspartner voraussetzt, über einen Bestatter läuft, den sie nicht kennen, den sie aber am Ende bezahlen sollen. Die Rechnung kommt nicht von der Kripo. Man hat also nicht das sichere Gefühl, dass diese Rechnungen überprüft werden. Verträge zwischen Stadt und Privatwirtschaft sind nicht transparent einsehbar. Ein unlauterer Wettbewerb scheint nun polizeilich legitimiert, weil der Name eines fremden Bestatters permanent und unlauter genannt wird, auf Briefköpfen sichtbar wird. Wenn wir traurigen Menschen die Subjektivität wegnehmen, dann ist unser aller Privatleben ernsthaft bedroht. Wenn man sich zum Beispiel fragt, warum "Parksünder" oft aus der Haut fahren, dann muss man wissen, dass auch Teilbereiche des Straßenverkehrs aus dem Polizeidienst rausgeworfen wurden. Jeder weiß, dass die Mitarbeiter des Ordnungsamtes keine Ausbildung bei der Polizei Berlin durchlaufen haben. So notieren sie Verkehrsdelikte. Ihre Uniform allein soll ein Gefühl des Vertrauens schaffen. Hier wiederum kommen die Bußgeldbescheide vom Polizeipräsidenten Berlin. Klar ist aber jedem, dass die Poilizei nie vor Ort war. Das schadet am Ende dem Ruf der gesamten Polizei! Politiker, die Mr. Big spielten, richten einen enormen Schaden an, denn ihr Handeln stellte und stellt die Kompetenz der Polizeiarbeit in Frage. Die Ausmaße müssen Journalisten genau entfalten; und dann wäre klar, dass ein Bürgermeister mit solchen Entscheidungen zurücktreten muss. Auch in der Politik gilt offenkundig die Regel: "Wer nichts kann, der unterstellt, dass jeder alles kann." Nun sind Medien Apparate, denen Journalisten folgen müssen. Wir müssen also zunächst Journalisten in einen Raum bringen, der absolut unantastbar ist. Ich nenne ein Beispiel. Die Süddeutsche Zeitung schrieb im Dezember 2021: "Russland und die USA wollen über die europäische Sicherheit verhandeln. Aber hat eigentlich jemand die Europäer gefragt?" Medien lagern ihre Arbeit durch unnütze Fragen aus, die am Ende in den Straßen Europas beantwortet werden. Das skizziert einen mentalen bankrott, der aufhören muss. Mit derartigen Fragen wird im Übrigen auch der Brexit erklärt. Wenn Europa, anders als mir bekannt, ein Mr. Big Player werden möchte, dann möchte ich persönlich den Austritt aus der EU und das Reloading der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft. Auch Medienkonzerne müssen ihre Journalisten auf einem Boden landen lassen. Woran erkennt man die Großkotzigkeit? Jedes Mal, wenn deutsche Medien zum Beispiel über Russland schreiben, stellen sie das Gewicht Deutschland in eine absurde Chancengleichheit. Für ein Landing reicht vielleicht eine Information: Russland hat allein 11 Zeitzonen. Das entspricht einer Strecke vom Standort Deutschland bis nach Hawaii. Wenn sich die Grünen also Bullerbü wünschen, dann müsste die FDP sagen: "Überraschung! Wir sind Bullerbü!" Die Vereinigten Staaten von Amerika bilden die größte Volkswirtschaft ab, weil sie dafür sorgen! Das bedeutet aber immer und immer wieder Kalter Krieg und ewige Handelskriege. Das stresst ungemein, weil wir Frieden in Europa wollen. Das heißt, wir müssen Europa atmen lassen. Politiker in Deutschland spielen aber peinlicherweise einen schlecht kopierten Mr. Big. Sie wollen den USA unbedingt gefallen, bewirken aber das ganze Gegenteil. Amerikaner verehren Europäer in höchstem Maße. Es ist aber kein Zufall, dass deutsche Schauspieler in Amerika immer nur die Nazis spielen mussten; und es ist überhaupt kein Zufall, dass ganz Amerika durch Sophia Loren aus den Sitzen geflogen ist. To the moon kann nicht das tägliche Ziel sein. Der mentale Bankrott zeichnet sich in den Gesichtern der Europäer ab. Deutsche Politiker, die ihren eigenen Polizeiapparat zerstören, können nicht für Frieden in Europa sorgen!