Trugbilder im Todesfall

Trugbilder schleichen sich in den Sinn hinein. Kaum ein Mensch merkt es. Es läuft unterschwellig. Meine Mutter nahm sich im November 1980 das Leben. Erst Jahre später wurde mir klar, dass ich den November dafür verantwortlich machte. Er ist grau und matschig. Dauernd nieselt es. Es regnet, dann wieder schüttet es wie aus Kannen. Es ist kalt; und diese Kälte zieht nicht nur in den Körper. Sie zieht in die Knochen. Nebel liegt über der Stadt. Der November macht alle und alles schmutzig. Pfützen, vermengt mit alten Papiertaschentüchern, verwandeln sich in Matschpampen. Die Gerüche der Heizperiode ziehen durch die verregnete Stadt. Sie kratzen im Hals. Menschen erkälten sich, sie husten und keuchen... Ich könnte den November so derart grauenvoll beschreiben und damit einen regelrechten Shitstorm auslösen. Die breite Masse mag den November nicht. Radler müssen diese Gummivorhänge tragen. Sie werden von Autofahrern bekleckert, die durch Pfützen rasen. Mütter ohne Auto müssen im Regen die Einkaufstüten tragen. U-Bahnfahrer müssen ihre leicht feuchten Ausdünstungen ertragen. Es gibt keine Regenschirme in der Stadt, die man via App von einer Straßenbrüstung abnehmen kann. Es gibt sicher Menschen, die den November mögen. Die Masse hat das Gegenteil gelernt. Ich brauchte viele Jahre und vielfältigste Trainigseinheiten für meine Sinne, um zu erkennen: Der Monat November hat mit dem Tod meiner Mutter nichts zu tun. Ich klammerte mich nur an den bösen November, um eine mir noch unbekannte Gesellschaft zu schonen, die ich im Alter von 14 Jahren eher nicht beurteilen konnte. Ich habe auf vielfältigste Art gelernt, die Augen aufzumachen und reale Bilder zu beschreiben, die äußerst unangenehme Wahrheiten eröffnen. Im Jahr 1980 war eine Gesellschaft klar definiert aber offen. Heute schließt sich Gesellschaft ab. Die Masse der in sich fertigen Trugbilder könnte etwas damit zu tun haben. Spiegel TV, seriöse Journalisten berichten am 9.10.19 über einen Mord in Berlin. Sie zeigen auf Youtube Bilder aus Überwachungskameras, die am Tatort entstanden: "…Am 10. Januar 2014 stürmen im Berliner Stadtteil Reinickendorf dreizehn teils vermummte Männer in ein Wettbüro…Ein Schütze eröffnet im Hinterzimmer das Feuer…Das Opfer, Tahir Ö.…. hat keine Überlebenschance. Er stirbt mit 26 Jahren…." Gerichte müssten schon hier eingreifen, um die Veröffentlichung von Beweismaterial zu verhindern. Das passiert merkwürdigerweise nicht. Was sehe ich tatsächlich? Ich sehe Männer mit Sturmmasken, die zielsicher in ein Geschäft laufen. Der Inhaber wirkt nicht irritiert. Er rückt leicht vom Tresen ab. Ein zweiter Mann, auf der anderen Seite des Tresens raucht und schaut den maskierten Männern hinterher. Ein Mann feuert eine Waffe ab. Jene Männer verlassen das Geschäft. ENDE. Berliner Gerichte wissen, wie man sich, laut Gesetz, bei einem Todesfall zu benehmen hat. Wollte ich als Mutter des Toten dieses Video sehen? Nein. Wollte ich zwei untätige Männer an einem Tresen sehen? Nein. Wollte ich im Landgericht Tiergarten weinend im Flur gefilmt werden? Nein. Die Angeklagten, also die noch nicht Verurteilten, möchten im Gerichtssaal nicht gefilmt werden. Das Landgericht lässt Spiegel TV die leeren Plätze filmen. Das belegt eventuell den Gedanken, dass die Freiheit bereits vor einer Verurteilung ein Ende findet. Ein Anwalt bestätigt kurz, dass man in den Videos sehen kann, was man gerne sehen möchte, wenn man es vorher gehört hat. Ein anderer Jurist geht von einem Fehlurteil aus. Das Gewicht des Berichtes wird aber nicht auf kritisch wache Juristen gelegt. Am Ende weiß der Zuschauer de facto nichts: Es geht um die Hells Angels, um V-Männer, um einen Mord. Spiegel TV beweist, dass die Reporter keine Beweise für ein Urteil dokumentieren konnten. Achtmal Lebenslänglich. Vielfältig haarsträubende Kommentare unter dem Youtube-Video bestätigen, dass Menschen den Trugbildern folgen, sich anheizen lassen: "Jetzt nehmen uns schon die Ausländer die Rockerbanden weg." Oder: "Das sind ja Urteile wie in Saudi Arabien, Agypten, Iran." Oder: "Sogar Rockerbanden sind mittlerweile arabische Clans." Möchte eine Mutter so ein Theater, so einen Zirkus, so einen Rummel am Landgericht Berlin erleben, wenn man ihren Sohn erschossen hat? Ich zitiere aus einem aktuellen Urteil: "…Hier ist daher ein hoher Maßstab anzulegen und - aufgrund der auf Seiten des Auftraggebers regelmäßig in dieser Angelegenheit bestehenden hohen persönlichen Belastung und damit einhergehenden Sensibilität und Emotionalität, ein respektvoller, sachlicher und (!) empathischer, dabei gleichzeitig kompetenter und professioneller Umgang seitens des Vertragspartners, also des professionellen Bestatters erforderlich (Gaedke/Bestatt.Recht 12 Aufl. 2019, Kap. 21 Rn.6 der auf die Schutzbedürftigkeit der Verbraucher im Bestattungsgewerbe hinweist)… Ich selbst werde also verurteilt, weil ich eine Mutter geschützt habe, die dem Trugbild einer gefälschten Generalvollmacht folgte. Das Gericht fordert in meinem Fall die Empathie für eine Person, die eine Genralvollmacht fälschte. Ja! Es war damals bequem und leicht und schnell, den November für den Tod meiner Mutter verantwortlich zu machen. Diesem Trugbild kann ich nicht mehr folgen. Zu gute Menschen haben mich ausgebildet.

Die Spaßgesellschaft in der Transparenz

Die Spaßgesellschaft will Spaß bringen, ist aber nicht mit Wahrheit durchdrungen. Nur so könnte sie auch die Grenzen sehen. Es macht keinen Spaß, wenn andere Menschen vorgeführt werden. Das Fremdouting von Herrn Kerkeling machte keinen Spaß, denn seine Karriere, sein Ruf wurde auf einen öffentlichen Spieltisch geworfen. Herr von Praunheim sprach nicht im Affekt. Heute würde man ihn vielleicht einen Whistleblower nennen. Deutschland liebt Herrn Kerkeling. Er ist der Spaßvogel für die Nation. Rosa von Praunheim wirkte dagegen bitter. Wir werden nie wissen, wie sich Hape Kerkeling selbst geoutet hätte. Das ist schade. Hella von Sinnen fühlte sich vielleicht bestärkt. Die Türen waren geöffnet. Eines Tages outete sie sich. Sie war die lustige Frau, die Chaka-chaka-chaka sang und üppig fantasievolle Kostüme trug. Ihr Outing beförderte sie nicht in eine eigene Sendung. Erst mit Cornelia Scheel, die Frau aus gutem Hause, fand ein weibliches Outing Gehör - bei einem durch und durch ehrwürdigen Publikum. Es machte Spaß, denn immerhin waren auch ihre Eltern Personen des öffentlichen Lebens. In dieser Zeit, ohne Fakenews, wurde das Männerbild de facto ehrlicher gezeichnet. Die Gesellschaft bewunderte den Malboromann in seinen Lederchaps, den unparfümierten Camelmann in seinen verstaubten Boots. Die ritten und fuhren durch Prärien, durch Wüsten. Ihre muskulösen Unterarme wirkten steinern. Die Ärmel ihrer Karohemden waren hochgekrempelt. Sie packten jedes Abenteuer bei den Hörnern. Tom of Finland ist der einzige Mann, der den Malboromann einschüchtern konnte. Seine Kumpels feiern auch heute das alljährliche Folsom Street Fair. Unter diesen Muskeln konnte Mr. Harris Glenn Milstead koexistieren. Nur Tom of Finland, so meine kühne These, hat Divine Schutz bieten können. Divines Freunde verkaufen heute Kosmetikprodukte im Internet. Patrick Starr schminkt Rhianna, Naomi Campbell und auch Kris Jenner. Reiche Männer in den Konzernen haben Spaß daran. Ihre Stärke ist fragil und fragwürdig. Aktien steigen und sinken, Verkaufswerte schießen durch Decken oder durch Böden. Die Zuschauer? Die haben Spaß. Alle haben Spaß. Ich gebe mein Leasingfahrzeug zurück. Der Minderwert eines gebrauchten unfallfreien Fahrzeuges übersteigt den Neupreis. 3000,—€ stehen 26.000,—€ gegenüber. Das unterfordert mich. Es langweilt mich. Ein Gutachter bestätigt das Ergebnis des Autokonzerns. Wenn der nicht mehr bestellt wird, hat er keinen Spaß mehr. Die Versicherung begutachtet den Wagen in einer kleinen Werkstatt, die nur 900,—€ für eine Reparatur berechnete. Die Versicherung meldet sich nicht mehr. Die haben keinen Spaß mehr, wenn der Autokonzern sie exkludiert. Ein Inkassobüro meldet sich. Es fordert 5200,—€, dann bietet es 3.500,—€ an, um später 4.700,—€ zu fordern. Die Inhaber haben Spaß. Beim Amtsgericht tritt das Inkassobüro als Gläubigerin auf, die plötzlich nur noch 2.800,—€ fordert. Spaß verliert bereits hier die Übersicht. 200,—€ fallen unter den Tisch. Eine öde Zähflüssigkeit spamt meinen beruflichen Alltag. Der Richter kann in zwei völlig differierenden Gutachten und fünf differierenden Summen keine Auffälligkeit entdecken. Er sagt süffisant lächelnd: "Ich habe ja gelesen, dass es Ihnen um Ihre Freiheitsrechte geht." Geschrieben hatte ich das in meiner Klageerwiderung nicht! Vielleicht hätte ich mich stärker schminken müssen. Die Anwälte mögen es mir verzeihen. Das Amtsgericht bietet mit einer Klage auch die Verteidigung ohne Anwalt an. Anders kann ich keine Erfahrungen sammeln. Das süffisante Lachen des Richters zeigte: "Ich habe hier meinen Spaß." Der Autokonzern hat meinen gesamten Vertrag verkauft, nebst Kontodaten, Daten meines Personalausweises, Daten meiner Gewerbeanmeldung. Männer haben immer Spaß und verlieren dann den Überblick. Sie sagen: "Hey, hab mal Spaß. Lach mal. Wir sind so reich! Chill mal." Jener Autokonzern schrieb später, dass er das Summenspiel nicht erklären kann, weil er nach dem Verkauf nicht mehr involviert war. Mitläuferinnen unterschreiben jeden Brief. Der Arbeitsplatz bringt ihnen Spaß. Ich schreibe das bewusst in laufenden Verfahren. Denn Neutralität ist unbeugsam, unumstößlich, nicht wahr?! Das Finanzgericht spricht seit 5 Jahren kein Urteil. Es macht Spaß, den Weg zum EuGH zu versperren. Das Verwaltungsgericht spricht seit 2 Jahren kein Urteil. Das GEZ-Ratespiel, das mein Geschäft zur bewohnten Wohnung erklärt, macht Ihnen Spaß. Ich vermisse den Camelmann in seinen Boots. Er hatte Instinkt und war wirklich gechillt. Ich vermisse den Malboromann. Er war zielsicher und weitsichtig. Ich vermisse Tom of Finland. Er ließ die Gesellschaft in einen Spiegel sehen, der nicht nur angenehm war. Alle drei Protagonisten waren nicht käuflich. Man konnte sie nicht beugen. Sie waren durchdrungen von ungezügelter Freiheit. Frauen arbeiten für Konzerne. Sie arbeiten für eine fragwürdige Regierung. Sie decken den Spaß - wie eh und je. Pippi Langstrumpf hatte rote Zöpfe und saß auf einem Pferd. Sie trug einen Affen auf der Schulter. Das langweilte mich schon als Kind.

Netz und Etiquette

Barbara Schöneberger entschuldigt sich, amerikanisch öffentlich abgeschminkt, für einen lächerlichen Post, in dem sie Männer gewohnt bissig bestärkt: "Schminkt Euch nicht." Ein Shitstorm beschäftigt sogar die seriösen Medien. Fragwürdig bleibt, was an einem Shitstorm unter die Netiquette fällt, denn der Post von Frau Schöneberger war eindeutig an heterosexuelle Männer gerichtet, die in ihr Beuteschema passen. Es gab keine Missverständnisse. Frau Schöneberger hat sich nie für die Gay Community eingesetzt. Frau Klum tat dies ebenfalls nie. Sie soll in den Medien Drag Queens verkaufen, denn Gloria oder Conchita scheint man kein Format geben zu wollen. Wären sie allein, wie Ru Paul, gefährlich, ein Kassengift? Frau Klum bemalt sich für die Werbung extremst - ohne zu erklären, welchen Sinn ihre eigene Bemalung, die an Fasching erinnert, hat. Die alten Ägypter, gemeint sind Männer, wussten warum und wofür sie ihr Gesicht verzierten. Sie taten dies eher nicht, um Diener von Modediktaten oder Kosmetikkonzernen zu werden. Die Entschuldigung von Frau Schöneberger ist peinlicher als ihr Posting. Sie beugt sich dem Druck einer fragwürdigen Öffentlichkeit. Unter Umständen sind es 15-Jährige, die ihre Meinung nach genauen Überlegungen ändern. Unter Umständen feuern Hater diesen Shitstorm an, die unter Pseudonamen firmieren. Eine Meinung, die nicht unter eigenem Namen verfasst wird, ist wertlos. Die Masken von Schnuffi und Bubinator sind meist Konten ohne Inhalt. Es könnten ungepflegte und ungeschminkte Stalker sein, die Dampf ablassen müssen. Der Focus schrieb. Die Bunte schrieb. Die Morgenpost schrieb. So schafft sich Journalismus ab, weil man keine Journalisten vermuten darf. Die Netiquette eines Shitstorms. Das ist die verquirlte Idee einer Netzgesellschaft, die für die Umwelt kämpft, gegen Tierversuche ist, die angeblich ohne Label leben möchte. Isabella Blow arbeitete mit Anna Wintour für die Vogue New York. Sie entdeckte Philip Tracy, Alexander McQueen und viele Models. Der Sohn von Bryan Ferry war ihr Patenkind. Sie vernetzte sich mit Andy Warhol und Roy Lichtenstein. Sie arbeitete für das Magazin Tatler. Fashion, dazu gehört die Schminke, war ihre Leidenschaft. Als sie älter wurde, war sie the figure from the past. Sie nahm sich das Leben. Daphne Guinness schützte ihr Erbe vor der Versteigerung, indem sie es komplett aufkaufte. Sie gründete die Isabella Blow Foundation, eine gemeinnützige Stiftung, die junge britische Mode- und Kunststudenten finanziell unterstüzt und beim Karrierestart hilft. Ein weiteres Stiftungsziel ist die Unterstützung von Forschungsvorhaben und karitativen Vereinigungen, die sich für die Erforschung und Bewältigung von Depressionen und psychischen Krankheiten einsetzen. Alexander McQueen, er blieb stets ungeschminkt, nahm sich nur wenige Jahre später das Leben. Es ist eine echte Tragödie. Die Netiquette der Netzwelt dokumentiert 9 Millionen Follower für das Label McQueen und 20.000 Follower für die Isabella Blow Foundation. Ich verachte dieses Verhalten aus tiefstem Herzen.

weibliche Frauenfeinde

Ich denke, dass es eine extreme Frauenfeindlichkeit gibt, die von Frauen ausgeht. Das Wort Selbstliebe weist immer darauf hin, dass sich viele Frauen selbst nicht lieben. Wie sollten sie dann andere Frauen mögen können, die sich vielleicht eher auf ihren Beruf konzentrieren? Ich finde es total gut, wenn sich Frauen gerne pflegen und gerne schminken. Ich gehe ebenfalls davon aus, dass Frauen morgens in einen Spiegel sehen und ihre Haare fönen. Millionen Frauen dominieren Internetplattformen, die ihre Locken drehen, ihre Lippen schminken, ihre Augenbrauen bearbeiten. Chirurgen, meistens Männer, erklären Frauen sehr plastisch, wie sie deren Brüste, Lippen und Nasen aufbauen - oder abbauen. Nicht wenige Frauen lassen sich in Comicfiguren verwandeln. Die Tochter von Diana Ross, Tracee Ellis Ross, 47 Jahre alt, steht für die Vogue vor ihrem Badezimmerspiegel. Sie beschreibt ihre Beauty Secrets. Sie trägt ihre Lotion und ihre Creme auf. Humorvoll kurzweilig erklärt sie, wie genau sie ihre Haare curlt. Ihre unbedeckten Schultern signalisieren, dass sie nackt ist. All diese Frauen sind keine Models, keine Schönheitsköniginnen, keine Kardashians. Sie wollen kein Produkt verkaufen. Sie wollen gefallen. Andernfalls würden sie sich nicht filmen (lassen). Es geht den Millionen Frauen nie um ihre Profession. Die finden sie vielleicht langweilig. Laut Klicks gefällt es vielen Menschen. Frauen, und nur das interessiert mich hier, durchtränken die vielen Kommentare mit Spott und Hohn. Es gibt keinen wirklichen Trend, der Mathematikerinnen in die Öffentlichkeit bringt. Tracee Ellis Ross ist in der Frauenbewegung nicht untätig. Sie ist keinesfalls dumm. Nehmen wir an, sie will bei einer Bank einen Kredit für ein Geschäft aufnehmen, das sie abschließen möchte. Der Bankangestellte begrüßt sie überaus freudig: "Oh, hey, Ihre Curls sitzen heute so gut. Darf ich mal anfassen. Ich habe sie auf Youtube gesehen. Sie haben wirklich schöne Schultern und ihr Lippenstift ist so dermaßen schön rot." Wahrscheinlich würde sie empört gehen und ihn anzeigen - obgleich sie ihn in ihr Badezimmer eingeladen hat. Er schickt die Unterlagen von Mrs. Ross nach Hamburg. Dort bearbeitet eine Abteilungsleiterin den Kreditantrag. Sie ist schwer unzufrieden mit sich selbst. In ihrer Ehe läuft es nicht gut. Sie hat Probleme mit ihrem Alterungsprozess, mit ihrem Selbstwert, mit ihrer Figur. Sie gehört nicht in jene Welt, die Frauen erschaffen. Sie ist frustriert, denn die männlichen Kollegen befördern nun auch keine Frauen mehr, schließlich produzieren diese sich im Internet und üben den Entenmund. Die Abteilunsgleiterin lehnt den Kredit von Mrs. Ross ab. Sie lässt ihre Neutralität, ihre Professionalität, ihre Integrität fallen, weil sie den Respekt verloren hat. Aus diesem Zustand heraus befürwortet jene Abteilungsleiterin sogar das Urteil gegen Frau Künast, das Urteil gegen Frau Dr. Weidel. Sie kann die Debatte um #meetoo nicht nachvollziehen. Sie versteht die wüsten Beschimpfungen, die Frauen im Internet zerstören sollen. Schließlich ziehen Frauen sogar vor Gericht und erfinden Vergewaltigungsszenen. Schließlich sind es Frauen, die sagen: "They are asking for trouble."

Der neue Weg

Die Zeit der Traumsusen ist entgültig vorbei. Es ist das Ende vermessener Bestatter, die dem Tod den Schrecken nehmen wollen. Es ist das Ende jener Journalisten, die lyrisch esoterische Berichte in die Öffentlichkeit bringen, die wie Nebel in den Straßen hängen. All diese Berichte und Bekundungen führten zur Verrohung, zur Gleichgültigkeit - in Krankenhäusern, auf Friedhöfen, auf kirchlichen Friedhöfen. Es ist das Ende jener Menschen, die beharrlich ihre Furchtlosigkeit vor dem Tod bekunden - obgleich sie ihm nie begegnet sind. Es ist das Ende jener Menschen, die ihre fahrlässigen Seminare geben, um Menschen letztlich nur in eine verquirlte Idee zu führen, die sich fixiert, die ihre Sinne fürs Leben tötet. Es ist das Ende jener Gestalttherapeuten, die ihre Morbidität aus dem einzigen Grund auf andere Menschen projizieren, um sich selbst in irgendeiner Weise fühlen zu können. Der Tod ist das schrecklichste Monster, das ich je sah. Es nimmt das eigen Fleisch und Blut. Dieses Monster zertrampelt gegenwärtige gelebte Liebe, die man real empfinden und teilen konnte. Es wütet. Es ist unsinnlich. Es zerstört das Urvertrauen, das Vertrauen, das niemals nachwachsen kann. Das darf falsche Esoterik nicht weiter ausnutzen. 1000 Kerzen und 1000 Liter Farbe könnten das Monster nicht aufhübschen. Es muss hässlich bleiben dürfen. Andernfalls ist das Leben was? Langweilig etwa? Konzerne übernehmen städtische Krankenhäuser. Aktive Sterbehilfe kultiviert sich per Gesetz - in der Hochzeit des Raubtierkapitalismus. Menschen müssen mit dem Tod klarkommen. Sie werden sogar in eine Leichenausstellung am Alex gepresst. Auf jeder Rikscha klebt die Werbung. Models werden in riesige Totenköpfe gezwängt. Hinterbliebene hingegen erzählen mir von katastrophalen Zuständen in Krankenhäusern, von Konzernen, in denen niemand zuständig ist, weil sie Unterfirmen gründen, die Unterfirmen gründen. Sie erzählen von Behörden, die Anträge aussitzen, bis Patienten gestorben sind, von Ärzten, die das wissen und die es unverhohlen bestätigen. Sie erzählen von Medikamentenkarussells, die Patienten aus der Bahn werfen. Es ist die Zeit, in der Patienten ihre Stimme hörbar machen müssen. Es ist die Zeit, in der Hinterbliebene ihre Geschichten erzählen müssen; so, wie Jamie Lee Curtis öffentlich darüber spricht, dass sie tot war, weil sie jahrelang von Tabletten abhängig war. Es ist das Ende des lyrischen Rückblicks auf die 70er Jahre, der nur zeigen soll, dass Mädchen eben keine Bonanza-Fahrräder fahren durften. Ich scheue mich nicht, es genauso zu schreiben. Ich war immer die Erste auf den "Tanzflächen". Deutsche lachten über mein Geschäftskonzept, über mein Buchprojekt, über meine Lebensprojekte. Es sind verdrehte Esoteriker, die alles und jeden in ihre Sümpfe ziehen. Sie ziehen sogar meine Heimatstadt hinunter und lassen sie untergehen.

Glaubwürdigkeit

Ich möchte politisch nicht von Menschen, wie Claudia Roth, vertreten werden. Ich möchte nicht, dass Menschen für die Rechte von Homosexuellen eintreten, weil sie dadurch mit Liza Minnelli auf europäischen Bühnen stehen dürfen. Ich folge Frau Roth nicht, weil sie die Märtyrerin mimt, die ich niemals anerkennen werde. Sie redet (!) mit Tilo Jung am 3.11.19 in folgenden Formeln: "Ich wurde im Alter von 3 Jahren verschleppt…(Sie meint einen Umzug der Eltern ins reiche Bayern) Ich habe in Religion eine schlechte Note bekommen…und dieser Pfarrer, der später wegen Kindesmissbrauch verschwunden ist, der kleine Jungs offensichtlich (?) missbraucht hat, der hat mir schlechte Noten gegeben, weil meine Eltern (Zahnarzt und Lehrerin) nie in die Kirche gegangen sind…Die Stories (sie meint das Alte Testament) haben mich immer interessiert…ich hab gebetet, dass es meine Familie ins Fegefeuer schafft und nicht direct to the hell….Ich hab die Kirche verlassen und später haben'se mich gebannt." Nun müssen Homosexuelle sicher ewig dankbar sein, denn sogar der Papst in Rom hat einen Kirchenbann gegen Claudia Roth ausgesprochen, weil sie einen Bericht über das Leben geschrieben hat, das sie selbst nicht lebt. Kein homosexueller Mensch muss dankbar sein! Aus diesem Selbstverständnis heraus sind homosexuelle Menschen Christen, Juden und Moslems. Die Rechten müssen Frau Roth nur zuhören: "Der Pfarrer, der kleine Jungs offensichtlich (?) missbraucht hat…" Als Frau weiß ich, dass sinnlos gefährliche Waschküche in der Politik nichts zu suchen hat. Als Bestatterin weiß ich, dass es religiöse Menschen gibt, die homosexuell sind und die "Story" leben. Als Mensch weiß ich, dass sich Narzissen immer mit fremden Federn schmücken. Das ist manisch! Weisheit hat ein eigenes Leben. Ich habe die deutsche Trauergesellschaft ohne Sterbefälle über die Maße satt. Sie ist unempathisch! Claudia Roth ist die, die Homosexuelle ständig unter ihren blöden bunten Schirm stellt. Frau Roth lebt selbst nicht over the rainbow. Dafür braucht es Empathie. Homosexuelle sind Ihre Zirkusäffchen oder wahlweise Ihre pädophilen Religiösen, die nicht in den Grauzonen leben dürfen. Sie dürfen nicht anständig redlich konservative Polizisten, Soldaten, Fußballer, Pfarrer, Finanzbeamte - gar Richter werden. Homosexuelle müssen bei Claudia Roth ewig Bunte sein, mit denen sie sich eincremen kann. Ich habe als Bestatterin nicht eine Trauerfeier ausgestattet, bei der eine CD von Liza Minnelli gespielt werden sollte. Ich kenne keine homosexuellen Menschen, die eine Federboa auf einem Friedhof trugen (Showstars ausgenommen). Mir wird übel, wenn ich Klischees aus dem Jahr 1970 entschlüsseln muss, weil sie im Jahr 2019 perfide verschlüsselt werden. Ich lasse mir meine Glaubwürdigkeit nicht von einer Frau zertreten, die mir ihre blöden bunten Schirme aufzwingen möchte. Lieber stehe ich im Regen.

Faktische Probleme durch fail outs

Ein Mensch stirbt in der Wohnung. Der Notarzt wird gerufen, der die Polizei rufen muss. Die sollte Angehörige ermitteln. Das kann auch ein in Berlin lebender Neffe sein. Der ist aber noch lange nicht der Erbe oder der Bestattungsberechtigte, also sicherte die Polizei einst Wohnungen, bis jemand, der eine Berechtigung hat, die Wohnungsschlüssel bei dem Polizeiabschnitt abholt, seine Erbberechtigung nachweist und unterschreibt. Nach Freigabe durch den Staatsanwalt darf das Siegel an der Wohnungstür entfernt werden. Heute sichert die Polizei die Wohnung irgendwie wahlweise: "Wir sind nicht zuständig." In der Versandung beginnt dann die klassische Wahrsagerei: "Die Wohnung sah nicht nach einem Reichen aus. Der Neffe war anwesend." Unglaubliche Aussage. In einer Wohnung können sich Münzen, Aktien, Grundbuchauszüge, Schmuck, Bargeld, Kunstgegenstände und Kontoauszüge befinden. Nachlasspfleger wissen sogar um Zeitungsstapel, in denen Geld versteckt war. In einem aktuellen Fall nahm ein Neffe, noch während der Tote in der Wohnung lag, noch während die Polizei in der Wohnung stand, einen Ordner und einen Laptop an sich, brachte beides einer ehemaligen Lebensgefährtin. Unterschrieben hat sie selbst nichts bei der Polizei. Dort bleibt sie eine Unbekannte. In einem Laptop befinden sich Daten für Konten, Anlagen, auch persönlich nicht materielle Werte, wie Mails, Briefe, Kontakte, Login-Daten. Nebenbei stellt sich heraus, dass eine Mutter und ein Bruder existiert. Sie leben nicht in Berlin. Die Polizei ist dafür nicht mehr zuständig?! Die Lebensgefährtin ist fein raus. Der Neffe, Sohn des Bruders, steht im Fall der Fälle in der Erklärungsnot. Sollte die Mutter oder der Bruder klagen, müssten sie den eigenen Neffen verklagen. Der hat bei der Polizei unterschrieben. Die Lebensgefährtin braucht nur einen Anwalt, der seinen Briefkopf für die Beantragung von Erbscheinen hergibt.
In Berlin wurden Stellen bei der Polizei gekürzt. Die allgemeine Stimmung bei der Berliner Polizei ist durch Schmach und Vernachlässigung derart unten, dass man tatsächliches Mitgefühl haben müsste. Nun hat die Polizei sicher auch Azubis und Praktikanten. Was heißt das für die Zukunft? Man darf nicht allein in seiner Wohnung sterben. Ein aktuelles Testament kann ein älteres Testament nicht mehr ersetzen, wenn Ordner aus der eigenen Wohnung getragen werden können - noch während die Polizei anwesend ist. Im aktuellen Fall kann sich die Mutter und der Bruder eine Klage gegen eine Lebenspartnerin ersparen. Die hat den Neffen zum Laufburschen gemacht, sich das Erbe bringen lassen. Fail out bei der Polizei. Ich könnte Wahrsagerei betreiben, von niedlichen Neffen und Lebenspartnern berichten, um wem zu gefallen? Fakt ist: Die Vorsorgen der Menschen müssen anders verlaufen, wenn das links-grün-rote Credo Zivilrecht lautet. Das macht den Apparat enorm reich, lässt den Kern eines Falles in Instanzen versanden.