Die Vermännlichung in der Bestattung

Die steigende Tendenz der Feuerbestattungen und die steigende Tendenz der anonymen Bestattungen deutet in meinem Berufsbereich auf eine Vermännlichung der Frauen hin. Das Aus für Schneewittchen. Schluss mit der Schönheit, die man nicht einfach in einem Holzsarg begraben darf, die man in einem Glassarg gebettet betrauern muss - irdisch, überirdisch und im wahrsten Sinne des Wortes unterirdisch. Die Prinzen wurden entmystifiziert. Männer in Strumpfhosen und Umhängen sind keine Männer. Männer müssen männlich sein. Und warum sollte man eine Frau zum Leben erwecken, die "nur" einäugige Königin unter sieben Zwergen war? Eine Frau, die kleine Männer benutzt, um sich in den Mittelpunkt zu spielen, ist hinterhältig - so der gemein biestige Volksmund. Womit wir bei der SPD wären. Frau Chebli ist in der deutschen Politik, streckenweise ein sehr häßliches Geschäft, selbstredend eine auffallend schöne Frau. Deutsche Medien befinden sich in einem Kulturschock, weil sie Franz Josef Strauß im Kopf haben, Helmut Kohl im Kopf haben, Edmund Stoiber im Kopf haben, also schwitzende, rhetorisch unterirdische Männerbilder. Insofern müsste man auch Christian Lindner als schön bezeichnen. Frau Anke Myrrhe darf am 20.8.20 im Tagesspiegel über Frau Chebli schreiben, die gegen Herrn Müller kandidiert. Es geht um ihre Kandidatur für ein Bundestagsmandat. Sie schreibt, unwissend, wie das Klischee eines Mannes. Nun wissen wir von Frau Chebli selbst, dass sie from the Hood ist. Sie kommt von ganz unten. Das ist ihr selbst wichtig, um aufzuzeigen, dass man in Deutschland auch von ganz unten kommen kann. Die Journalistin beschreibt ein verlegenes Lächeln, eine runzelnde Stirn, mit der Frau Chebli auf eine Frage reagiert. Sie beschreibt eine Unsicherheit hier und da. Sie beschreibt das Gespräch mit Frau Chebli in einem Berliner Café. Und dann merkt man, dass diese Journalistin Emanzipation völlig falsch verstanden hat. Sie schreibt männlich chauvinistisch über die Staatssekretärin: >>"Eine Wespe fliegt in das kleine Kännchen mit der Sojamilch, das sich Chebli zu ihrem Americano on the Rocks bestellt hat. „Oh nein, das tut mir so leid“, ruft sie und sieht sich hektisch nach einer Rettungsmöglichkeit für das zappelnde Tier um. „Wie krieg‘ ich die da raus?“ Sie nimmt eine Serviette und hält sie in die Milch. Die Wespe krabbelt in die Freiheit, Chebli lächelt erleichtert.<< So beschreibt man ein politisches Schnüffchen. So beschreibt man keine schöne Frau, die Politikwissenschaft studiert hat, die überlegen ist. Sie ist Herrn Müller weit überlegen. Sie ist ihm schon deshalb weit überlegen, weil die Journalistin tatsächlich im Tagesspiegel schreibt: "So oder so, heißt es aus Charlottenburg-Wilmersdorf, die Sache geht klar für Müller aus." Heißt es aus Charlottenburg-Wilmersdorf…Was meint das? Beschreibt die Journalistin ungeniert die Verfilzung? Oder ist der Terminus Charlottenburg-Wilmersdorf ein Synonym für ihre Quelle? Entscheidet die SPD nicht mehr mehrheitlich? Diese peinlich männlichen Attitüden zeigen, dass eine Wespe im Café für den Tagesspiegel wichtiger als Politik ist. Wenn Frauen in Zukunft so schreiben…dann müssen wir Schneewittchen reloaden.

dead or alive

Paris Hilton wurde in Deutschland lange schlecht bewertet. Sie stieg in eine Rolle, die auch Verona Pooth exzellent beherrschte: Das Dummchen vom Dienst, die Blondine vom Dienst, die dumme Tochter, "nur" Erbin. Hilton ist eine der weltweit größten Hotelketten. Erstes Standbein in Europa war Istanbul im Jahr 1955, gefolgt von Berlin 1958. Es war das erste Hotel, das seinen Gästen Telefon und Television bot. Die Hotelkette wurde mehrfach verkauft. Im Jahr 2007 kaufte der Investor Blackstone Group die Hilton-Kette für knapp 20 Milliarden Euro. Das ist für einen Sprössling nicht nur ein goldener Käfig. Es kann eine Gruft sein, aus der sich Kinder befreien müssen. Menschen, die in Deutschland eine Stimme haben, reden und schreiben nicht besonders einfühlsam über Reiche, über Kinder aus reichen Häusern. Es ist nicht der Neid auf das Geld oder auf die vielen Annehmlichkeiten, die Reiche haben. Es ist ein öffentlicher Neid auf Freiheit und auf Fähigkeiten. Dieser Neid führt weiter und weiter ins kleine Karo. Es wird immer enger, dadurch immer geiziger. Keiner gönnt dem anderen großzügige Worte, Gesten und Beschreibungen. Eine öffentliche Schlammschlacht hat sich auf die Menschen in der deutschen Gesellschaft übertragen. Schlammschlachten sind immer schlampig und billig ungenau. "This is Paris" ist eine unglaublich gute Dokumentation über Paris Hilton. Heute ist sie 39 Jahre alt. Diese Doku tritt den Beweis an, dass Paris Hilton unterschätzt werden wollte. Vielleicht war das Imperium ihr Grab, aus dem sie sich selbst freischaufeln musste. Im öffentlichen Deutschland wurde sie ausschließlich ausgelacht und vernachlässigt. Eigenartigerweise erinnert sie mich in der Doku an ein edles Rennpferd. Feministinnen und Machos haben ihre Power bisher nicht erkennen können. Paris Hilton steht in Ihrer Doku auf und schüttelt sich den ganzen Schlamm und Dreck ab. Sie geht an den Start. Sie ist fragil und nervös - wie ein Pferd. Sie scheut und dann reitet sie auf Sieg - bis zum Ende der Doku. Bahn um Bahn zieht sie an der Boshaftigkeit vorbei. Noch unsicher elegant lässt sie die Konkurrenz weit hinter sich und schließlich gewinnt sie ihr Rennen. Die unerkannte Größe dieser Frau liegt in der Tatsache begründet, dass sie instinktiv immer wusste, wie man einem Markennamen echtes Leben einhaucht. Mal ehrlich! Blackstone könnte auch der Name eines Bestatters sein.

Diesseits und Jenseits

Bedauerlich für meinen Berufsstand ist die Tatsache, dass das Jenseits ins Diesseits geschleppt wurde. Das Jenseits ist eine vage Vermutung, eine Hoffnung, vielleicht auch eine glatte Lüge, die das Diesseits erträglicher machen soll. Das Jenseits ist die Idee, dass es eine zweite Chance gibt. Ein Wiedersehen mit Happy End. Diese Fiktion, diese schöne Illusion wurde ins Diesseits geschleppt und buchstäblich zermanscht. Im Diesseits wurde eine ungeheuer große Hinterwelt gebaut. Schattenfirmen und Schattenmänner müssen quasi tot sein, denn sie sind keine Lichtgestalten, die auf Bühnen ausgeleuchtet werden. Schattenbanken gibt es im Grunde nicht. Das Geld muss aber über ein Jenseits fließen. Das eingebildete Jenseits kennt keine Strafen, keine Moral, keine Prüfungen, keine Kritiker, keine Demokratie. Das vermanschte Jenseits im Diesseits ist eine Diktatur. In Zeiten des Kalten Krieges galt Berlin als "Die Stadt der Agenten". Für die unsichtbaren Agenten, quasi die Toten, gab es keine Mauer. Es gab nur Berlin. Im heutigen Diesseits sind die "Toten" auferstanden. Heute sah ich ein Fahrzeug von Google. Es war beladen mit Kameras und dem Aufkleber Google Street view. Simple und selbstverständlich mächtig - wie der Tod persönlich - wird die Welt von einer Organisation ausgespäht. Naiv deutet das Diesseits eine brave Suchmaschine in weißem Oberhemd - blütenrein. Das Diesseits will, auch bei Anne Will, dass der Putin den Nawalny vergiften wollte. Die Frau Dagdelen denkt laut und der Herr Röttgen kann sich gar nicht vorstellen wie zum Beispiel ein US-Agent in eine Passagiermaschine gelangen soll, in der ausgerechnet Herr Nawalny sitzt: "Wie soll denn das gehen?!" Vielleicht ist Herr Röttgen tatsächlich ein guter und naiver Mensch. Ich war auch mal naiv und dann entsetzt, als ich erfuhr, dass der Weihnachtsmann im roten Komplet eine Erfindung von Coca Cola war. Die große Unbekannte, das Jenseits, wird nicht daherkommen und sagen: "Hallo. Ich möchte mich heute für das Diesseits beleuchten." Dann wäre es diesseits. Herr Merz wirkte CDU-diesseitig in seiner politischen Äußerung über seine Meinung zu einem homosexuellen Kanzler. Er zog die klare Grenze zu den keineswegs vergessenen Pamphleten eines Politikers der Grünen, der obendrauf im Jahr 2016 mit harten Drogen erwischt wurde. Jenseitiger konnte man sich in diesem Land nicht darstellen. Dieser Home Run gehört durchaus der CDU. Gleichgeschlechtlichen Paaren, die Kinder großziehen, hätte der grüne Politiker einen Dienst erwiesen, wenn er seinen eigenen Jugendwahn klar von Familienwerten abgegrenzt hätte. Aber nein. Er musste sein Jenseits mit dem Diesseits der Allgemeinheit vermanschen. Ergo sind alle homosexuellen Menschen labil, pädophil und drogenabhängig. Herr Spahn trifft sich nun nicht mehr aus politischen Gründen mit Herrn Merz. Er will natürlich nur noch >>das Eine<<. In einer jenseitigen Diesseitspampe wollen alle immer nur >>das Eine<<. Man sollte nicht mit dem Jenseits im Diesseits spielen. Das können nur wenige Menschen; und die unterlassen es.

Kaputte Sterne

Im Grunde stehen alle Menschen in Deutschland ohne jedes Gefühl auf einem Friedhof und bestatten jene, die verehrt werden müssen. Autokonzerne zum Beispiel wissen ganz offenkundig nicht, dass sie den großartigen Ruf, den deutsche Handwerker über Generationen in der Welt erarbeitet haben, beschädigen. Im Grunde steht doch nun jeder KFZ-Mechanikermeister unter Generalverdacht einen Tacho zurückzudrehen, oder etwa nicht? Autokonzerne zahlen Millionen und Milliarden, um US-Behörden zu beruhigen. Das große Schweigen repariert keineswegs eine Beschädigung. Ein SPD-Politiker gesteht im Kinderporno-Prozess. Er bereut und das Verfahren wird für 5000,—€ eingestellt. Das große Schweigen verlügt sogar, dass er passiv Kinder missbraucht und ausbeutet. Nichts anderes beschreibt die Kinderpornografie. Das Schweigen repariert keineswegs die vielfältigen Beschädigungen. Ein 47-facher deutscher Nationalspieler, Traum vieler Schwiegermütter, räumt ein, dass er Bilddateien von Kinderpornos besaß, die er an verschiedene Fauen sendete. In Deutschland ist das ein Vergehen. Es ist kein Verbrechen, wenn man Kinder ausbeutet. Das große Schweigen repariert keine Beschädigungen. Es holt die Epsteins für Arme überhaupt erst aus der Taufe, die hinter deutschen Grauschleiergardinen vielfältigste Bezeichnungen dafür finden, Kinder zu liefern, sie zu missbrauchen, sie auszubeuten. Stell Dir mal vor, Du gehst zu der Beerdigung eines Menschen, der vor lauter Missbrauch, vor lauter Lügen, vor lauter Betrügereien an einem Herzinfarkt starb. Eine Pfarrerin tritt an das Rednerpult, schlägt die Bibel auf und bricht das große Schweigen. Sie richtet ihren Blick auf die Trauergäste. Der Allmächtige bricht sich eine Bahn durch ihre weiche Stimme: "Der Verstorbene wird in der Hölle wohnen und ihr mit ihm. Ihr seid verdammt, denn jeder Schritt, den ihr fortan tut, wird Euch immer nur an Euren eigenen Abgrund stellen. Ihr seid nicht schön und reich. Ihr seid häßliche Menschen, die sich Seelenlosen andienen." Das wäre heute wahrscheinlich ein christlicher Terrorakt? Medien würden so einer Pfarrerin sicher einen persönlichen Dschihad andichten. Die Auflage stieg, die Beschädigung blieb. Modemarken können sich noch so ungeheuer anstrengen. Kein Schuh von Miu Miu repariert Geschädigte oder Beschädigungen. Er kann dekorieren und kaschieren - bis zum Abgrund.

Der Tod hat nicht das letzte Wort

Dieser Satz, gesprochen von einer Geistlichen, einer religiösen Frau, ist zunächst als DIE Ode an das Leben zu verstehen. Ein großmütiger und äußerst weiser Satz, der ausdrückt, dass Menschen ihre Toten und deren Leben nicht nur nicht vergessen sollen sondern sich selbst von den lesbaren Spuren eines Lebens tragen lassen sollen. So und nur so kann das Leben eines Verstorbenen seine Wirkung entfalten. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Musiker hinterlassen nicht nur ihre Musik. Sie hinterlassen die mögliche Interpretation derer, die am Leben bleiben. Dieser kluge Satz sagt, dass der Tod kein Urteil ist. Er sagt, dass das Leben immer ein Prozess bleibt, der Veränderungen zulassen muss! Die geistliche Frau trug kein Kopftuch. Sie trug einen schwarzen Talar mit einem weißen Beffchen. Sie lächelte bei der Begrüßung und sie war nur und ausschließlich gekommen, um einen Verstorbenen auszusegnen und die Hinterbliebenen durch den Abschied zu begleiten. Der Duden beschreibt den Talar völlig falsch, also undifferenziert als Amtstracht von Geistlichen, Hochschullehrern und Richtern. Somit wird eine Glaubensgemeinschaft politisiert. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Ich politisiere diesen Satz bewusst und erkenne heute, dass Rudi Dutschke recht behalten soll. Die Hemmnis des Nationalstaates, im Bewußtsein der Menschen verankert, verhindert generell eine reale Vernetzung…Nehmen wir nur den Ausverkauf Berlins. Privatpersonen, Firmen, Menschen haben Wohnungen gekauft. Sie verwalten, pflegen und sanieren in der Gemeinschaft alle Häuser Berlins - ohne staatliche Finanzhilfen. Wenn man nun Mietern günstigen Wohnraum zur Verfügung stellen möchte, sagt eben jener Staatsapparat (Rot-rot-grün) fast wörtlich: Wenn Du keine Gewinnabsichten mit dieser Wohnung hast, dann ist dieses Objekt schlicht Dein schnödes Hobby. Du kannst die Steuern aus all den Handwerkerrechnungen am Ende des Jahres nicht geltend machen. Rudi Dutschke hat also auch hier recht, wenn er sagt, dass die Herrschenden ausschließlich ihren Machtanspruch erhalten wollen. Die Herrschenden unterlaufen heute sogar die wahren Bedürfnisse der Menschen, denn die reine Infrastruktur, bezahlt und gebaut von Menschen, soll heute sogar noch Gewinn abwerfen. Rudi Dutschke sagt so richtig, dass immer Menschen die Geschichte verändert haben. Wenn es nur unbewusst war, so muss ein Bewusstsein geschaffen werden. Die junge Frau Merkel sagt in einem Interview mit Günter Gaus (1991), dass sie sich in der Basisdemokratie nie wohlfühlte. Sie beschrieb sich selbst als autoritär. Kein Mann hätte so eine politische Aussage folgenlos machen können! Offenkundig fand man so einen Satz bei einer Frau sexy oder toll. Die vielen Rechnungen, auch für Journalisten ohne Bewusstsein, bekommen wir heute serviert. Ich frage also: Will eine Geistliche im Talar zur Radikalisierung einer Gesellschaft beitragen? Ich denke das nicht.

Formales

In meinem Beruf funktioniert die Kommunikation mit den Stadtverwaltungen. Das Standesamt weist mich auf fehlende Urkunden hin. Die Kripo Direktionen rufen an, wenn für einen Verstorbenen die Freigabe zur Bestattung erteilt wurde. Die städtischen Friedhöfe melden sich, wenn auch manchmal spät, im Falle eine Urne noch nicht eingetroffen ist. Das Ordnungsamt wird nicht tätig, im Falle sich ein Auftraggeber für eine Bestattung meldet. Ich kann also meine jahrelange Erfahrung teilen: Die innerstädtischen Kontrollinstanzen funktionieren; und die Kommunikation mit den Stadtverwaltungen in Deutschland funktioniert an der Basis prima, bis zu den gehobenen Dienststellen - gemeint sind also nicht die abgehobenen Dienststellen. In Berlin-Kreuzberg/Schöneberg arbeitet das Ordnungsamt sogar exorbitant gut, wach und eloquent, wenn ich falsch parke, auch wenn ich nicht falsch parke. Schnelle Zeitgenossen der Behörde achten nicht mehr auf Be- und Entladehinweise, was leider Gerichtskosten verursacht, weil man für einen Zeitraum von 6 Minuten kein Parkvergehen beweisen kann. Gut! Die Stadt braucht Geld. Der Bürgermeister hat keine Ideen! Was verstehe ich also nicht? Der Steuerzahler finanziert die Bafin und glaubt, dass Banken und Versicherungen einer Kontrollinstanz unterstehen. Nun sagt der Herr Scholz von der SPD fast beiläufig, dass man Mitarbeitern der Bafin erklären muss, dass sie keine Spekulationsgeschäfte tätigen dürfen. Wenn man mal kurz vom Glauben abkommt und denkt, dann klingt das so, als müsse man der Polizei sagen: "Sie dürfen nicht im Waffenhandel tätig sein." Jener Herr Scholz von der SPD trifft sich mit dem Bankier der Warburg-Bank. Er taucht in den Tagebüchern des Herrn Olearius auf - wie süß. Der will seine Cum-Ex-278-Millionen-Steuererstattungen, also unsere Steuergelder, gerne behalten. Warum sollte man auch ausgerechnet in Deutschland belegt nachweisen? Das sind ja förmlich ganz neue Sitten. Ein Bankier der Moderne belegt bei seinem Finanzamt, Abteilung Großkunden, für die Erstattung/Auszahlung unserer Millionen, nichts. Er muss keinen tatsächlichen Steueraufwand belegen. Herr Scholz von der SPD kann sich erst nicht an die Gespräche mit dem Bankier erinnern. Klar. Gespräche über Milliarden merkt man sich - aber doch nicht über Millionen. Tritt jemand zurück? Geht jemand ins Gefängnis? Nein. Falschparken ist in Berlin weitaus schlimmer. Der Apparat Deutschland muss kleiner werden. Die großen Jacken sind viel zu groß!

Wir schaffen das nicht

Es sollte eigentlich jedem Berliner klar sein, was Berlinern klar ist. Die CDU, die Rechten und die Werteunion möchte die Hauptstadt übernehmen. Heute finde ich meine Heimatstadt in einem peinlich unpolitischem Stadium wieder. In Berlin konnte man immer billig wohnen, studieren, demonstrieren, Häuser besetzen, der Bundeswehr entgehen, dicke Hose spielen, abhartzen, Fabriketagen billig bewohnen. Man konnte sich zwischen Gastarbeitern selbst beweisen, dass man nicht grau-rechte Provinz ist, dass man "auch" cool ist, dass man "auch" Narben hat, die ein bewegtes Leben belegen. Meine Generation war nie wirklich politisch aktiv, weil unsere Eltern zu politisch waren. Das begründet heute wohl auch den Fachkräftemangel im Politikbetrieb. Berlin war deshalb eine Quelle, auch der Inspiration, weil Berliner das Herz auf ihrer Zunge tragen. Künstler strömten nach Berlin und gestalteten diese Stadt. Menschen kamen, die in Freiheit leben wollten und konnten. Berlin war deshalb lange die Stadt der Singles. Diese Stadt garantierte das Leben, das auf Freiwilligkeit beruhte. Es brauchte keine strangulierende Verbindlichkeit - auch nicht in den vielen Berufen. Die soziale Marktwirtschaft funktionierte wunderbar. Bildung für alle Schichten. Firmeninhaber waren ziemlich hoch angesehen, wenn sie Mitarbeiter und Azubis hatten. Herrn Schröder oder Herrn Hartz hätte man von jeder Bühne gejagt. Es gab immer krude Rechte und verquirlte Linke. Beide benutzten "den" Staat als Dummy. Beide waren ohne jedes Konzept, weil sie sich gegen ihre Väter auflehnen mussten. Der lebendige Kriegsverbrecher Rudolf Heß schmorte bis 1987 in der Zitadelle. Kein politisch interessierter Teenager wäre damals auf die Idee oder gar an die Information gekommen, dass der gefährlichste Deutsche tatsächlich in Ägypten geboren wurde. An dieser Stelle kenne ich die krankhaft unreflektierten Reflexe: "Sie will die deutsche Geschichte schmälern und die Deutschen rauswaschen." Die Fortsetzung der Blindheit gegenüber der Geschichte: Man gaukelt bis heute also tatsächlich vor, dass Deutsche ab 1933 dann doch so tolerant waren, da sie in Heß einen reinrassig blauäugigen Deutschen sahen. Heute lebt eine Großfamilie in Berlin-Neukölln, die sich mit den Namen der Nazi-Größen schmückt. Es sind Deutsche, Arier, die der jüdischen Gemeinde in Berlin sicher ein wohliges Gefühl vermitteln. Die SPD selbst ließ ihren kritischen Herrn Buschkowski verstummen. Wer hat uns verraten? Die Sozialdemokraten! Berlin wurde an Investoren verkauft. Kein Mensch, der 500.000 Euro für eine Wohnung ausgegeben hat, wählt die LINKE, schon gar nicht die SPD. Die Grünen behaupten tatsächlich, dass das heutige Berlin die Klimahauptstadt sei. Hilfe. Investoren werden die CDU wählen. Die Künstler sind weg. Die letzten Hausbesetzer leben in der Rigaer Str. Investoren werden den Flughafen aufräumen, sie werden die Polizeidienststellen aufräumen, sie werden die Schulen und Krankenhäuser und Feuerwehrstationen aufräumen und aufrüsten. Sie werden die Polizeipräsenz drastisch erhöhen und die ersten Knüppel werden schon bald auf Körper prallen. Die Farben Berlins schwinden.

Pot statt Pharma

Nach wie vor finde ich es extrem auffallend, wie schnell manche Mediziner Schlaftabletten, Beruhigungstabletten und/oder Psychopharmaka, also psychoaktive Substanzen verschreiben. Trauer ist keine Krankheit. Der Schlaf holt den Menschen immer ein. Ich frage mich wirklich, warum Ärzte in passenden Fällen nicht einen Joint für die Nacht verschreiben, also Gras. Ist das zu revolutionär, zu links, zu gewagt? In einer balancierten, aufgeklärten und orientierten Gesellschaft wäre das sicher kein Problem. In einer desorientierten Gesellschaft, die täglich massiv gestört wird, leiden Menschen zunehmend an Störungen. Angst und Panikattacken befinden sich in der steigenden Tendenz. Kinder leiden oft unter extremen Konzentrationsstörungen. Die Kriegsschauplätze lösen Angst aus. Die Geflüchteten - in lieblosen Lagern gerottet - lösen Angst aus. Eine Pandemie löst Angst aus. Viele Medien lösen Angst aus. Eine durch Wortarmut berühmt gewordene Kanzlerin löst in dieser Zeit Unruhe und Angst aus. Herr Amthor löste diese Angst nicht aus. Er trat sicher auf. Er war juristisch und fachlich präpariert. Er war rhetorisch unikat und besser als die Kanzlerin. Selbstredend denkt ein junger Mann, dass er den Lauf seines Lebens hat, wenn man ihm einen Direktorenposten in der Wirtschaft anbietet. Selbstverständlich denkt ein junger Mensch, dass er nun von allen Menschen Unterstützung finden wird. Kein Mensch glaubte ernsthaft, dass die Kanzlerin dieses Jungtalent in der CDU fördern wollte. Eine Frau, die ihren eigenen Mentor überholte, während der angeschossen auf der politischen Rennstrecke lag, setzt sich hebelnd durch. Zufällig ist auch Herr zu Guttenberg in jener Firma, die Herrn Amthor umgarnte, zufällig duzt Herr zu Guttenberg die Kanzlerin und zufällig tauchen Pressemitteilungen über Herrn Amthors Lobbyarbeit auf. Warheitsgemäß sagte der: "Ich habe einen Fehler gemacht." Schade. Ich mochte ihn. Er kurbelte die Debattenkultur an. Verführbarkeit ist wunderbar. Politisch ist sie tödlich. Medien sollten in einer Pandemie die Wahrheit wenigstens denken. Ken Jebsen wurde in den öffentlich rechtlichen Medien berühmt. Eva Hermann wurde in den öffentlich rechtlichen Medien verehrt. Kein Mensch kommt auf die Unverschämtheit, die Rundfunkanstalt deshalb zu diffamieren: Mutterschiff der Reichsbürger und Rechten. Das Völkchen, nicht das Volk. Medien haben die Kanzlerin über Jahre die Klimakanzlerin genannt. Die Bewegung Fridays for Future deckte erst auf, dass Medien niemals fragten: "Frau Merkel, was unternehmen sie denn nun eigentlich in Sachen Klima?" Medienmacher, und die finde ich blind, beschreiben stets die Leader einer Partei. Das ist nicht demokratisch gedacht. Das weist eine Tendenz auf, die Diktaturen sucht. Angst ist ein Gefühl, das man nicht widerlegen kann. Es ist im besten Fall eine Triebfeder. Im schlimmsten Fall stricken Menschen sich in ihre schlimmsten Befürchtungen. Tabletten werden sicher nicht helfen.