Bodo und die Kultur der Linken

Man kann es drehen und wenden wie man es gerne möchte - auch ich versuche immer wieder die innere Stimme der Verteidigung siegen zu lassen - Bodo Ramelow irritiert nicht nur die Bevölkerung. Er schadet der Linken in einem Maße, dass man Joe Biden höflich nach Deutschland bitten möchte, damit er seine Aufräumarbeiten hier fortsetzt. Ein 64-Jähriger, der während einer Krisensitzung Handyspiele spielt, ist sein Geld nicht wert, weil er Informationen von nationaler Wichtigkeit verpasst. Ein 64-Jähriger, der das obendrauf über eine Clubhouse-App posaunt, muss zurücktreten. Bodo Ramelow diffamiert nicht nur die Sterbenden und die Gestorbenen. Er repräsentiert seine Unfähigkeit, seine Respektlosigkeit und seine Schamlosigkeit. Es muss also klar gesagt werden, dass er niemanden in der Bevölkerung repräsentiert. Handwerker und Arbeiter und Arbeitende müssen sich laut und deutlich distanzieren! Das Bild des prolligen, streitlustigen, rechthaberischen und unflätigen Mannes wird - allein durch Bodo Ramelows Anwesenheit in der Regierung - auf Menschen übertragen, von denen er offenkundig keine hohe Meinung hat, von denen er glaubt, sie seien willenlos Folgende. Nur deshalb sitzt dieser Minister an höchster Stelle der Regierung und spielt Candy Crush. Solche Leute verteten niemanden, nicht einmal die Toten. Das er die Bundeskanzlerin öffentlich "Merkelchen" nannte, zeigt, dass er aus dieser Regierung ein schlampiges Wohnzimmer machen möchte; und diese Denke schadet der Linken seit Jahren. Er beleidigt jeden Arbeiter und er schlägt jedem Handwerker ins Gesicht. Er verhöhnt Menschen in diesem Land. Er ist ein falscher Vertreter, weil er signalisiert: "Ich bin dummnaiv und ungebildet und ungehobelt - wie meine Wähler." Wenn also ein Tischlermeister, ein gestandener Mann, der eine Familie hat, der für die Ausbildung seiner Kinder arbeitet, der eine Firma führt, der an der Planung des unwichtigen Holzdaches der Expo mitwirkte, tatsächlich seinen gesellschaftspolitischen Roots verpflichtet bleiben soll, dann muss Herr Bodo Ramelow sofort sein Amt niederlegen. Die Infantilität seiner "Entschuldigung" auf Twitter sollte der Linken zu denken geben. Für Bodo Ramelow geht es nur um Bodo Ramelow. Dieser narzisstisch überhebliche Personenkult vertreibt demokratische Wähler. Menschen, wie Bodo Ramelow, haben auf die AfD gewartet, sie haben der AfD die Türen geöffnet, sie haben der AfD den Platz gezeigt - während sie Candy Crush spielten. Ich bin deshalb so genau, weil ich die AfD bezahlen darf, während sich die teuren Ramelows in Clubhäusern versabbeln.

Nachrufe

Larry King ist am 23.1.2021 verstorben. Und sofort hat Wikipedia Mr. Kings Eintrag aktualisiert - wie ein Steinmetz, der nur noch das Todesdatum einsetzen muss. Herr King, viele Menschen kennen ihn nicht, wurde 1933 in New York geboren. Er moderierte auf CNN die Talkshow Larry King. Ich mochte sein Outfit, das ihn zum konsequenten Lou Grant machte. Er war nur dünner. Hemden, Hosenträger und Antikrawatten signalisieren überall auf der Welt, dass die Arbeit wichtiger als der "Schrott" ist. Mich amüsierte köstlich, dass er im Studio meist vor einer beleuchteten Weltkarte saß, also die Welt in sein Studio holte, also die ganze Welt. Das Interview mit Madonna und ihrer quietschenden Jacke war extrem humorig, so auch das Gespräch mit Tina Turner, die doch tatsächlich Schweizer Staatsbürgerin wurde, die doch tatsächlich ihre US-Staatbürgerschaft ablegte. Spitzenpolitiker, meist die Eliten der G20, waren auch bei ihm. Ergo: Je berühmter Dein Umfeld desto legendärer Du selbst. Ich wage es zu bezweifeln. Willi Winkler schrieb in der Süddeutschen, dass Larry King ein Nationalheiligtum war, weil er sie alle hatte. Der Spiegel schreibt: "Die Legende ist tot." Auch dort weiß man, dass Larry alle hatte; und mit der Lindner'schen Strategie wird erklärt, dass nicht seine vielen Frauen gemeint sind. Alle stellen schnell klar, dass Larry King eigentlich Lawrence Harvey Zeiger hieß. Der CNN wusste, dass man mit sO einem Namen nicht groß werden kann. Die Legende muss gebastelt werden und die Waschküche in Deutschland schreibt Nachrufe, ohne zu bemerken, dass King nicht King war. Willi Wacker hätte sicher einen sinnigen Nachruf geschrieben. Betagte Stammtischtauben zwitschern auf Twitter, dass Larry King, eigentlich Mr. Zeiger, ein ganz Großer war, ein so Menschlicher. Lyrischer Dünnschiss prophezeit, dass die Toten im Himmel auf ein Interview mit ihm warten. Den jungen Menschen muss man erklären, dass die Fakes vor dem Zeitalter des Internets nicht in dem heutigen Maße aufflogen. Insofern waren die älteren Menschen, also auch ältere Journalisten stets tief beeindruckt, weil sie selbst nur Winkler hießen. King ist DAS Götzenbild, das Journalisten lieben. Wichtig für meine Hinterbliebenen und für meine Ausbildung in meinem Beruf ist die Analyse der Heuchelei und der Trickserei. Ein Mann in der Öffentlichkeit ist nicht zwangsläufig eine Legende, weil er seinen Namen verkauft hat. Entweder man hütet einen echten Namen, was zu Zeiten von Larry (Zeiger) King noch ging - oder man eröffnet und zelebriert am Ende des Lebens den richtigen Namen eines Menschen, damit der Verstorbene bei seinem Namen gerufen werden kann. Ich hoffe nur, dass Kamala Harris nicht Inge Pasulske heißt, denn dann wäre auch das Mantra der Vielfalt ein Fake. Wer kann einer Gesellschaftsform glauben, in der Italiener Sylvester Stallone heißen müssen, um in einem Beruf erfolgreich sein zu können? Larry King war das sicher egal; er wollte arbeiten. Und doch hätte er seinen Namen nicht verkaufen sollen. Heute fällt es dem Sender CNN vor die Füße. Die Wahrheit kommt einfach immer ans Licht. Deutsche Journalisten lassen sich blenden. Das ist eine von vielen Wahrheiten, die mit dem Tod eines Menschen in den Vordergrund treten.

Fragen

Menschen haben Fragen - auch in meinem Beruf. Unbestritten ist, dass es keine dummen Fragen gibt. Es kann nur dumme Antworten geben. Setzen sich nach einem Todesfall Leichengiffte frei? Nein, wir werden quasi ungenießbar. Der Terminus Leichengift stammt aus der Pest- und Pockenzeit. Sind wir bereits Sondermüll? Nein. Auch nicht mit vorhandenen Amalgamfüllungen. Die These ist nicht ökologisch ethischer Natur. Sie ist rein kapitalistischer Natur; eine, die in der Konsequenz Massenverbrennungsanlagen erwünscht. War ein Friedhofsboden je durch Verstorbene in Gräbern konterminiert? Nein. Gräber und Friedhofsanlagen wurden und werden zudem nie mit Pestiziden vergiftet. Ich habe auch Fragen. Darf ein Obsthändler eine eigene Hausbank gründen? Werden die Hausbanken der Autohändler ebenfalls von der Bafin geprüft? Finanziere ich für die beworbene Verantwortung, die Deutschland in der Welt tragen möchte, Kriegsfahrzeuge, Mannschaftwagen, Panzerfahrzeuge, Kübelwagen, Truppengeländefahrzeuge, wenn ich bei der Hausbank eines Autohändlers ein Tagesgeldkonto eröffne, dort Zinsen bekomme? Müssen die Mitarbeiter der Hausbank eines Autohändlers ausgebildet werden? Kann eine französische Hutmacherin, zum Beispiel Emma Eckhert, die Bankiersfrau werden? Gibt es Kriegsbestatter? Es gibt Bestatter! Papst Franziskus hat Menschen gewürdigt, die in Kriegsgebieten unter Einsatz ihres Lebens Tote beerdigen. "Auch heute gibt es Leute, die ihr Leben riskieren, um die armen Opfer von Kriegen zu bestatten", sagte er bei einer Generalaudienz auf dem Petersplatz. In einigen Kriegsgebieten, die Tag und Nacht unter Bombardierungen litten sei dies "traurige Aktualität". Franziskus verwies darauf, dass die Bestattung von Toten zu den sogenannten leiblichen Werken der Barmherzigkeit gehöre. Wirbt Deutschland für die Einwanderung, um später Soldaten rekrutieren zu können? Arbeiten in öffentlichen Rundfunkanstalten de facto freie, also unabhängige Journalisten oder Umerzieher? Wer hat das je überprüft? Wer findet und registriert Menschen, die im Krieg sterben? Wer benachrichtigt die Familien? Werden Kriege über Banken finanziert? Welche Banken würden einen Krieg finanzieren? Wer interessiert sich für die Finanzierung von Kriegen? Wirtschaft? Finanzwesen? Was bekommt der Gewinner eines Krieges? Land? Rohstoffe? Geld? Gold? Renommee? Gibt es Leichensäcke? Nein. Es sind Hygeahüllen? Sind Hygeahüllen aus biologisch abbaubarem Material? Grabschätze, eigene Kleidung, Talismane und Beigaben müssen nicht biologisch abbaubar sein? Die Frage ist ein Vorläufer, um die These des menschlichen Sondermülls zu untermauern; sie ist zudem arrogant, weil sie die eigene Familie ausblendet. Liegt Journalisten der Weltfrieden am Herzen - oder leben sie durch Kriege so richtig auf?

Trauerspiele

Ich persönlich hoffe, dass sich junge Menschen in Deutschland Amanda Gorman zum Vorbild nehmen und ihre Stimmen, wie sie, heben. Sie sollten Reden für Bestattungen halten; und ihre authentische Poesie einfließen lassen. Neuer US-Präsident ist nun Joe Biden. Alles ist wieder gut. Die Süddeutsche Zeitung wagte mutig eine Betrachtung nach stilistischen Aspekten. "Es war erwartbar", dass die Protagonisten der Vereidigung Kleidung amerikanischer Designer trugen. (?) Ich hatte die Vielfalt eines Einwanderungslandes erwartet und trug selbst zur Feier des Tages Camper aus Spanien, eine Jacke aus Frankreich, einen Pullover aus Island, eine Hose aus Italien; und ein Tuch aus Tunesien. Bei einer Trauerrede muss man immer aufpassen, dass man nicht doppeldeutig klingt. Joe Biden sagte, dass er der Präsident für alle Amerikaner sein wird. Ein ruhmreiches, großes und vielfältiges Einwanderungsland klingt mit dem Dauerterminus )))We, the American People((( nicht so wirklich ehrlich. Wir sollen uns ein Beispiel nehmen an der rasanten Wiederauferstehung der Demokratie. Präsident Biden hatte auf seinem Schreibtisch viele gestapelte Mappen und ungemein viel demonstrierende Kugelschreiber. Ich habe das gezoomt und werde mir Kondolenzmappen in dem Stil produzieren lassen. Er hat natürlich das ursprüngliche Testament hergestellt. Bei der Stilkunde der Süddeutschen Zeitung weiß der nächste Kanzler oder die nächste Kanzlerin, dass Kleidung von Jil Sander, Boeldicke, Joop oder Lagerfeld ein Symbol für deutsche und auch für europäische Vielfalt sein wird. Helene Fischer wird sicher die Hymne singen. Nach dem heutigen Trauerspiel ist mir klargeworden, dass nach den Größen Barack Obama und Michelle Obama, immer auf Augenhöhe, ein fieser Zerstörer folgen musste. Nur so kann Joe Biden heute die gute alte Ordnung preisen. DER Amerikaner, der Kamala an seine Seite holt, der die junge afroamerikanische Poetin sprechen lässt, der eine schicke rothaarige Jen Psaki im Weißen Haus dauerhaft sprechen lässt, der Mrs. Lopez einen Offizier zur Seite stellt, der, sollte sie im Superstöckel dramatisch wegknicken, heroisch den Unfalltod verhindern kann; und der Lady Gaga singen lässt, bis ihre Ader aus dem Hals tritt. Auf so hohle Ideen können nur faktisch alte Männer kommen. Sokrates ist bekannter als Joe Biden; und er hat nie ein Werk veröffentlicht.

Kulturbanausen

Das deutsche Problem in der Trauer ist die fehlende Kultur. Das deutsche Problem in der Politik ist die fehlende Kultur. Und so zerreißen wir. Wir verlieren unsere menschliche Verbindung und das führt zu Missgunst, zu Kritteleien, zu Mäkeleien. Es führt allenfalls in einen gesellschaftlichen Eiertanz; und der ist peinlich. Wer ist schuld? Die 68er Generation - und ich. Wir beide sind schuld, weil wir am Ende Kulturbanausen befördert haben. Nach dem 2. Weltkrieg wirkte der gesamte Bestattungsbereich in einem Tabubereich. Bestatter arbeiteten im Off. Kein Bestatter gab in den 1960er Jahren Interviews. Kein Bestatter ging in Talkshows. Der Aberglaube begründete das Off, weil Menschen den Tod nicht beschwören wollten. Die Kirchen begründeten das Off, weil sie den gesamten Bestattungsakt ausfüllten. Der Bestatter ist ein ausführender Handwerker, zu Hause in der Rolle B der Handwerkskammer. In die Rolle A darf nur das Vollhandwerk eingetragen werden - zum Beispiel ein Tischler. Insofern ist es kurios, dass der Bestatter häufiger in den Medien vertreten ist, als sein Meister - der Tischler. Die 68er-Generation war mit der Institution Kirche nicht einverstanden. Sie demontierten die Sünde. Sie knautschten die Äpfel nach Herzenslust; und sie nahmen Steine von den Schultern derer, die dachten, ein Suizid wird mit einer Zwischenwelt bestraft, womöglich mit einem Fegefeuer, womöglich mit einem wirkungslosen Redner bei der Bestattung eines Familienmitgliedes. Die 68er-Generation hängte das muffige Klischee eines einheitlichen Familienbildes ab. Und doch waren die Menschen der 68er-Generation keine Antichristen. Sie gingen nicht in die Kirche und drehten die Kreuze auf den Kopf. Sie gingen einfach in die Welt hinein. Sie forschten, sie transportierten, sie lernten, sie studierten, sie experimentierten. Sie versuchten ein neues Bild für Familie zu finden - durch Selbstbestimmung, durch Emanzipation, durch Mitspracherecht in der kleinsten Zelle einer Gesellschaft, durch antiautoritäre Erziehung, durch freie politische Meinungsbildung. Die Black Panther Party for Self-Defense in Amerika organisierte Frühstück für Kinder, weil sie in der Auseinandersetzung mit Wissenschaft herausfanden, dass sich durch gesunde Nahrung die Konzentrationsfähigkeit der Kinder in den Schulen verbessert. Das wird heute natürlich nicht beleuchtet. Nicht ohne Grund schrieb Ulrike Meinhof das Drehbuch Bambule. Es ging nicht um ein aberwitziges Experiment. Es ging darum, Menschen ab dem Tag ihrer Geburt in Freiheit wachsen zu lassen. Das Werk der 68er Generation ist gelungen! Es wurde von meiner Generation kaputtgemacht. Eines Tages hielten schöne "Züge" auf allen "Bahnhöfen". An den Waggons klebten schillernde Werbebanner mit dem Slogan: "Vom Tellerwäscher zum Millionär." Heute würden die Namen Google, Twitter, Youtube und Instagram auf den Bannern stehen. Meine Generation stieg in diese Züge und wir fuhren einfach in ferne Länder. Wir bedienten uns am Buffet des Lebens. Nachdem ich bunte Farben in meine Branche kippte, die Kirche nicht mehr ganz so päpstlich war, brachten Deutsche Kulturstücke von ihren Reisen mit, die sie von einem Buffet der Weltkultur nahmen. Sie zelebrierten eine Bestattung durch indische Rituale. Sie spielten Musik aus Asien und zelebrierten buddhistische Rituale. Sie besaßen Räucherwerk aus Marokko und entzündeten es bei einer Abschiedszeremonie. Sie übernahmen kulturelle Stilmittel der Native Americans. Ein wenig Tibet, eine Prise Chopin, ein Hauch von Indien, ein Tröpfchen Schamanismus, ein bis zwei Gramm Jesus Christus, ein Om am Ende und alle Gäste stehen im Kreis. Deutsche möchten in der Schweizer Natur beerdigt werden. Deutsche möchten in Tschechien bestattet werden. Deutsche lassen sich in der Türkei bestatten, in Amerika, in Marokko, in Indien. Das ist wunderbar. Menschen, die in der DDR aufwuchsen, haben das sicher anders erlebt, was nicht Hinterwelt meint, weil Nina Hagen bereits 1978 das Lied >auf' m Friedhof< sang. Und ihre Interpretation war, für deutsche Verhältnisse, absolut frei. Sie trat später dem Hinduismus bei und ließ sich nach dieser Erfahrung christlich taufen. Sie lebte in einem Ashram, in Berlin und auch in Los Angeles. Sie interpretierte aus vielen Perspektiven. Rammstein hat den Song Stripped von Depeche Mode mit Bildern von Leni Riefenstahl verbunden. Stripped meint übersetzt ausgezogen, unbekleidet. Depeche Mode ist eine britische Band. Der Song leitet ein: "Take my hand - come back to the land. Let´s get away - just for one day." Bezeichnenderweise wurde dieses Video heftiger kritisiert als das Buch >Mein Kampf<, das in Schulregalen stehen soll, also ein "let me see you stripped" in eine deutsche Uniform steckt. Es ist eine bewusst versteckte Propaganda und führt zur Spaltung der multikulturellen Idee bereits im Kindesalter.
Durch die Entkoppelung von Gesellschaft und Kirche, von Staatsapparat und Gesellschaft, von Geschichte und Gesellschaft, von Moral und Gesellschaft wurden wir alle Einzelgänger. Was verbindet Menschen - auch in der Trauer? Die Traurigkeit selbst ist keine Verbindung. Mitleid ist keine Verbindung. Ohne eine Antwort wird es keine echte Empathie geben.