Durch den Schrank gehen

Trauernde schaffen durch Umstand, was nur Erfinder über viele Jahre an Universitäten studierten und über weitere Jahre wieder vergessen mussten. Trauernde können über Erinnerungsstücke in den Raum gelangen. Sie haben natürlich Angst, weil sie an der Zeit hängen müssen. Sie nennen es "verrückt". Sie nennen es manchmal Chaos. Sie alle nennen es aber Abwesenheit. Sie können durch einen Schrank gehen und gelangen in eine völlig andere Welt. Eine Frau öffnet den Kleiderschrank ihres verstorbenen Mannes. Sie möchte die gut gepflegte Kleidung spenden. Dafür räumt sie sich 1 Stunde Zeit ein. Die Frau berührt das erste Hemd, an dem noch der frische Duft eines Parfums haftet. Und plötzlich geht die Frau durch den Schrank hindurch; und dann befindet sie sich im gesamten Raum. Er ist erst beängstigend, weil er dunkel und zeitlos ist. Der Raum gibt keinen Halt. Das Telefon klingelt und die Frau wird in die Zeit zurückgerissen. Fast 1 Stunde war die Frau im Raum. Sie beeilt sich, packt die Hemden zusammen und verlässt ihre Wohnung. Sie geht durch die müden berliner Straßen. Als sie die Kleidersammlung einer Hilfsorganisation erreicht spürt sie eine kleine Fülle in sich. Etwas unfreundlich nimmt man ihr die Kleidung ab. Die Frau erledigt noch Einkäufe; dann geht sie nach Hause. Sie ist matt und traurig. Die Geldbörse ihres Mannes liegt auf dem Tisch. Sie greift sie und sichtet die Karten. Sie fischt den Personalausweis heraus und blickt auf das Foto; und plötzlich geht sie durch den Personalausweis hindurch; und wieder befindet sie sich im Raum. Sie hat nun weniger Angst. Sie fühlt sich nun leichter im Raum; und sie erahnt, dass sie den Halt nicht braucht, weil sie getragen wird. Sie wartet, wartet auf alte Bilder, wartet auf alte Geschichten, wartet auf vertraute Düfte, wartet auf vertraute Lichter. Sie wartet auf ihren Mann. Die Frau ist intelligent. Sie weiß genau, dass ihr Mann nicht mehr kommen wird. Er wird im Raum nicht auftauchen. Die Frau bekommt eine Ahnung. Der zeitlose Raum hat auf sie gewartet. Er lag immer hinter dem Schrank, hinter dem Personalausweis; er war immer die Quelle für Kraft und grenzenlose Fülle, ein Raum, dem ALLES entspringt. Der Timer der Waschmaschine ertönt. Die Frau wird in die Zeit gezogen. Sie hängt die Wäsche auf, dabei überlegt sie, welche Partei sie wählen soll. Soll sie die Grünen wählen? Teilen die Grünen eine Fülle oder einen Mangel? Spenden die Grünen ihre gewaltigen finanziellen Überschüsse an Notleidende? Sind die Grünen großmütiger und gar größer als Visselhövede? Nein. Sie hängen und klammern nur in der Zeit. Heute wissen die Grünen nicht mehr, dass die Zeit keine Quelle ist, weil die Partei nicht durch Schränke gehen kann. Sie gelangt nicht zur Quelle, aus der malerische Landschaften entspringen. Annalena Baerbock machte aus der Partei ein nutzloses Trampolin. Sie trampelte hinein, trampelte als Außenministerin, trampelte in die Präsidentschaft der Generalversammlung der Vereinten Nationen, wollte als Kanzlerin trampeln, trampelt in die Professur an der Columbia University. Annalena Baerbock ist so grün wie ein Brikett.