Stalker und Tod
18/04/26
Der in Deutschland wohl schlimmste Fall von Stalking dreht sich um die Tennisspielerin Steffi Graf. Der unbekannte Stalker, irgendein Mann, hegte seine obsessive Anhaftung, seine eigene Besessenheit im Stillen. 1990 verlor Steffi Graf die German Open. Die damals 17-jährige Monica Seles war für Sportfans eine ebenso beliebte Tennisspielerin, die "unserer" Königin ordentlich Dampf machte. Das war großartig. Beide Sportlerinnen spielten ein bahnbrechend großes Tennis. Die damals analoge Nation fieberte. 1991 gewann Monica Seles alle drei Major-Turniere. Den "heiligen Rasen" konnte das mutig und starke Küken noch nicht gewinnen. Die restlichen Grand Slams räumte Monica Seles kühn ab. 1993 gewann sie unaufhaltsam die Australien Open. Tempo-Kurzstop-Rückhand-Vorhand-Tempo. Die Ballmädchen und Balljungen stehen auf Spannung am Spielrand. Der Schiedsrichter folgt dem Ball und observiert das Feld. Die Fans im Stadion schweigen. Die ganze Nation wird trainiert. Sie schärft ihren kollektiven Gehörsinn. Wo schlägt der Ball auf. Zieht er die Bahn über das Netz. Landet der Ball innerhalb der strahlend weißen Linien. Halten die Kniebänder der Spielerinnen, die über Jahre Tonnen stoppen? Reißt ein Beinmuskel, der über Jahre überraschend auf Tempo gehen muss? Sind die Spielerinnen am Tag ihres Wettkampfes innerlich selbst von ihrem Gewinn überzeugt? Die Siege der Monica Seles, gebürtige Serbokroatin, waren für mich persönlich so besonders, weil im Frühsommer 1991 die jugoslawischen Kriege begonnen hatten. Sie war mein sportliches Synonym für faire Kämpfe mit extrem harten Bandagen. Beide Sportlerinnen standen an der Weltrangliste. Beide gehören bis heute zur sportlichen Elite, nicht, weil sie Pokale und Teller holten. Ohne jeden Zweifel erfreuten sie die ganze Welt mit ihrem Können. Der Schweiß, die knochenharte Arbeit, die Entbehrungen haben sich also für immer entfaltet. Im April 1993 trafen beide Spielerinnen am Hamburger Rothenbaum erneut aufeinander. In diesem Jahr wurden in den USA die Gesetze für Stalker drastisch verschärft, weil eine emphatische Staatsanwältin verstanden hatte, wie irreparabel der Psychoterror und Terror für starke und gesunde Menschen ist, die zum Opfer gemacht werden. In Deutschland schläft man noch heute. An diesem 30.4.1993 stand ein Nobody im Hamburger Stadion auf und rammte Monica Seles ein Küchenmesser in den Rücken. Sie wusste nicht, was genau passierte. Sie rang nach Luft und ging dann zu Boden. Niemand wusste, was genau geschah. Erst mit der Tat kam heraus, dass Steffi Graf einen gefährlichen Stalker hatte, der ihr bereits Briefe und Geld schickte. Die deutsche Polizei darf bis heute erst tätig werden, wenn ein Täter oder eine Täterin mit dem Messer vor einem Auserwählten steht. Nicht nur das Tennisspiel war beendet. Das Vertrauen war für immer geäschert. Der heilige Spielboden wurde besudelt von einem Nobody, den niemand bestellt hatte. Seine maßlos übersteigerte Egozentrik und Selbstverliebtheit liegt in der Tatsache begründet, dass er, der damals arbeitslose Wicht, die Tennis-Weltranglisten verändern wollte - mit einem Küchenmesser! Ich selbst muss seit vier Jahren eine Stalkerin im Haus drastisch abwehren, umgehen, austrocknen. Schon vor ihrem Einzug ins Haus rief sie über meine Geschäftsleitung an. Im Haus sprach sie mich an, als müsse ich sie bereits kennen. Ich hatte keine Ahnung, wer mich da ansprach. Sie nahm ein Paket für mich in Empfang, um mich in ihre Wohnung zu locken. Mit meiner klaren Ablehnung verzerrte sie, typisch für Stalker, die Realität. Sobald ich eine Pausenzigarette rauchte, suchte sie den Negativkontakt. Sie gab, ohne es zu merken, Auskunft über ihren kranken Zustand, den sie bis heute projiziert. Sie erstellt Tonaufnahmen von mir. Sie filmt mich, wenn ich zur Arbeit komme und wenn ich mein Geschäft verlasse. Sie sendet diese Filme in Form von Sprachnachrichten an Eigentümer. Sie belästigte meine Hinterbliebenen, die Zeugen von Übergriffen wurden. Sie schüttete Wassermassen auf meine Terrasse. Mit einem Vergleich zu Rauchzeiten wollte ich sie loswerden. Der Vergleich war für diese Frau eine kranke Legitimation zur Kontaktaufnahme. Sie schleicht bis heute die Treppen hinunter und fotografiert meine offene Terrassentür, mein Büro. Sie lässt sich vor meinem Geschäft fotografieren. Sie belästigt mich auf meiner Terrasse, wenn ich mit Freunden des Hauses spreche. Sie rekrutiert Zeugen, da ich sie angeblich angreife. Die klingen, als würden sie mich schon genau kennen. Typisch für Stalker ist, dass sie Geschichten des Opfers erzählen, die sie nicht kennen. Ein Glück hat ihre eigene Anwältin ein intern krankes Protokoll gesandt, in der die Stalkerin beschreibt, wie sie sich mir nähern muss. Bisher bin ich nach Lehrbuch vorgegangen. Ich rief mehrfach die Polizei, den Sozialpsychiatrischen Dienst. Ich versuchte ein Kontaktverbot zu erwirken. Danach setzte sie Störsender ein. Noch habe ich kein Messer im Rücken. Die Häuser haben keine Verwaltung und der selbsternannte Hausanwalt hat noch nie eine juristische Beratung für die Gemeinschaft formuliert. Mein Glück sind nicht die deutschen Gerichte. Mein Glück ist, dass Herr Lombardi einen männlichen Stalker hat. Das Klischee in Deutschland besagt noch immer, dass Opfer ihre Stalker kennen müssten. Das ist dumm zu nennen. Der Stalker von Herrn Lombardi wird erst durch seine Tat bekannt. Das ist das realitätsferne und selbstverliebte Ziel von Stalkern. Der psychisch kranke und unwichtige Stalker von Herrn Lombardi sandte sich selbst, unter dem Namen Lombardi, eine Einladung, rief die Polizei und behauptete, dass er von Herrn Lombardi angegriffen wurde. Noch hat Herr Lombardi kein Messer im Rücken. Der Stalker wird nicht aufhören und irgendwann wird Herr Lombardi denken müssen, dass die Gesellschaft auf seinen Tod wartet!