Berlin hat eine Wahl getroffen
21/09/26
Gestern wählten Berliner. Bei Wahlen halte ich mir immer vor Augen, dass wir alle deshalb so friedlich in ganz Europa miteinander leben, weil wir das schöne Völkerrecht installierten und es bedienten und bedienen. Europa ist kein von Göttern gewollter Kuschelklumpen. Ich kann mich also morgen ins Auto setzen und Europa alleine bereisen. Ich muss nichts, wirklich nichts befürchten. Menschen in Berlin wählten. Überwiegend junge Menschen, unter 30 Jahre, wählten die Linke. Frau Elif Eralp feiert ihren Gewinn. Man muss der Juristin aus München gratulieren. Die anderen Parteien bedienen das Modewort Zäsur. Tatsächlich haben sie, besonders die SPD, die Stadt fast schon vorsätzlich in den Ruin getrieben, weil man in Berlin einfach die Sau rauslassen kann, wie Sarrazin mit der Berliner Bankenkrise, wie Wowereit, der das Tafelsilber verkaufte, wie Herr Müller, der gerne grinste, wie Frau Giffey, die den Doktortitel (!) niederlegte, um Bürgermeisterin für nichts zu werden. Das Ergebnis dieser vorsätzlichen Schlampigkeit ist, dass in Berlin insgesamt 34 % konservativ-rechte Parteien gewählt wurden, also die CDU und die AfD. Das ist DER Skandal für den Organismus Berlin. Während alle Menschen auf das Wahlgeklappere lauschen, habe ich mir die facettenreichen ZDF Wahlgrafiken angesehen. Wer gab der Linken eine Absage, wer wählte die CDU und die AfD? 31% der berliner Beamten wählten die CDU, nur 16 % die SPD, nur 15 % die Linke, nur 18% die Grünen. Die Staatsbediensteten setzen auf eine konservative Arbeit. Nun sind alle Politiker völlig entrüstet über die AfD, die sie als rechtsextrem einstufen. Keine Partei möchte mit dieser Partei zusammenarbeiten, die Bürger aber bezahlen sollen. Sie alle kennen ihren eigenen Betrieb nicht, denn 12% der städtischen Mitarbeiter wählten die AfD. Knapp 10.000 verbeamtete Menschen sind im gängigen Narrativ also Nazis, Faschisten, Extremisten. Die SPD hat also ganz Berlin verkauft, Konservativen und Rechtsextremisten verwirrt übergeben. Nun kommt Elif in den Apparat. Sie wird Bürgermeisterin werden. Da sie Kind von Gastarbeitern ist, wird sie ausgerechnet in Berlin 20 Mal kritischer beobachtet als eine Frau Giffey. Sogar Herr Remmo war schon auf ihrer Wahlparty, um sein Revier zu markieren. Elif Eralp trägt eine Goldkette mit dem Zauberwort Mietendeckel. Betriebskosten bleiben. Unfähige Verwalter, die Hausgelder veruntreuen, bleiben. WEG-Richter werden nicht gekündigt. Sie bleiben und negieren auch weiterhin das Strafrecht. Mietwohnungen werden weiter über AirBNB untervermietet. Wenn Elif Eralp Berlinerin spielt, wird sie scheitern. In diesen Tagen muss sie Berlin unbedingt wie eine stolze, freche Europäerin anführen. Man wird sie arrogant nennen. Man wird sie böse nennen. Das meint, sie wird beneidet. Macht sie das nicht, wird sie durch einen ganz üblen, miefigen Scheuersack geschickt. Viel Glück Elif Eralp.